# Warum eine berühmte Kirchensängerin heute Muslima ist... Towards Eternity

- Language: de
- Published: 2026-08-26
- Canonical: https://blog.towardseternity.com/de/blog/nyc-christian-singer-converts-to-islam-i-sang-in-churches-until-i-found-islam
- Source video: https://www.youtube.com/watch?v=CK7geVgDHPQ
- Channel: Towards Eternity

This is the cleaned transcript of the source video. The speech is unaltered.

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Auf meinem beruflichen Weg als Sängerin in New York City, gab es ein großes Orchester, oft einen Chor mit 100 Leuten und vier Solisten. Ich war ein Teil davon. Wir kamen ins Gespräch und er sagte: „Übrigens, ich bin Muslim.“ Und ich sagte: „Es ist mir peinlich, aber ich weiß nichts über Ihre Religion. Erzählen Sie!“ Er begann, mir den Monotheismus des Islam zu erklären. Ich war fassungslos. Echt fassungslos. Wie bitte? Und nach einer Probe am Donnerstagabend dachte ich: Ich kann das nicht mehr. Ich glaube, ich bin Muslimin. Eine Frau sagte zu mir: „So, Sie wollen Muslimin werden? Sie schämen sich für Ihren Körper?

Wollen ihn bedecken?“ Und die Männer sagten: „Er nimmt dich und verkauft dich auf einem Sklavenmarkt in Ägypten.“ Hallo? Wir haben 1989, Leute! Ich ging ins Café und sagte meinem Freund: „Okay, ich bin bereit.“ Er fragte: „Bereit wozu?“ Ich sagte: „Was man tun muss, um Muslim zu werden.“ Er schmunzelte und sagte: „Sie schauspielert nur.“ Ich sagte: „Nein, ich meine es ernst!“ Ich wollte auf das Empire State Building steigen und zu den Menschen runterschreien: „Holt euch den Koran und lest ihn! Ihr habt keine Ahnung!“ Assalamualaikum, Schwester Noor Saadeh. Vielen Dank, dass Sie unsere Einladung angenommen haben. Wir freuen uns sehr, Sie bei uns zu haben.

Ich beginne mit der Frage: Wer ist Noor Saadeh? Könnten Sie uns etwas über Ihr Leben erzählen? Waalaikumassalam. Bismillahirrahmanirrahim. Mein Name ist Noor Saadeh. Ich komme aus einer Kleinstadt im Mittleren Westen der USA. Ich schlug den Weg einer professionellen Sängerin in New York City ein. Ich sang klassische Musik, Oper und Konzertmusik. Erzählen Sie uns, woran Sie damals geglaubt haben? Woran ich geglaubt habe? Wir waren nicht... Wir waren zwar durchaus eine praktizierende christliche Familie, ich wurde ja christlich erzogen, aber wir gingen nicht oft zur Kirche. Vielleicht war das auf lange Sicht ein Segen, denn ich musste mich nicht mit der Dreifaltigkeit usw. auseinandersetzen.

Aber Gott wurde bei uns zu Hause oft erwähnt, und ich fand, dass Gott sich mir oft durch Musik offenbarte. Vor allem klassische Musik, denn vieles davon war göttlich inspiriert. Meine Mutter war eine religiöse Frau. Ich glaube, mein Vater fand seine Religion eher beim Jagen und Fischen. Aber wir waren keine Kirchgänger. Christliche Freunde sagten später sogar, wir seien keine echten Christen gewesen. Ich fragte: „Warum? Weil ich nicht zur Kirche ging?“ Ich denke, ich folgte der Sunnah von Jesus (AS). Aber viele sagten mir: Du hast gar nicht richtig praktiziert. Vielleicht war das so. Sie haben Ihre Gesangskarriere in New York City begonnen. Wie kam es dazu? Nun, man geht den üblichen Weg.

Zunächst singt man viel regional. Man singt, wo immer es geht, für wenig Geld, einfach um die Stücke zu üben, die man später professionell singen wird. Viele Sänger treten dann einem Kirchenchor bei. Sie werden Teil eines professionellen Gesangsquartetts, das den Chor in einer Kirche verstärkt, später auch in einer Synagoge. Ich hatte auch eine sehr gute Stelle im bezahlten Profichor der New Yorker Philharmoniker in New York City. Wir gehörten zu den 100 besten jungen Sängerinnen und Sängern der Stadt. Wir sangen unter den großen Dirigenten, mit großartigen Orchestern und berühmten Solisten. Wie begann Ihre Reise zum Islam?

Als ich damals in New York City lebte, liebte ich Kaffee, und suchte nach neuen Cafés. Eines eröffnete in meiner Gegend, und ich ging hinein. Es wurde von einem Ägypter geführt, und ich war immer neugierig auf Menschen, die anders waren als ich. Also sagte ich: „Erzählen Sie mir von Ägypten. Vom Pharaoh. von den Pyramiden.“ Wir kamen ins Gespräch, und er sagte: „Übrigens bin ich Muslim.“ Und ich sagte: „Es ist mir peinlich, aber ich weiß nichts über Ihre Religion Erzählen Sie.“ Ich wusste wirklich nichts über den Islam. Ich weiß nicht, warum, aber so war es.

Er begann, mir den Monotheismus des Islam zu erklären, und die Propheten, die ich aus meiner christlichen Erziehung kannte, seien auch im Koran. Ich war fassungslos. Wirklich fassungslos. Wie bitte? Ich dachte, es gäbe nur Judentum und Christentum, sonst nichts. Wie war mir entgangen, dass es eine weitere monotheistische Religion gibt, und zwar eine sehr monotheistische? Warum wusste ich davon nichts? Ich war über dreißig, war viel gereist, sang überall, las ziemlich viel – wie war mir das entgangen? Und er sagte: „Doch, doch, es gibt...“ Ich stellte dann diese komische Frage: „Gibt es viele von Ihnen?“ Etwa 1,5 Milliarden. Ach so – okay.

Er begann, mir mehr zu erklären, weil ich neugierig war. Er erzählte mir dann vom Heiligen Koran und den verschiedenen Propheten. Und er sagte etwas, was mich sehr geprägt hat und das ich sonst nie von jemandem gehört habe: Islam ist eigentlich wie die drei K: Er kam, um zu konkurrieren – also übereinzustimmen – mit dem, was die Schriftbesitzer schon hatten, Judentum und Christentum. Er kam, um zu korrigieren – das, was Menschen aufgrund eigener Ideen verändert hatten, wegen ihres Egos, was auch immer. Und er kam, um zu konkludieren – mit Muhammad als letztem Propheten –, dass all das ein und dieselbe Botschaft ist.

Aber er ist der letzte Mensch, den wir euch schicken, um alles abzuschließen. Und plötzlich fügte sich alles wie ein Puzzle zusammen. Es ergab plötzlich Sinn. Die Religion ergab Sinn. Die Geschichte ergab Sinn. Religion war plötzlich logisch. Von Christen und Juden hört man oft: „Wir sind nach Gottes Ebenbild gemacht.“ Aber der Islam sagt: Wir sind in keiner Weise wie Allah. Ich finde, das ordnet uns ein, als Menschen, dass das Leben einen Sinn hat, zum Beispiel. Und dass es nur den einen wunderschönen Weg gibt, Gott zu folgen, der all die anderen Menschen dabei nicht ausschließt. Also ging ich immer wieder hin, trank Kaffee und lernte dazu.

Und je mehr ich lernte, desto mehr spürte ich: Das ist wirklich „Haqq“, wie wir es nennen – die Wahrheit. Es war so klar. Für mich ergab plötzlich alles einen Sinn: Geschichte, Religion, dass Gott eine einzige Botschaft hat. Gott ist ein einzigartiges Wesen: allmächtig, allwissend, allsehend, allhörend. Er hat uns alle erschaffen. Er hat eine Botschaft an die Menschheit gesandt. Aber die Menschen waren streitsüchtig und überzeugt, sie hätten bessere Ideen, also änderten sie vieles. Doch aus Seiner Barmherzigkeit schickte Er immer wieder einen Propheten, um dieselbe ursprüngliche Botschaft an eine bestimmte Gemeinschaft weiterzugeben.

Und das ging weiter und weiter – von Noah über Moses und Jesus bis zu Muhammad (FSMI). Und es ergab einfach Sinn. Es erklärte die Geschichte der Welt. Es erklärt, warum es so viele Religionen gibt, warum Menschen darüber streiten, was richtig ist und was nicht, warum das Christentum für viele von uns nie ganz stimmig war. Etwa, wie es drei göttliche Personen geben kann. Wie kann Jesus Gott sein und der Heilige Geist auch uns so weiter? Wenn ich im Lauf der Jahre mit Christen sprach, ergab vieles keinen Sinn.

Ich hätte einmal fast einen Katholiken geheiratet, und man sagte mir: „Geh und studiere den Katholizismus.“ Und als ich Fragen zur Marienanbetung stellte, und Statuen und solche Dinge, sagten sie nur: „Was? Raus mit dir, raus mit dir. Entweder du glaubst oder nicht.“ Und ich sagte: Das ergibt keinen Sinn. Keiner konnte mir Antworten geben, wenn ich Fragen stellte. Wenn ich hingegen den Ägypter fragte, sagte er: „Ja, hier ist eine Ayah aus dem Koran, ein Vers aus dem Koran.“ Das klärte die Sache und ergab einen Sinn. Ich habe sehr viel gelesen und immer wieder mit ihm bei einem Kaffee Gespräche geführt und eine Menge Fragen gestellt.

Ich war in einer unitarischen Kirche, die alle Glaubensrichtungen annahm. Dort konnten wir singen, was wir wollten, Es musste nicht religiös sein. Und dann stand bald Weihnachten vor der Tür, und die Unitarier sind da etwas merkwürdig. Sie meinten: „Die Gemeinde beschwert sich, wir sprechen zu viel über Gott.“ Und es war Weihnachtszeit. Wir sollten in allen Liedern, in denen es um Gott geht, das Wort „Gott“ durch das Wort „Liebe“ ersetzen. Die Liebe tut dies, die Liebe tut das. Wie bitte? Was ist das für ein Unsinn? Und nach einer Probe am Donnerstagabend beschloss ich: Das kann ich nicht mehr machen.

Ich glaube, ich bin Muslimin, ich muss mein Glaubensbekenntnis sprechen und das hier aufgeben. Das ist Unsinn. Am Sonntag ging ich also zum Gottesdienst, sang die Messe wie gewohnt und sagte danach: „Leute, ich glaube, ich muss aufhören, ich werde mein Glaubensbekenntnis ablegen und Muslimin werden. Und was ihr hier alles sagt, ist Unsinn.“ Dann ging ich ins Café und sagte zu meinem Freund: „Okay, ich bin bereit dazu.“ Er fragte: „Bereit wozu?“ Ich sagte: „Das zu tun, was ich tun muss, um Muslimin zu werden.“ Er schmunzelte und sagte: „Sie schauspielert nur.“ Ich sagte: „Nein, im Ernst.

Sag mir, was ich sagen muss.“ Und dann kämpfte ich mich durch den arabischen Satz, den ich kaum aussprechen konnte, und das war’s. Im Café. -Im Café? -Ja. Ecke 90. Straße und Broadway in New York City. Ich habe es nie in einer Moschee gesprochen oder so. Denn soweit ich es verstanden hatte, ist das eine Sache zwischen Allah und mir. So war das. Wie haben Sie sich dabei gefühlt? Während des ganzen Prozesses war ich völlig euphorisch. Ich lernte da etwas, was so wunderbar war, und wollte jedem davon erzählen. Aber die Leute schauten mich an, als hätte ich plötzlich zwei Köpfe. Im Ernst. Eine Frau sagte zu mir: „So? Sie wollen Muslimin werden?

Schämen Sie sich für Ihren Körper und wollen ihn bedecken?“ Ich sagte: „Nein, aber ich weiß nicht, wie ich es Ihnen erklären soll, weil ich dazu selbst noch zu neu bin. Aber ich weiß, dass es richtig ist und dass das, was Sie sagen, albern ist.“ Und die Männer meinten: „Der nimmt dich mit und verkauft dich auf einem Sklavenmarkt in Ägypten.“ Hallo? Wir haben 1989, Leute! Was für ein Blödsinn. Können Sie diesen euphorischen Moment beschreiben? Was wollten Sie in diesem Moment tun? Ich wollte auf die Spitze des Empire State Buildings steigen und zu den Menschen runterschreien: „Holt euch den Koran und lest ihn! Ihr habt keine Ahnung!

Ihr werdet alles wissen, was es auf der Welt zu wissen gibt, wenn ihr nur dieses Buch lest – ernsthaft!“ Wie hat Ihr Umfeld reagiert? Ihre Familie, enge Freunde? Die engen Freunde, die Sänger? „Ah, die ist ja verrückt.“ Also habe ich die Tür zugemacht, bin zu Hause geblieben und habe viel im Koran auf Englisch gelesen. Ich wusste, was ich tat, war richtig, aber ich hatte noch nicht das Vokabular oder das Hintergrundwissen, um es wirklich zu erklären. Ich wusste, es ist richtig, tief in meinem Innern. Was ich tue und woran ich glaube, ist richtig. Anfangs begann ich, mich dezenter zu kleiden, aber es war ein Prozess. Es ging Schritt für Schritt.

Ich stand ja noch auf der Bühne, in wunderschönen Konzertkleidern, mit gestylten Haaren und starkem Make-up. Auch daraus musste ich mich zurückziehen – ganz allmählich, damit ich nicht plötzlich ohne Einkommen dastand und gar nicht mehr weiter wusste. Aber ja, meine Familie war ein anderes Thema. Sie hatten nichts dagegen. Mein Vater war schon viele Jahre zuvor gestorben. Meine Mutter hatte nicht viel gegen den religiösen Wandel, aber sie war entsetzt, dass ich mich jetzt anders anzog. „Was werden die Leute sagen?“ „Was macht sie denn jetzt?“ „Sie ist Muslimin geworden und sie trägt jetzt Kopftuch.“ Na super! Und sie bekam auch Druck von ihren Freundinnen, von dem ich nichts mitbekam.

Aber sie kamen und beschwerten sich. Mein Bruder beschwerte sich sehr bei Mutter. Es war nicht einfach. Den meisten von uns geht es wohl so. Ich glaube, das ist eine Art Prüfung von Allah – wie ernst meinst du es damit eigentlich? Denn ab jetzt wird das Leben nicht einfacher. Haben Sie dann Ihre Musikkarriere aufgegeben? Nach und nach, ja. Ich habe zu einigen meiner Dirigenten gesagt: „Ich muss aufhören.“ Ich habe meine Jobs in der Kirche und in der Synagoge gekündigt. Ich wollte die Sache wirklich voll und ganz annehmen. Und weil ich so eine Art „Mensch der Botschaft“ bin, wollte ich allen mitteilen: Ich bin Muslimin. Ich wollte meinen Namen ändern.

Ich wollte mich wie eine Muslimin kleiden. Ich wollte über den Islam sprechen. Ich wollte meinen Namen ändern Also gut: Sprecht mich an! Wie waren die Reaktionen? Ganz unterschiedlich. Meine christlichen Freunde ärgerten sich, und als ich – dummerweise – versuchte, ihnen die Sure al-Ikhlas vorzulesen, wurden sie so wütend. Was?! Wie kannst du nur! Gott ist dreieinig, Jesus ist dies, und so weiter... Ich hätte es besser wissen müssen, denn sie waren sehr religiös, und ich hätte wissen müssen, dass ich nicht mit genau dieser Sure einsteigen konnte. Ich hätte… Aber das weiß man ja erst nicht. Man weiß nicht, wie man zum Islam einlädt. Man stürzt sich einfach ins Gespräch.

Was sagen Sie zu jemandem, der Sie fragt: „Warum haben Sie das Team von Jesus und das Christentum verlassen?“ Darauf gibt es eine recht einfache Antwort: Wir haben ihn nicht verlassen. Nicht im Geringsten. Im Gegenteil. Ich glaube, wir verstehen sogar besser, wer Jesus wirklich war. Jesus war ein Diener Gottes, genau wie Abraham und Moses. Jesus, der Prophet Muhammad (FSMI) und alle Propheten waren Diener Gottes. Sie haben sich Gott ergeben. Alles in der Bibel zeigt, wie Jesus sich Gott unterordnet. Er sagt: „Der Vater segnete mich mit diesen Wundern“, und so weiter. Aber er sagt nie: „Ich bin Gott. Betet mich an!“ Es gibt darüber keinen einzigen Vers, auch wenn viele Christen das behaupten.

„Ich sehe in der Bibel nach und zeige dir, dass es da steht.“ Er sagt nie: „Ich bin Gott. Betet mich an!“ Wenn das der zentrale Glaubenssatz des Christentums ist, warum wiederholt er ihn dann nicht wieder und wieder im Evangelium? Wir wissen: Allah ist einer, Allah ist einer, Allah ist einer. Immer wieder. Das ist im Koran das am häufigsten wiederholte Thema. Allah ist einer, Allah ist einer. Und Muhammad (FSMI) ist sein Gesandter. Dieses Glaubensbekenntnis sprechen wir nin allen unseren Gebeten. Es ist im Gebetsruf. Wieder und wieder. Das Glaubensbekenntnis des Islam. Unser zentrales Prinzip. Wenn ihr das nicht sagt, wie kann es dann euer Glaube sein? Als würde damit gespielt.

Sie sagen: „Das ist impliziert.“ Was antworten Sie einem Christen, der sagt: „Wenn ich bete, finde ich Spiritualität und spüre eine Verbindung zu Gott. Ich brauche nichts Neues, keine neue Religion.“? Dazu habe ich neulich online einen schönen Kommentar gelesen, der mir gefiel und der wahr ist: Die Juden haben eine sehr intellektuelle Verbindung zu ihrer Religion. Die Christen sind sehr emotional mit ihrer Religion verbunden. Der Islam ist beides. Der Islam spricht sowohl den Verstand als auch die Gefühle an. Er richtet sich an den Verstand: „Hört ihr nicht? Seht ihr nicht? Denkt ihr denn nicht nach?“ Iqra. Lies. Lerne. Bilde dich weiter. Er spricht den Verstand an, aber auch die Emotionen.

Und genau das ist das Gleichgewicht. Wir sprechen davon, dass wir eine ausgewogene Gemeinschaft sind. Das gefällt mir sehr am Islam: Er ist nicht extrem in der einen oder anderen Richtung, er ist ausgewogen. Hatten Sie irgendwelche interessanten Erlebnisse, als Sie in Synagogen- und Kirchenchören gesungen haben? In der Synagoge gab es sehr viel Musik, eine Menge Musik, vor allem an den hohen Feiertagen. Eines fand ich wirklich sehr interessant: Dass wir nie... Das die Nicht-Juden nie bleiben und die Predigt, die Khutbah, anhören durften. So etwas kennt man von christlichen Kirchen nicht. Da werden Gäste nie gebeten zu gehen, als dürften sie nicht hören, was die Christen sagen.

Und selbst bevor ich Muslimin war, frage ich mich immer: Was sagen die, das wir nicht hören dürfen? Warum wurden wir rausgeschickt, und man sagt uns: „Es ist Pause, gehen Sie eine Kaffee trinken“? Und ich sagte: „Ich möchte zuhören.“ Man sagte: „Nein, das geht nicht. Gehen Sie Pause machen.“ Das fand ich sehr seltsam, und es hat mich zum Nachdenken gebracht. Und jetzt, vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Israel und Palästina, macht man sich so seine Gedanken. Was hat Sie an der Sirah des Propheten am meisten beeindruckt? Sein Charakter. Wirklich der Charakter von Muhammad (FSMI).

Diese Menschen, über die ich im Koran lese, ihre Art, ihr Benehmen, die Güte und Großzügigkeit, diese Vergebungsbereitschaft, diese Barmherzigkeit, Das sind die Dinge, an die ich als Mensch immer glaubte. Nicht lästern, nicht verleumden. Jemand sagt etwas gegen dich – und du vergibst ihm einfach. Solche Dinge. Du bist versöhnlich. Diese Art von Charakter liebe ich sehr. Ich dachte: Nach diesen Menschen habe ich mein ganzes Leben gesucht. Wenn Sie einen Tag im Leben des Propheten (FSMI) miterleben könnten – welchen Tag würden Sie wählen? Da gibt es so viele… Darauf hätte ich mich vorbereiten sollen.

Eine Geschichte gefällt mir sehr gut: Als er die Offenbarung erhielt und völlig erschrocken zu seiner geliebten Frau lief – das ist so ein schönes Bild. Er rannte zu seiner Frau. „Bedecke mich, bedecke mich! Ich weiß nicht, was mir geschehen ist.“ Und sie war ihm einfach eine wunderbare Stütze, und ich sehe das Zimmer vor mir: Das Leuchten der Kerzen oder Öllampen und alles. Und er liegt zitternd unter der Decke, und sie tröstet ihn mit diesen wunderbaren Worten. Viele Menschen erkennen an, dass der Islam die wahre Religion ist, das wahre Glaubenssystem, aber sie zögern, den Schritt zu machen und Muslim zu werden. Sie wissen auch um die Schwächen des christlichen Glaubenssystems.

Was glauben Sie, warum ihnen dieser Schritt so schwer fällt? Das ist wohl ähnlich wie bei den frühen Gefährten des Propheten (FSMI). Es ist nicht einfach, zu seiner Familie zurückzukehren, die nichts vom Islam weiß, und ihn so sehr ablehnt. Und leider wird der Islam ja in den Medien, Filmen und so weiter völlig falsch porträtiert, schon so lange es Hollywood gibt, zum Beispiel. Es ist also nicht einfach. Ich habe oft gesagt, wenn jemand so tief im amerikanischen System verwurzelt ist und in Jesus und im Christentum, und dann wirklich die Wahrheit über den Islam versteht, würde das wahrscheinlich irgendwie seine Welt zerstören. Stellen Sie sich das vor!

Jemand, der so nah dran ist und denkt: „Ich lag mein Leben lang falsch. Mein Glaube war falsch. Ich habe mein Leben lang die falsche Person verehrt.“ Was würde so einem Menschen helfen? Ich glaube, als Erstes sollte man wohl einfach weiter den Koran lesen, in der eigenen Sprache. Und Dua zu Allah machen, dass Er einem das Herz stärkt, und die Menschen um einen herum rechtleitet. Auch über das Leben der Gefährten des Propheten (FSMI) zu lesen, und was sie durchmachten, finde ich sehr hilfreich. Oft sagt die Gemeinschaft, wie schon erwähnt: Heiraten, Hijab tragen, dies tun, fünfmal am Tag beten, im Ramadan fasten. Bumm bumm bumm.

Während es bei den frühen Muslimen alles ein schrittweiser Prozess war. Wir sollten es manchen Menschen leichter machen und sagen: Geht es langsam an. Versucht, die Gebete zu verrichten, und das, was ihr könnt. Die Grundpfeiler des Islam. Bewahrt den richtigen Glauben im Herzen. Bleibt dem Koran treu. Lest darin, sooft es geht. Der Koran wird euch Kraft geben. Er ist Heilung, er ist Maßstab, er ist Führung, Rechtleitung. Wie sonst wissen wir, was richtig ist und was falsch? Wie sonst wissen wir, was Wahrheit ist und was Lüge? Der Koran macht diese Dinge sehr deutlich. Aber auch, wenn man die Geschichte der Sahaba liest – sie hatten keinen leichten Weg. Ganz und gar nicht.

Was wir gerade durchmachen? Sie haben es auch durchgemacht. Und sie wurden die besten Menschen aller Zeiten. Wer in der westlichen Welt überlegt, Muslim zu werden, hat manchmal Ängste wie: Wenn ich Muslim werde, muss ich meinen Namen ändern. Ich muss meine ganze Kultur aufgeben. Ich muss jemand ganz anderes werden. Ist das wirklich eine berechtigte Sorge? Nein, das denke ich nicht. Wirklich nicht. Jeder hat seinen ganz eigenen Weg, und das sage ich, weil ich viele Konvertiten kenne. Auch wenn wir in der Sirah sehen, wie die Menschen die Religion des Propheten Muhammad (FSMI) annahmen – das war wirklich unkompliziert. Selbst der Alk***ol wurde erst im Lauf der Zeit verboten.

Es geschah nicht alles auf einmal. Die Frauen trugen nicht plötzlich Hijab. Die Menschen kannten nicht gleich die Umgangsformen und dergleichen. Das kam viel später in Medina. Wie viele Jahre verbrachten sie in Mekka, in denen sie nur die grundlegenden Suren lernten, wer Allah ist und so weiter?! Manche gebürtige Muslime kommen mir fast vor wie Konvertiten, weil sie ihre Umgebung verlassen, ihr Heimatland verlassen und nach Amerika kommen, und niemanden außer Allah haben. Dann wenden sie sich Allah zu, werden zu wirklich ernsthaften Muslimen, als würden sie das Glaubensbekenntnis wirklich und aufrichtig ablegen.

Es gibt vielleicht Frauen, die denken: Ich bin noch nicht bereit, den Hijab zu tragen. Und das hält sie davon ab, Muslimin zu werden. Was würden Sie solchen Frauen sagen? Es ist nicht leicht. Wirklich nicht leicht. Es ist nicht einfach, damit anzufangen, sich zu bedecken. Und die Menschen um einen herum machen es einem oft schwer. Aber ich denke, man sollte sich bemühen, weil Allah es wünscht und es ein Segen für das Leben ist. Ein Kommentar, den ich oft von Frauen höre: Sie fühlen sich damit sicherer. Sie fühlen sich geschützt, wenn sie ihn tragen. Das sagt viel über das aus, was wir spüren, von allen Seiten, von Männern, und was ich in New York sehr stark empfand. Es war sehr unangenehm.

Diese Tatsache, dass man mich rufen, mir hinterherpfeifen, mich ansprechen kann – gänzlich ungebeten. Ich zog den Hijab an, und es hörte auf. Alhamdulillah. Wenn Sie die Chance hätten, direkt zu allen Nicht-Muslimen der Welt zu sprechen, was würden Sie ihnen in ein paar Sätzen sagen? Wie ich sagte, als ich auf das Empire State Building steigen wollte: Nehmt einen Koran zur Hand und lest ihn! Er wird euch nicht beißen. Er bringt euch nicht vom Weg ab. Es gibt so viele wunderbare Geschichten, in denen Menschen den Ruf des Koran spürten, aber sie sagten: „Ich gehe ihm aus dem Weg.“ Viele Freunde sagen mir: „Ich lese dieses Buch nicht.

Ich lese das nicht.“ „Ich muss es lesen, um den Muslimen zu beweisen, dass sie falsch liegen.“ Und dann lesen sie es doch, und plötzlich... Und sie haben Angst. Sie haben tatsächlich Angst, ihn zu lesen. Und ich glaube, einige andere Religionen lehren das auch: „Geht in keine Moschee. Geht in keine Kirche. Betretet nicht den Raum einer anderen Religion.“ Es kann nicht schaden. Selbst wenn man kein Muslim wird. Im Koran steckt so viel wunderbare Führung. Ich finde es immer traurig, wenn ich Amerikaner höre, die ständig auf die Bibel verweisen, oder auf die Tora. Die Bibel, die Bibel, die Bibel. Können wir nicht auch mal den Koran erwähnen?

Da gibt es wunderschöne Verse zu dem, worüber Sie gerade sprechen, die so viel Sinn ergeben. Bringt mehr Islam in die Welt! Er tut niemandem weh. Wir wollen nicht die Welt einnehmen. Das ist nicht das Ziel. Aber es gibt so viele gute Dinge, die man aus dem Islam lernen kann. So viel Gutes. Schwester Noor Saadeh, herzlichen Dank, dass Sie Ihre Geschichte erzählt haben. Möge Allah Sie dafür belohnen. Möge Allah Sie in sein Paradies einlassen, inshallah. Möge Allah Sie belohnen. Und Sie auch. Danke, dass ich meine Geschichte erzählen durfte, und inshallah ist sie für andere eine Bereicherung.
