Von Buddha zu Allah: Die Reise eines chinesischen Buddhisten zum Islam
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Ich wurde in eine buddhistische Familie geboren. Dann stellte ich fest, dass das Christentum sehr offen wirkt. Man ist so frei, fast alles zu tun. Ich fing an zu Gott zu sprechen: Ich weiß nicht, wer nun der wahre Gott ist. Ich suche dich. Führe mich also. Als praktizierender Buddhist lebte ich im Tempel. Als praktizierender Christ diente ich der Kirche. Dann entschied ich mich, vier Jahre in der Moschee zu leben. Dann merkte ich, dass der Islam sehr praktisch und ausgewogen ist. So etwas hatte ich in keiner anderen Religion erlebt. Assalamu alaikum Sheikh Hussain Yee. Wa alaikum assalam wa rahmatullah wa barakatuh. Ich möchte meine Fragen damit beginnen, mit: Wer ist Sheikh Hussain Yee?
Können Sie uns kurz über Ihr Leben erzählen? Mein Name ist Muhammad Hussain Yee, seitdem ich Muslim wurde. Ich bin Chinese. Mein Leben begann, als ich in eine buddhistische Familie geboren wurde. Wenn man in einer solchen Familie geboren wird, wird die Erziehung darin bestehen, der Tradition zu folgen, die die Eltern vorleben. Ich mochte spirituelle Dinge, deshalb engagierte ich mich gerne im Tempel und half dort. Dann, Alhamdulillah, durch Allahs Willen, bin ich zum Christentum übergetreten. Nachdem ich Christ geworden bin, denn einige aus meiner Familie sind Christen, eine sehr gemischte Familie. Es gab Christen, Buddhisten, Taoisten und Freidenker.
Und dann Alhamdulillah, durch Allahs Willen, suchte ich nach etwas, das mir ein gutes Gefühl gab, etwas, an das ich wirklich glauben konnte – nicht nur durch Hörensagen, sondern etwas mit richtigen Beweisen. Dann Alhamdulillah, durch Allahs Willen, las ich 1968 die Lebensgeschichte von Umar ibn Khattab. Dann wurde ich Muslim. So begann dann mein Leben im Jahr 1968 als Muslim. Also zurück zu den Jahren, in denen Sie als Buddhist aufwuchsen – wie war Ihr Leben im Hinblick auf den Glauben? Woran haben Sie geglaubt? Als Buddhist glaubt man natürlich an die Lehre von Gautama Buddha – an ihre Werte, an das spirituelle Verständnis.
Das Wichtigste daran war, dass er jedem klarmachen wollte, dass das Leiden real ist. Glaubte er also an ein Jenseits? Hat er vom Jenseits gelehrt? Oder glaubte er an einen Gott? Ich persönlich glaube – nachdem ich Muslim war –, dass er es wusste. Deshalb hat er gebetet. Er machte auch Sujud (Niederwerfung). In seinem Gebet erkennt man den Wert. Und wenn du Sukha und Dukkha siehst, verstehst du, was Allah sagte: „Wa laqad ba‘athna fi kulli ummatin Rasula.“ Ich glaube, Allah sagte: „Wahrlich, wir haben jeder Nation einen Gesandten entsandt.“ Namen – im Koran kennt man 25 beim Namen – aber die meisten Namen werden im Koran nicht erwähnt.
Ich weiß es nicht, aber vielleicht war er einer von ihnen. Er hat nie verlangt, dass man ihn anbetet. Er sagte nie, es gäbe keinen Gott, doch er selbst hat sich niedergeworfen. Er war jemand, der immer mit dem Unsichtbaren kommunizierte. Wie seine Anhänger seine Lehre verstehen – Wallahu a‘lam. Es ist wie bei Moses und Jesus. Jesus sagte nie, er sei Gott oder der Sohn Gottes. Nun sagen seine Anhänger, er sei Gott. Er ist der Vater, der heilige Sohn – alles in einem. Das war nicht Jesus‘ Fehler, es war der Fehler der Menschen nach ihm, die eine neue Religion mit seinem Namen gründeten.
Ich persönlich finde, nachdem ich Muslim wurde, verstand ich besser, was Gautama Buddha eigentlich tat und wie er alle darin schulte, tazkiyatun nafs zu erreichen – kein Diener, kein Sklave der eigenen Begierden zu sein. Diese Welt ist nichts. Sie wurden also in einer buddhistischen Familie erzogen. Was brachte Sie dazu, den Glauben zu hinterfragen? Was war es, das Sie zweifeln ließ? Für mich war es so: Ich liebte schon als Kind alles Spirituelle. Wenn Leute über Teufel, Geister, Engel sprachen, wollte ich es, wenn möglich, erleben. Wenn jemand sagte: „Geh nicht auf den Friedhof, da gibt’s Geister“ – dann wollte ich hingehen und dort bleiben.
Ja, für ein paar Stunden – wenn möglich, eine Nacht dort zu schlafen. Wir versuchen also, immer neue Erfahrungen im Leben zu sammeln. Denn so etwas steht nicht in Büchern. Was dann passierte, war Folgendes: Ich sah, dass es so viele Dinge gibt, die in der Lehre verboten waren. Ob es wirklich von ihm stammt, weiß ich nicht, aber laut dem, was wir befolgten: Fleisch zu essen war verboten, kein Töten – Töten war strickt verboten. Man lebt also rein vegetarisch. Das heißt, man trennt sich von der Dunya. Als junger Mensch hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlte. Es war nicht im Gleichgewicht. Für mich war es nicht logisch nachvollziehbar.
Aber ich habe die guten Werte übernommen, wie man demütig wird, wie man seine tazkiyatun nafs reinigt. Nicht dem Verlangen zu folgen, sich nicht an die Dunya zu klammern. Nicht ans Heiraten zu denken, nicht an irgendwas – nur ein guter Mensch zu sein. Ich persönlich habe das Gefühl, es war nicht gut ausbalanciert. Deshalb begann ich, einige Zweifel zu haben. Ich begann, einen anderen Weg zu suchen. Ich habe persönlich erlebt, dass mir etwas im Leben fehlte. Ich fragte mich: Ist Religion wirklich so schwer? Oder sind das nur Zusätze, die von sogenannten Anhängern gemacht wurden? Vieles in der Lehre ist heute nicht mehr rein. Ich habe persönlich erlebt, dass mir etwas im Leben gefehlt hat.
Ich dachte, ich muss etwas verändern. So kam ich dann in Kontakt mit meiner älteren Schwester, die Christin ist. Sie ermutigte mich, mit ihr in die Kirche zu gehen, und ich tat es. Dann stellte ich fest, dass das Christentum sehr offen wirkt. Man hat das Gefühl, man ist frei und darf fast alles tun. Alles ist erlaubt. Natürlich gibt es in der echten Lehre auch viele wichtige Verbote, aber so, wie heute über das Christentum gesprochen wird, ist alles okay. Solange du Jesus liebst, und an ihn glaubst – ist er deine Erlösung Dann bist du gerettet. Das schien sehr interessant zu sein. Denn vorher gab es viele „Du darfst nicht“, jetzt gab es viele „Du darfst“.
Ich wollte ein überzeugter Mensch sein. Als ich Buddhist war, wollte ich ein überzeugter Buddhist sein. Wenn ich Christ war, wollte ich ein überzeugter Christ sein. Und warum? Wenn das die wahre Botschaft Gottes ist, dann wäre es nicht richtig, sie für mich zu behalten. Ich muss sie mit Freunden teilen. Und ich hatte viele muslimische Freunde. Also wollte ich mich mit ihnen über die Lehren Jesu austauschen. Später, als ich damit begann, meine Mission zu starten und zu sprechen, stellten sie mir Fragen, die mich überraschten. Auch sie glauben an Jesus. Muslime glauben an Jesus. Sie haben kein Problem, an Jesus zu glauben, aber das Einzige ist: Wir glauben anders an Jesus.
Wir glauben, er ist der Vater, der heilige Sohn – das Konzept der Dreifaltigkeit. Also hatte ich plötzlich das Gefühl, ich muss weiter forschen, um diese sogenannte wahre Religion besser zu verstehen. Al-Haqq. Es ist wichtig, die Wahrheit zu kennen. Nicht die halbe Wahrheit, die ganze Wahrheit. Wie begann Ihre Reise zum Islam und was hat Sie am meisten am Islam beeindruckt? Als ich dann meine Mission begann und meinen Freunden vom Christentum erzählte, stellten sie mir ein paar Fragen. Ich war überfordert. Ich ging zurück zum Pfarrer und bat ihn, mich aufzuklären über das Konzept der Dreifaltigkeit: der heilige Vater, der heilige Sohn, der Heilige Geist usw.
Sie konnten mich nicht überzeugen. Denn ich denke gern nach, ich stelle gern Fragen. Sie konnten es nicht erklären. Sie sagten nur: „Warte, bis der Heilige Geist zu dir kommt. Lass den Heiligen Geist es dir erklären.“ Das war ihre Antwort, und ich wartete geduldig. Also begann ich, Gott zu fragen: Ich weiß nicht, wer nun der wahre Gott ist. Ich suche dich. Führe mich, Gott. Was ich sagen konnte: Ich muss zu Gott beten – zu dem, der weiß, dass ich ihn suche. Ich benutze keinen Namen mehr. Ich sage: „Oh Gott, du weißt, dass ich dich suche.“ Und plötzlich wurde mein Verlangen, den Koran zu lesen, sehr stark. Ich wollte wissen, woran Muslime glauben. Aber niemand bot mir einen Koran an.
Mein innerer Drang, die Wahrheit zu finden, war sehr stark. Alhamdulillah, ich las das Buch über Sayyidina Umar ibn al-Khattab. Der zweite Kalif, der einst ein Feind des Islam war, ein Feind des Propheten FSMI, er wollte ihn FSMI töten. Aber durch den Koran wurde er erleuchtet. Und er wurde Muslim. Und nicht einfach ein Muslim nur dem Namen nach, sondern ein Gefährte des Propheten FSMI, und er wurde der zweite Kalif. Und zu seiner Zeit fielen die Römer und die Perser unter das islamische Reich. Historische Ereignisse sind geschehen. Das öffnete mein Herz. Diese Religion musste sehr kraftvoll sein, wenn sie einen solchen Mann verändern kann.
Ein Mann, der gegen den Islam und den Propheten FSMI war, ihn sogar töten wollte. Dann durch den Koran, durch seine besondere Führung, veränderte er sich vollkommen. Das war der Anfang meiner Reise zum Islam. Dann habe ich festgestellt, dass der Islam sehr praktisch und ausgewogen ist. Natürlich gibt es Gebote und auch Verbote, aber die Verbote sind minimal. Du betest, aber du musst auch hart arbeiten. Du kannst eine Familie haben, du kannst Mu'amalat (Geschäfte) machen, Munakahat (Heirat) – alles ist ausgewogen geregelt. Und je mehr ich lernte, desto mehr erkannte ich die Vollkommenheit des Islam. Er erklärt dir alles von A bis Z, alles ist geregelt – ein ganzes System.
Du musst dir deinen eigenen Weg nicht mehr ausdenken. Du musst ihn nur befolgen. Wie man isst, wie man trinkt, sich kleidet, wie man spricht, arbeitet – alles ist so detailliert beschrieben. Allahu Akbar wa lillahil hamd. Das habe ich in keiner anderen Religion erlebt. Andere Religionen sagen dies oder das, aber ohne Beweise, ohne Details. Im Islam geht es nicht um Hörensagen, nicht nur um das, was Allah sagte. Der Prophet FSMI wurde gesandt, um es dir zu zeigen. Was hat Sie letztlich überzeugt, dass der Islam zu 100 % die Wahrheit ist? Weil ich mich tiefer damit befasst habe, und nach und nach habe ich dazugelernt. Ich fing an, mehr zu verstehen.
Dann reiste ich nach Madinah, sammelte Wissen, und wir lasen den Koran. Alhamdulillah, ich stellte fest: Das ist das einzige Buch Gottes, das nie verändert, verfälscht oder korrumpiert wurde. Ja, kein einziger Vers darf geändert werden. Kein Fehler. Masha’Allah. Das ist ein wahres Wunder. Ich bin so stolz, an ein Buch zu glauben, das 100 % rein ist. Seit seiner Offenbarung bis heute: unverändert, unberührt. Und egal, wohin ich innerhalb dieser Welt verreise – überall ist der Koran derselbe. Und wenn Muslime beten – es ist eine Sprache. Der ausgerufene Gebetsruf – eine Sprache. Die angewandten Gebete – eine Sprache. Allahu Akbar wa lillahil hamd.
Als ich das verstand, wusste ich: Ich glaube daran, zu Allah zu beten. Ich bete nicht zu Allah, ich bete zu Gott, führe mich. Und als es so stark in mein Leben trat, sagte ich: „Ich bin bereit.“ Weißt du, Bruder Ahmed – Muslim zu werden ist gar nicht so einfach. Ich dachte, es wäre einfach. Ich gehe persönlich zum Imam und sage: „Ich will Muslim werden. Könnten Sie mir bitte helfen?“ Manchmal war ich überrascht, wenn ich muslimische Freunde traf, und sagte: „Ich bin jetzt Muslim.“ Sie fragten: „Wann? Wann? Und warum gerade der Islam?“ Es schien, als wären sie nicht überrascht, dass ich Muslim wurde, sondern eher überrascht: „Warum willst du den Islam?“ Das hat mich sehr traurig gemacht.
Aber ich mache niemandem einen Vorwurf – auf meinem Weg vom Buddhismus und Christentum habe ich gesehen: Viele folgen nur blind. Sie folgen ohne echtes Wissen. Sie sagen: „Ich bin Buddhist, ich bin Christ“, aber sie lesen das Buch nicht mal. Wie viele Christen lesen die Bibel? Wie viele Buddhisten lesen den Dharma? Sehr wenige. Man kann sie zählen. Aber alle Muslime lesen den Koran. Millionen Muslime lernen ihn auswendig. Können Sie sich das vorstellen? Dieses Wunder ist unglaublich. Das alles hat meinen Glauben an Allah nur stärker gemacht, und mein Vertrauen in Koran und Islam wächst immer weiter. Es vergeht nicht.
Auch wenn ich hierbei viele Herausforderungen habe, hat mein Glaube an den Islam nie darunter gelitten. Ich ging also zur Moschee und traf den Imam, erzählte ihm von meiner Absicht, und direkt nach der Schahada sagte ich: Alhamdulillah, jetzt bin ich Muslim. Aber ich wusste nicht, wo ich jetzt wohnen sollte. Ich war schon als Jugendlicher sehr unabhängig. Ich bin ein sehr unabhängiger Mensch. Ich fragte, ob ich in der Moschee bleiben dürfe. Denn ich wollte niemandem zur Last fallen. Ich zog es so vor, weil ich schon als junger Buddhist im Tempel lebte – im buddhistischen Tempel. Und als Christ diente ich in der Kirche. Ich mag solche Orte – Häuser der Andacht.
Man stört dort niemanden, und nur gute Menschen kommen an solche Orte. So denke ich jedenfalls. Nur praktizierende Muslime gehen in die Moschee. Nur praktizierende Christen gehen in die Kirche. Nur praktizierende Buddhisten gehen in den Tempel. Die anderen – die gehen nicht hin. Darum entschied ich mich, vier Jahre in der Moschee zu leben. Ja, aber in verschiedenen Moscheen, ich machte Hidschra. Eine Woche hier, zwei Wochen dort, ein paar Monate anderswo. Je nach der Gegend – wenn es angenehm war, mir ein gutes Gefühl gab, blieb ich länger dort. Vier Jahre lebte ich in der Moschee. Alhamdulillah.
Es war die richtige Entscheidung, denn es ist der beste Ort und der schnellste Weg zu lernen, denn wer kommt zur Moschee? Nur Praktizierende. Ich konnte sie fragen, immer wieder fragen und lernen. Wie hat Ihre Familie reagiert, als Sie Muslim wurden? Ihre Familie – Mutter oder Vater? Ähm, ja – meine Mutter war etwas geschockt, denn ich bin der jüngste Sohn. Ich hatte Angst, sie wären verletzt oder würden mich sogar verfolgen und mich entweder verprügeln oder zu etwas zwingen wollen. Davor hatte ich Angst. Aber Allah ist groß. Als ich dann Muslim wurde, bin ich nicht nach Hause zurückgekehrt. Ich habe es meinen Eltern nichts gesagt. Meine Mutter lebte noch, auch meine Großmutter.
Ich habe mich einfach zurückgezogen, damit sie nicht wissen, wo ich bin, damit sie mich nicht stören. Dann sagte mein Lehrer – ein guter Lehrer: „Du musst zurückgehen, sie besuchen, mit ihnen reden.“ Als ich zu Hause ankam, war meine Mutter natürlich verletzt. Am Anfang hatte sie große Angst, sie könnte ihren Sohn verlieren. Aber ich hatte, Alhamdulillah, schon ein wenig gelernt und sagte: „Mama, ich bin dein Sohn. Ich bin Chinese.“ Sie ging einfach in ihr Zimmer und schloss sich ein. Ich sprach mit meiner Großmutter und meinen Geschwistern – sie waren sehr offen. Allahu Akbar. Sie waren froh und fragten mich, wie, wann ich Muslim wurde, was nun passiere. Wie es mir nun gehe.
Sie waren sehr offen. Das gab mir ein Gefühl von Sicherheit. Später besuchte ich mein Zuhause öfter, und das gab ihnen ein gutes Gefühl. Sie machten sich keine Sorgen, wo ich lebte. Ich sagte ihnen: „Ich wohne in einem guten, großen Haus.“ Ich sagte nicht, dass ich in der Moschee wohne. Und später, als sich unsere Beziehung entwickelte, wurden wir immer enger, und sie sahen, wie ich mich verändert hatte, und sie waren stolz. Dann fühlten sie sich wohler, weil ich jetzt wieder nach Hause kam. Ich lebte nicht bei ihnen, besuchte sie aber. Ich verbrachte Zeit mit ihnen, sprach mit ihnen, brachte ihnen Obst mit, ich brachte – alles Halal – mit nach Hause. So spürten sie keinen Unterschied.
Man weiß ja, wie wir uns entwickeln, und wenn wir den schönen Wert des Islam zeigen, glaube ich, wird jeder den Islam lieben. Die Hidayah kommt natürlich von Allah. Ist jemand aus Ihrer Familie oder Ihrem Umfeld nach Ihnen Muslim geworden? Alhamdulillah. Mein Bruder – mein älterer Bruder – wurde Muslim, bevor er starb. Wir verrichteten das Totengebet in unserem Zentrum. Meine Mutter – sie wurde Muslimin. Alhamdulillah. Viele Menschen im Westen, auch in der Türkei und in der ganzen Welt, versuchen Trost in der Meditation und im Buddhismus zu finden. Kann der Buddhismus der menschlichen Seele wirklich Trost spenden? Und was ist der Unterschied zwischen Meditation und dem Salah?
Viele Menschen vergleichen das ja. Wenn man sich alles ansieht, stellt man fest, dass der Islam vollkommener, ausgewogener ist. Es geht nicht darum, nur zu sitzen, zu meditieren und nichts zu tun. Wir glauben: „Kulli harakah barakah.“ Bewegung bringt immer Segen. Deshalb ist das Gebet im Islam so wunderschön. Es ist vollkommen, denn unser Gebet haben wir uns nicht selbst ausgedacht. Alles, was wir im Gebet rezitieren, ist nicht von dir, von mir oder irgendwem. Nein, es wurde vom Propheten FSMI gelehrt, und dem Propheten FSMI wurde es von Allah gelehrt. Eine ganz besondere Art der Kommunikation. Man hat Rukuʿ (Verbeugung), man hat Sujud (Niederwerfung).
Natürlich, wenn man zum Dharma im Buddhismus zurückgeht, oder zur besonderen Lehre von Moses und Jesus, auch dort gab es Rukuʿ (Verbeugung) und Sujud (Niederwerfung). „War kaʿū maʿa r-rākiʿīn“ und so weiter. Aber später folgten die Menschen dem nicht mehr. Menschen fingen an, es zu verändern. Die ganzen späteren Generationen vergaßen die eigentliche Lehre, sie hatten nichts mehr, worauf sie sich stützen konnten. Das ursprüngliche Buch, auf das sie sich beziehen konnten, existiert nicht mehr. Gleiches gilt für den Dharma, gleiches gilt für… alles wurde irgendwann übersetzt und geriet außer Kontrolle. Die alte Torah gibt es nicht mehr, sie wurde durch den Talmud ersetzt.
Und auch die Bibel – alles ist aus dem Ruder gelaufen. Außer – Alhamdulillah – das Wunder des Koran blieb unverändert, unberührt, im Original bis heute. Allahu Akbar. Wenn Menschen meditieren, versuchen sie dann, an nichts zu denken? Und denken Sie, dass das möglich ist und der Seele wirklich hilft? Meditation ist eine Methode, um zu lernen, wie man mit all diesen negativen Kräften umgeht. Ich betrachte Meditation als Reinigung der Seele. Man reflektiert, denkt über alles Negative nach, das man in sich trägt, und versucht, es zu reinigen. Alles, was negativ ist, sollte man mit etwas Positivem ausgleichen. Man muss reflektieren – viel Selbstreflexion.
Wenn man sich nicht mit dem Negativen auseinandersetzt, bringt es nichts. Man muss sich bewusst machen: Alles, was passiert, hat einen Grund. Deshalb gibt es das Konzept von Karma. Wir nennen es Qada und Qadr (göttlicher Wille und Vorherbestimmung). Alles, was geschieht – hinter jedem Problem steckt Glück. Hinter allem Negativen, das uns alltäglich begegnet, steckt deshalb eine Lehre. Man sollte immer positiv denken. Allah macht nichts ohne einen tieferen Grund. Für uns Muslime ist der Islam vollkommen – klar, rein und für viele leicht zu verstehen. Meditation war also somit früher ein Weg.
Aber wenn man den Islam betrachtet – Allahu Akbar – allein schon bevor man betet: Man beginnt damit, sich gründlich zu reinigen. Man reinigt seinen gesamten Körper. Man macht Wudu (rituelle Waschung). So perfekt ist der Islam. Was lernt man daraus, wenn man seine Hände, seinen Mund, seine Nase, sein Gesicht wäscht? Denn dies ist der Dunya (Welt) preisgegeben. Und alles um uns herum ist so korrupt. Deshalb sage ich meinen Schülern und allen: Verpasst nicht das Gebet! Bleibt mit Allah verbunden: „Gedenkt Meiner, so gedenke Ich euer.“ Allah ist immer für dich da. Ganz gleich, wie schlimm oder traurig deine Lage ist – vernachlässige das Gebet nicht.
Was hat Sie am meisten am Propheten Muhammad FSMI beeindruckt? Sallallahu alayhi wa sallam. Es gibt nichts Vergleichbares. Er wurde als Barmherzigkeit für uns alle gesandt. Er hat so viel Zeit darauf verwendet, uns den Weg zu Allah zu zeigen. Und er ist dieser Weg. Ignoriert also niemals die Sunnah des Propheten FSMI. Ich möchte alle muslimischen Brüder und Schwestern, wo immer sie auch sind, auffordern, legt den Propheten FSMI nicht beiseite. Du sagst, du glaubst an Allah, doch Allah stellte eine Bedingung: „Qul in kuntum tuhibbūn Allāh, fattabiʿūnī yuḥbibkum Allāh.“ Du musst seinem Gesandten folgen. Sei also bitte demütig. Was Allah sagte, was der Prophet FSMI sagte – folge einfach.
Du wirst nie falsch liegen. Als Chinese können Sie traurig sein, dass Ihr Volk, über eine Milliarde Menschen, mehrheitlich heute Atheisten sind. Wie, meinen Sie, erreichen wir ihre Herzen? Wie, glauben Sie, bringen wir ihnen den Islam näher? Was wäre Ihrer Meinung nach der Weg? Deshalb arbeite ich sehr hart daran. Ich spreche viel mit ihnen darüber. Deshalb trete ich immer mit ihnen in Kontakt. Ich bin sehr offen, und ich spüre, auch Sie sind sehr offen, Bruder Ahmed. Wenn ich mit meinen Leuten rede, die Atheisten sind, ohne Glauben an Gott, sage ich: „Liebe Brüder, Schwestern, wisst ihr? Erstens, wenn ihr sagt: ‚Ich glaube an keinen Gott,‘ seid ihr schon halb im Islam.
Denn um Muslim zu werden, muss man sagen: ‚Lā ilāha.‘ ‚Es gibt keinen Gott.‘ Man muss nur fortfahren mit ‚illAllāh‘ – ganz leicht. Ihr habt das ‚Lā ilāha‘ ja schon. Wenn ihr weitermacht – Alhamdulillāh! Ich erkläre es ihnen so, und zeige: Der Islam ist da, ist schön, ist einfach, ist leicht. Allah hat Religion nie schwer gemacht. Bis heute, wo auch immer ich reise, treffe ich mein Volk, und ich spreche immer mit ihnen. Und Alhamdulillah, einige werden positiv und lernen nun. Ich gebe ihnen den Koran. Ich sage: „Lies, lies die Bedeutung.“ Nach zwei Jahren kamen sie dann zu mir und sagten: „Danke, Sheikh, ich habe den ganzen Koran gelesen.“ Und sie fanden ihn erstaunlich.
Sie sind sehr positiv. Natürlich kommt Hidayah von Allah. Wir sind traurig, aber verlieren nie die Hoffnung. Betet weiter und tut euer Bestes. Die beste Form von Da’wah, Bruder Ahmed, ist ein gutes Beispiel zu geben. Taten sagen mehr als Worte. Wenn Sie allen Nicht-Muslimen etwas sagen könnten, was würden Sie ihnen sagen, wenn Sie nur kurz Zeit hätten? Ich erinnere immer daran: Ein großer Unterschied besteht zwischen Muslim und Islam. Islam ist die Lehre, Muslime sind die Menschen. Ich bin stolz, Muslim zu sein, weil ich dem Islam folge. Nicht der Islam folgt mir. Bitte versteht den Unterschied zwischen Islam und Muslim. Und Islam gehört nicht einer Rasse allein. Er gehört uns allen.
Darum: I-S-L-A-M. Ich sage im Englischen: „I Shall Love All Mankind.“ Wenn du es nicht verstehst – bitte frage und lerne. Aber lerne von den richtigen Quellen. Und sei nicht ungerecht zu guten Menschen. Wir sind bereit, keine Sorge. Ja, wir sind nicht hier, um zu richten. Denn jeder hat die Chance, die Wahrheit zu finden, rechtschaffen zu sein und ein praktizierender Muslim zu werden. Denn der Islam gehört uns allen. Jazakallāhu khayran Sheikh Hussain Yee. Vielen Dank, dass Sie bei uns waren. Wir fühlen uns geehrt, Sie hier zu haben. Möge Allah Sie belohnen und beschützen. Ameen, Bruder Ahmed.
Können Sie uns kurz über Ihr Leben erzählen? Mein Name ist Muhammad Hussain Yee, seitdem ich Muslim wurde. Ich bin Chinese. Mein Leben begann, als ich in eine buddhistische Familie geboren wurde. Wenn man in einer solchen Familie geboren wird, wird die Erziehung darin bestehen, der Tradition zu folgen, die die Eltern vorleben. Ich mochte spirituelle Dinge, deshalb engagierte ich mich gerne im Tempel und half dort. Dann, Alhamdulillah, durch Allahs Willen, bin ich zum Christentum übergetreten. Nachdem ich Christ geworden bin, denn einige aus meiner Familie sind Christen, eine sehr gemischte Familie. Es gab Christen, Buddhisten, Taoisten und Freidenker.
Und dann Alhamdulillah, durch Allahs Willen, suchte ich nach etwas, das mir ein gutes Gefühl gab, etwas, an das ich wirklich glauben konnte – nicht nur durch Hörensagen, sondern etwas mit richtigen Beweisen. Dann Alhamdulillah, durch Allahs Willen, las ich 1968 die Lebensgeschichte von Umar ibn Khattab. Dann wurde ich Muslim. So begann dann mein Leben im Jahr 1968 als Muslim. Also zurück zu den Jahren, in denen Sie als Buddhist aufwuchsen – wie war Ihr Leben im Hinblick auf den Glauben? Woran haben Sie geglaubt? Als Buddhist glaubt man natürlich an die Lehre von Gautama Buddha – an ihre Werte, an das spirituelle Verständnis.
Das Wichtigste daran war, dass er jedem klarmachen wollte, dass das Leiden real ist. Glaubte er also an ein Jenseits? Hat er vom Jenseits gelehrt? Oder glaubte er an einen Gott? Ich persönlich glaube – nachdem ich Muslim war –, dass er es wusste. Deshalb hat er gebetet. Er machte auch Sujud (Niederwerfung). In seinem Gebet erkennt man den Wert. Und wenn du Sukha und Dukkha siehst, verstehst du, was Allah sagte: „Wa laqad ba‘athna fi kulli ummatin Rasula.“ Ich glaube, Allah sagte: „Wahrlich, wir haben jeder Nation einen Gesandten entsandt.“ Namen – im Koran kennt man 25 beim Namen – aber die meisten Namen werden im Koran nicht erwähnt.
Ich weiß es nicht, aber vielleicht war er einer von ihnen. Er hat nie verlangt, dass man ihn anbetet. Er sagte nie, es gäbe keinen Gott, doch er selbst hat sich niedergeworfen. Er war jemand, der immer mit dem Unsichtbaren kommunizierte. Wie seine Anhänger seine Lehre verstehen – Wallahu a‘lam. Es ist wie bei Moses und Jesus. Jesus sagte nie, er sei Gott oder der Sohn Gottes. Nun sagen seine Anhänger, er sei Gott. Er ist der Vater, der heilige Sohn – alles in einem. Das war nicht Jesus‘ Fehler, es war der Fehler der Menschen nach ihm, die eine neue Religion mit seinem Namen gründeten.
Ich persönlich finde, nachdem ich Muslim wurde, verstand ich besser, was Gautama Buddha eigentlich tat und wie er alle darin schulte, tazkiyatun nafs zu erreichen – kein Diener, kein Sklave der eigenen Begierden zu sein. Diese Welt ist nichts. Sie wurden also in einer buddhistischen Familie erzogen. Was brachte Sie dazu, den Glauben zu hinterfragen? Was war es, das Sie zweifeln ließ? Für mich war es so: Ich liebte schon als Kind alles Spirituelle. Wenn Leute über Teufel, Geister, Engel sprachen, wollte ich es, wenn möglich, erleben. Wenn jemand sagte: „Geh nicht auf den Friedhof, da gibt’s Geister“ – dann wollte ich hingehen und dort bleiben.
Ja, für ein paar Stunden – wenn möglich, eine Nacht dort zu schlafen. Wir versuchen also, immer neue Erfahrungen im Leben zu sammeln. Denn so etwas steht nicht in Büchern. Was dann passierte, war Folgendes: Ich sah, dass es so viele Dinge gibt, die in der Lehre verboten waren. Ob es wirklich von ihm stammt, weiß ich nicht, aber laut dem, was wir befolgten: Fleisch zu essen war verboten, kein Töten – Töten war strickt verboten. Man lebt also rein vegetarisch. Das heißt, man trennt sich von der Dunya. Als junger Mensch hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlte. Es war nicht im Gleichgewicht. Für mich war es nicht logisch nachvollziehbar.
Aber ich habe die guten Werte übernommen, wie man demütig wird, wie man seine tazkiyatun nafs reinigt. Nicht dem Verlangen zu folgen, sich nicht an die Dunya zu klammern. Nicht ans Heiraten zu denken, nicht an irgendwas – nur ein guter Mensch zu sein. Ich persönlich habe das Gefühl, es war nicht gut ausbalanciert. Deshalb begann ich, einige Zweifel zu haben. Ich begann, einen anderen Weg zu suchen. Ich habe persönlich erlebt, dass mir etwas im Leben fehlte. Ich fragte mich: Ist Religion wirklich so schwer? Oder sind das nur Zusätze, die von sogenannten Anhängern gemacht wurden? Vieles in der Lehre ist heute nicht mehr rein. Ich habe persönlich erlebt, dass mir etwas im Leben gefehlt hat.
Ich dachte, ich muss etwas verändern. So kam ich dann in Kontakt mit meiner älteren Schwester, die Christin ist. Sie ermutigte mich, mit ihr in die Kirche zu gehen, und ich tat es. Dann stellte ich fest, dass das Christentum sehr offen wirkt. Man hat das Gefühl, man ist frei und darf fast alles tun. Alles ist erlaubt. Natürlich gibt es in der echten Lehre auch viele wichtige Verbote, aber so, wie heute über das Christentum gesprochen wird, ist alles okay. Solange du Jesus liebst, und an ihn glaubst – ist er deine Erlösung Dann bist du gerettet. Das schien sehr interessant zu sein. Denn vorher gab es viele „Du darfst nicht“, jetzt gab es viele „Du darfst“.
Ich wollte ein überzeugter Mensch sein. Als ich Buddhist war, wollte ich ein überzeugter Buddhist sein. Wenn ich Christ war, wollte ich ein überzeugter Christ sein. Und warum? Wenn das die wahre Botschaft Gottes ist, dann wäre es nicht richtig, sie für mich zu behalten. Ich muss sie mit Freunden teilen. Und ich hatte viele muslimische Freunde. Also wollte ich mich mit ihnen über die Lehren Jesu austauschen. Später, als ich damit begann, meine Mission zu starten und zu sprechen, stellten sie mir Fragen, die mich überraschten. Auch sie glauben an Jesus. Muslime glauben an Jesus. Sie haben kein Problem, an Jesus zu glauben, aber das Einzige ist: Wir glauben anders an Jesus.
Wir glauben, er ist der Vater, der heilige Sohn – das Konzept der Dreifaltigkeit. Also hatte ich plötzlich das Gefühl, ich muss weiter forschen, um diese sogenannte wahre Religion besser zu verstehen. Al-Haqq. Es ist wichtig, die Wahrheit zu kennen. Nicht die halbe Wahrheit, die ganze Wahrheit. Wie begann Ihre Reise zum Islam und was hat Sie am meisten am Islam beeindruckt? Als ich dann meine Mission begann und meinen Freunden vom Christentum erzählte, stellten sie mir ein paar Fragen. Ich war überfordert. Ich ging zurück zum Pfarrer und bat ihn, mich aufzuklären über das Konzept der Dreifaltigkeit: der heilige Vater, der heilige Sohn, der Heilige Geist usw.
Sie konnten mich nicht überzeugen. Denn ich denke gern nach, ich stelle gern Fragen. Sie konnten es nicht erklären. Sie sagten nur: „Warte, bis der Heilige Geist zu dir kommt. Lass den Heiligen Geist es dir erklären.“ Das war ihre Antwort, und ich wartete geduldig. Also begann ich, Gott zu fragen: Ich weiß nicht, wer nun der wahre Gott ist. Ich suche dich. Führe mich, Gott. Was ich sagen konnte: Ich muss zu Gott beten – zu dem, der weiß, dass ich ihn suche. Ich benutze keinen Namen mehr. Ich sage: „Oh Gott, du weißt, dass ich dich suche.“ Und plötzlich wurde mein Verlangen, den Koran zu lesen, sehr stark. Ich wollte wissen, woran Muslime glauben. Aber niemand bot mir einen Koran an.
Mein innerer Drang, die Wahrheit zu finden, war sehr stark. Alhamdulillah, ich las das Buch über Sayyidina Umar ibn al-Khattab. Der zweite Kalif, der einst ein Feind des Islam war, ein Feind des Propheten FSMI, er wollte ihn FSMI töten. Aber durch den Koran wurde er erleuchtet. Und er wurde Muslim. Und nicht einfach ein Muslim nur dem Namen nach, sondern ein Gefährte des Propheten FSMI, und er wurde der zweite Kalif. Und zu seiner Zeit fielen die Römer und die Perser unter das islamische Reich. Historische Ereignisse sind geschehen. Das öffnete mein Herz. Diese Religion musste sehr kraftvoll sein, wenn sie einen solchen Mann verändern kann.
Ein Mann, der gegen den Islam und den Propheten FSMI war, ihn sogar töten wollte. Dann durch den Koran, durch seine besondere Führung, veränderte er sich vollkommen. Das war der Anfang meiner Reise zum Islam. Dann habe ich festgestellt, dass der Islam sehr praktisch und ausgewogen ist. Natürlich gibt es Gebote und auch Verbote, aber die Verbote sind minimal. Du betest, aber du musst auch hart arbeiten. Du kannst eine Familie haben, du kannst Mu'amalat (Geschäfte) machen, Munakahat (Heirat) – alles ist ausgewogen geregelt. Und je mehr ich lernte, desto mehr erkannte ich die Vollkommenheit des Islam. Er erklärt dir alles von A bis Z, alles ist geregelt – ein ganzes System.
Du musst dir deinen eigenen Weg nicht mehr ausdenken. Du musst ihn nur befolgen. Wie man isst, wie man trinkt, sich kleidet, wie man spricht, arbeitet – alles ist so detailliert beschrieben. Allahu Akbar wa lillahil hamd. Das habe ich in keiner anderen Religion erlebt. Andere Religionen sagen dies oder das, aber ohne Beweise, ohne Details. Im Islam geht es nicht um Hörensagen, nicht nur um das, was Allah sagte. Der Prophet FSMI wurde gesandt, um es dir zu zeigen. Was hat Sie letztlich überzeugt, dass der Islam zu 100 % die Wahrheit ist? Weil ich mich tiefer damit befasst habe, und nach und nach habe ich dazugelernt. Ich fing an, mehr zu verstehen.
Dann reiste ich nach Madinah, sammelte Wissen, und wir lasen den Koran. Alhamdulillah, ich stellte fest: Das ist das einzige Buch Gottes, das nie verändert, verfälscht oder korrumpiert wurde. Ja, kein einziger Vers darf geändert werden. Kein Fehler. Masha’Allah. Das ist ein wahres Wunder. Ich bin so stolz, an ein Buch zu glauben, das 100 % rein ist. Seit seiner Offenbarung bis heute: unverändert, unberührt. Und egal, wohin ich innerhalb dieser Welt verreise – überall ist der Koran derselbe. Und wenn Muslime beten – es ist eine Sprache. Der ausgerufene Gebetsruf – eine Sprache. Die angewandten Gebete – eine Sprache. Allahu Akbar wa lillahil hamd.
Als ich das verstand, wusste ich: Ich glaube daran, zu Allah zu beten. Ich bete nicht zu Allah, ich bete zu Gott, führe mich. Und als es so stark in mein Leben trat, sagte ich: „Ich bin bereit.“ Weißt du, Bruder Ahmed – Muslim zu werden ist gar nicht so einfach. Ich dachte, es wäre einfach. Ich gehe persönlich zum Imam und sage: „Ich will Muslim werden. Könnten Sie mir bitte helfen?“ Manchmal war ich überrascht, wenn ich muslimische Freunde traf, und sagte: „Ich bin jetzt Muslim.“ Sie fragten: „Wann? Wann? Und warum gerade der Islam?“ Es schien, als wären sie nicht überrascht, dass ich Muslim wurde, sondern eher überrascht: „Warum willst du den Islam?“ Das hat mich sehr traurig gemacht.
Aber ich mache niemandem einen Vorwurf – auf meinem Weg vom Buddhismus und Christentum habe ich gesehen: Viele folgen nur blind. Sie folgen ohne echtes Wissen. Sie sagen: „Ich bin Buddhist, ich bin Christ“, aber sie lesen das Buch nicht mal. Wie viele Christen lesen die Bibel? Wie viele Buddhisten lesen den Dharma? Sehr wenige. Man kann sie zählen. Aber alle Muslime lesen den Koran. Millionen Muslime lernen ihn auswendig. Können Sie sich das vorstellen? Dieses Wunder ist unglaublich. Das alles hat meinen Glauben an Allah nur stärker gemacht, und mein Vertrauen in Koran und Islam wächst immer weiter. Es vergeht nicht.
Auch wenn ich hierbei viele Herausforderungen habe, hat mein Glaube an den Islam nie darunter gelitten. Ich ging also zur Moschee und traf den Imam, erzählte ihm von meiner Absicht, und direkt nach der Schahada sagte ich: Alhamdulillah, jetzt bin ich Muslim. Aber ich wusste nicht, wo ich jetzt wohnen sollte. Ich war schon als Jugendlicher sehr unabhängig. Ich bin ein sehr unabhängiger Mensch. Ich fragte, ob ich in der Moschee bleiben dürfe. Denn ich wollte niemandem zur Last fallen. Ich zog es so vor, weil ich schon als junger Buddhist im Tempel lebte – im buddhistischen Tempel. Und als Christ diente ich in der Kirche. Ich mag solche Orte – Häuser der Andacht.
Man stört dort niemanden, und nur gute Menschen kommen an solche Orte. So denke ich jedenfalls. Nur praktizierende Muslime gehen in die Moschee. Nur praktizierende Christen gehen in die Kirche. Nur praktizierende Buddhisten gehen in den Tempel. Die anderen – die gehen nicht hin. Darum entschied ich mich, vier Jahre in der Moschee zu leben. Ja, aber in verschiedenen Moscheen, ich machte Hidschra. Eine Woche hier, zwei Wochen dort, ein paar Monate anderswo. Je nach der Gegend – wenn es angenehm war, mir ein gutes Gefühl gab, blieb ich länger dort. Vier Jahre lebte ich in der Moschee. Alhamdulillah.
Es war die richtige Entscheidung, denn es ist der beste Ort und der schnellste Weg zu lernen, denn wer kommt zur Moschee? Nur Praktizierende. Ich konnte sie fragen, immer wieder fragen und lernen. Wie hat Ihre Familie reagiert, als Sie Muslim wurden? Ihre Familie – Mutter oder Vater? Ähm, ja – meine Mutter war etwas geschockt, denn ich bin der jüngste Sohn. Ich hatte Angst, sie wären verletzt oder würden mich sogar verfolgen und mich entweder verprügeln oder zu etwas zwingen wollen. Davor hatte ich Angst. Aber Allah ist groß. Als ich dann Muslim wurde, bin ich nicht nach Hause zurückgekehrt. Ich habe es meinen Eltern nichts gesagt. Meine Mutter lebte noch, auch meine Großmutter.
Ich habe mich einfach zurückgezogen, damit sie nicht wissen, wo ich bin, damit sie mich nicht stören. Dann sagte mein Lehrer – ein guter Lehrer: „Du musst zurückgehen, sie besuchen, mit ihnen reden.“ Als ich zu Hause ankam, war meine Mutter natürlich verletzt. Am Anfang hatte sie große Angst, sie könnte ihren Sohn verlieren. Aber ich hatte, Alhamdulillah, schon ein wenig gelernt und sagte: „Mama, ich bin dein Sohn. Ich bin Chinese.“ Sie ging einfach in ihr Zimmer und schloss sich ein. Ich sprach mit meiner Großmutter und meinen Geschwistern – sie waren sehr offen. Allahu Akbar. Sie waren froh und fragten mich, wie, wann ich Muslim wurde, was nun passiere. Wie es mir nun gehe.
Sie waren sehr offen. Das gab mir ein Gefühl von Sicherheit. Später besuchte ich mein Zuhause öfter, und das gab ihnen ein gutes Gefühl. Sie machten sich keine Sorgen, wo ich lebte. Ich sagte ihnen: „Ich wohne in einem guten, großen Haus.“ Ich sagte nicht, dass ich in der Moschee wohne. Und später, als sich unsere Beziehung entwickelte, wurden wir immer enger, und sie sahen, wie ich mich verändert hatte, und sie waren stolz. Dann fühlten sie sich wohler, weil ich jetzt wieder nach Hause kam. Ich lebte nicht bei ihnen, besuchte sie aber. Ich verbrachte Zeit mit ihnen, sprach mit ihnen, brachte ihnen Obst mit, ich brachte – alles Halal – mit nach Hause. So spürten sie keinen Unterschied.
Man weiß ja, wie wir uns entwickeln, und wenn wir den schönen Wert des Islam zeigen, glaube ich, wird jeder den Islam lieben. Die Hidayah kommt natürlich von Allah. Ist jemand aus Ihrer Familie oder Ihrem Umfeld nach Ihnen Muslim geworden? Alhamdulillah. Mein Bruder – mein älterer Bruder – wurde Muslim, bevor er starb. Wir verrichteten das Totengebet in unserem Zentrum. Meine Mutter – sie wurde Muslimin. Alhamdulillah. Viele Menschen im Westen, auch in der Türkei und in der ganzen Welt, versuchen Trost in der Meditation und im Buddhismus zu finden. Kann der Buddhismus der menschlichen Seele wirklich Trost spenden? Und was ist der Unterschied zwischen Meditation und dem Salah?
Viele Menschen vergleichen das ja. Wenn man sich alles ansieht, stellt man fest, dass der Islam vollkommener, ausgewogener ist. Es geht nicht darum, nur zu sitzen, zu meditieren und nichts zu tun. Wir glauben: „Kulli harakah barakah.“ Bewegung bringt immer Segen. Deshalb ist das Gebet im Islam so wunderschön. Es ist vollkommen, denn unser Gebet haben wir uns nicht selbst ausgedacht. Alles, was wir im Gebet rezitieren, ist nicht von dir, von mir oder irgendwem. Nein, es wurde vom Propheten FSMI gelehrt, und dem Propheten FSMI wurde es von Allah gelehrt. Eine ganz besondere Art der Kommunikation. Man hat Rukuʿ (Verbeugung), man hat Sujud (Niederwerfung).
Natürlich, wenn man zum Dharma im Buddhismus zurückgeht, oder zur besonderen Lehre von Moses und Jesus, auch dort gab es Rukuʿ (Verbeugung) und Sujud (Niederwerfung). „War kaʿū maʿa r-rākiʿīn“ und so weiter. Aber später folgten die Menschen dem nicht mehr. Menschen fingen an, es zu verändern. Die ganzen späteren Generationen vergaßen die eigentliche Lehre, sie hatten nichts mehr, worauf sie sich stützen konnten. Das ursprüngliche Buch, auf das sie sich beziehen konnten, existiert nicht mehr. Gleiches gilt für den Dharma, gleiches gilt für… alles wurde irgendwann übersetzt und geriet außer Kontrolle. Die alte Torah gibt es nicht mehr, sie wurde durch den Talmud ersetzt.
Und auch die Bibel – alles ist aus dem Ruder gelaufen. Außer – Alhamdulillah – das Wunder des Koran blieb unverändert, unberührt, im Original bis heute. Allahu Akbar. Wenn Menschen meditieren, versuchen sie dann, an nichts zu denken? Und denken Sie, dass das möglich ist und der Seele wirklich hilft? Meditation ist eine Methode, um zu lernen, wie man mit all diesen negativen Kräften umgeht. Ich betrachte Meditation als Reinigung der Seele. Man reflektiert, denkt über alles Negative nach, das man in sich trägt, und versucht, es zu reinigen. Alles, was negativ ist, sollte man mit etwas Positivem ausgleichen. Man muss reflektieren – viel Selbstreflexion.
Wenn man sich nicht mit dem Negativen auseinandersetzt, bringt es nichts. Man muss sich bewusst machen: Alles, was passiert, hat einen Grund. Deshalb gibt es das Konzept von Karma. Wir nennen es Qada und Qadr (göttlicher Wille und Vorherbestimmung). Alles, was geschieht – hinter jedem Problem steckt Glück. Hinter allem Negativen, das uns alltäglich begegnet, steckt deshalb eine Lehre. Man sollte immer positiv denken. Allah macht nichts ohne einen tieferen Grund. Für uns Muslime ist der Islam vollkommen – klar, rein und für viele leicht zu verstehen. Meditation war also somit früher ein Weg.
Aber wenn man den Islam betrachtet – Allahu Akbar – allein schon bevor man betet: Man beginnt damit, sich gründlich zu reinigen. Man reinigt seinen gesamten Körper. Man macht Wudu (rituelle Waschung). So perfekt ist der Islam. Was lernt man daraus, wenn man seine Hände, seinen Mund, seine Nase, sein Gesicht wäscht? Denn dies ist der Dunya (Welt) preisgegeben. Und alles um uns herum ist so korrupt. Deshalb sage ich meinen Schülern und allen: Verpasst nicht das Gebet! Bleibt mit Allah verbunden: „Gedenkt Meiner, so gedenke Ich euer.“ Allah ist immer für dich da. Ganz gleich, wie schlimm oder traurig deine Lage ist – vernachlässige das Gebet nicht.
Was hat Sie am meisten am Propheten Muhammad FSMI beeindruckt? Sallallahu alayhi wa sallam. Es gibt nichts Vergleichbares. Er wurde als Barmherzigkeit für uns alle gesandt. Er hat so viel Zeit darauf verwendet, uns den Weg zu Allah zu zeigen. Und er ist dieser Weg. Ignoriert also niemals die Sunnah des Propheten FSMI. Ich möchte alle muslimischen Brüder und Schwestern, wo immer sie auch sind, auffordern, legt den Propheten FSMI nicht beiseite. Du sagst, du glaubst an Allah, doch Allah stellte eine Bedingung: „Qul in kuntum tuhibbūn Allāh, fattabiʿūnī yuḥbibkum Allāh.“ Du musst seinem Gesandten folgen. Sei also bitte demütig. Was Allah sagte, was der Prophet FSMI sagte – folge einfach.
Du wirst nie falsch liegen. Als Chinese können Sie traurig sein, dass Ihr Volk, über eine Milliarde Menschen, mehrheitlich heute Atheisten sind. Wie, meinen Sie, erreichen wir ihre Herzen? Wie, glauben Sie, bringen wir ihnen den Islam näher? Was wäre Ihrer Meinung nach der Weg? Deshalb arbeite ich sehr hart daran. Ich spreche viel mit ihnen darüber. Deshalb trete ich immer mit ihnen in Kontakt. Ich bin sehr offen, und ich spüre, auch Sie sind sehr offen, Bruder Ahmed. Wenn ich mit meinen Leuten rede, die Atheisten sind, ohne Glauben an Gott, sage ich: „Liebe Brüder, Schwestern, wisst ihr? Erstens, wenn ihr sagt: ‚Ich glaube an keinen Gott,‘ seid ihr schon halb im Islam.
Denn um Muslim zu werden, muss man sagen: ‚Lā ilāha.‘ ‚Es gibt keinen Gott.‘ Man muss nur fortfahren mit ‚illAllāh‘ – ganz leicht. Ihr habt das ‚Lā ilāha‘ ja schon. Wenn ihr weitermacht – Alhamdulillāh! Ich erkläre es ihnen so, und zeige: Der Islam ist da, ist schön, ist einfach, ist leicht. Allah hat Religion nie schwer gemacht. Bis heute, wo auch immer ich reise, treffe ich mein Volk, und ich spreche immer mit ihnen. Und Alhamdulillah, einige werden positiv und lernen nun. Ich gebe ihnen den Koran. Ich sage: „Lies, lies die Bedeutung.“ Nach zwei Jahren kamen sie dann zu mir und sagten: „Danke, Sheikh, ich habe den ganzen Koran gelesen.“ Und sie fanden ihn erstaunlich.
Sie sind sehr positiv. Natürlich kommt Hidayah von Allah. Wir sind traurig, aber verlieren nie die Hoffnung. Betet weiter und tut euer Bestes. Die beste Form von Da’wah, Bruder Ahmed, ist ein gutes Beispiel zu geben. Taten sagen mehr als Worte. Wenn Sie allen Nicht-Muslimen etwas sagen könnten, was würden Sie ihnen sagen, wenn Sie nur kurz Zeit hätten? Ich erinnere immer daran: Ein großer Unterschied besteht zwischen Muslim und Islam. Islam ist die Lehre, Muslime sind die Menschen. Ich bin stolz, Muslim zu sein, weil ich dem Islam folge. Nicht der Islam folgt mir. Bitte versteht den Unterschied zwischen Islam und Muslim. Und Islam gehört nicht einer Rasse allein. Er gehört uns allen.
Darum: I-S-L-A-M. Ich sage im Englischen: „I Shall Love All Mankind.“ Wenn du es nicht verstehst – bitte frage und lerne. Aber lerne von den richtigen Quellen. Und sei nicht ungerecht zu guten Menschen. Wir sind bereit, keine Sorge. Ja, wir sind nicht hier, um zu richten. Denn jeder hat die Chance, die Wahrheit zu finden, rechtschaffen zu sein und ein praktizierender Muslim zu werden. Denn der Islam gehört uns allen. Jazakallāhu khayran Sheikh Hussain Yee. Vielen Dank, dass Sie bei uns waren. Wir fühlen uns geehrt, Sie hier zu haben. Möge Allah Sie belohnen und beschützen. Ameen, Bruder Ahmed.