Das ZERSTÖRT muslimische Ehen – Sieht es euch an, bevor es zu spät ist !
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Sollte man eine unglückliche Ehe beenden oder sollte man sie geduldig als Prüfung ansehen und nicht beenden? Warum entfernen sich Ehepartner im Laufe der Zeit voneinander? Ist es nicht möglich, die Liebe wie am Anfang zu bewahren? Wenn man es richtig macht, wird die Ehe die Liebe sogar stärken. Etwas, das viele nicht verstehen, ist: Liebe wächst innerhalb der Beziehung und wandelt sich von einer Stufe zur nächsten. Man muss dem Schaitan entgegentreten. Denn der Schaitan wird einem flüstern: „Schrei, schimpf, mach dies, tu das.“ Doch davon muss man sich abgrenzen. Hatte der Prophet (FSMI) nie Streit mit seinen Frauen? War immer alles blumig und voller Harmonie? Okay…
Assalamualaikum Sheikh Yaser Birjas. Vielen Dank, dass Sie unsere Einladung angenommen haben. Wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind. Heute möchten wir Ihnen einige Fragen zur Ehe stellen. Gerne. Dann hoffen wir, Sie mit unseren Fragen ein wenig ins Schwitzen zu bringen. Bismillah. Ich bin gespannt. Legt los. Also, warum entfernen sich Ehepartner im Laufe der Zeit voneinander? Ist es nicht möglich, die Liebe wie zu Beginn zu bewahren? Zerstört die Ehe die Liebe? Tatsächlich, Subhanallah, schrieb Ibn Al-Qayyim (RA) darüber in einem seiner Werke Folgendes: Wenn man es richtig macht, wird die Ehe die Liebe sogar vertiefen. Die Frage ist nun: Was bedeutet „richtig machen“?
Denn Allah erwähnt hierbei im Koran, dass zwei wesentliche Bestandteile Liebe und Barmherzigkeit sind, Leidenschaft und Mitgefühl. Was viele Menschen aber nicht wirklich verstehen, ist dies: Die Liebe wächst in einer Beziehung und wandelt sich von einer Stufe zur nächsten. Das große Problem ist: Nach zehn Jahren und zwei, drei Kindern erwarten viele, dass ihr Partner sie noch genauso liebt, auf dieselbe Weise wie damals vor zehn Jahren – damals, als sie noch jung waren, Mashallah, noch keine Verantwortung hatten. Das ist nicht fair. Heute liebe ich dich aus anderen Gründen. Weil du der Vater oder die Mutter meiner Kinder bist.
Ich liebe dich, weil du mir beistehst, wenn ich müde und erschöpft bin. Ich liebe dich, weil du mir hilfst und verständnisvoll bist. Weil du rücksichtsvoll und mitfühlend bist – und so weiter. Wann beginnt es auseinanderzufallen? Wann beginnen Menschen, sich voneinander zu entfernen? Die entscheidende Frage ist: Warum empfinden Menschen überhaupt so? Die Sache ist die: Das letztendliche Ziel jeder Beziehung ist es, Frieden und Ruhe zu finden. Und Frieden ist wie eine aufladbare Batterie. Man beginnt seinen Tag mit 100 % Zufriedenheit. Nach einem langen Tag kommt man mit 90 % zurück. Was erwartet man von seinem Ehepartner? Dass er einen wieder auf 100 auflädt.
Stattdessen entladen wir einander durch schlechtes Benehmen leider noch mehr. Also schlafen wir mit 70 % ein. Und irgendwann wachen wir dann mit 90 % auf, kommen mit 70 % zurück und schlafen mit 50 % ein. Und wenn man diesem Muster folgt, kommen man irgendwann an den Punkt, an dem keine Energie mehr bleibt. Das ist der Moment, in dem viele beschließen, die Beziehung zu beenden. Aber was wir verstehen müssen, ist: Du solltest für mich die Quelle des Friedens sein. Und ich sollte für dich die Quelle des Friedens sein. Warum streiten die Menschen also? Sie streiten, weil sie einander den Frieden stören. Ich muss diesen Frieden wiederherstellen.
Und wenn du mir dabei nicht hilfst, hole ich ihn mit Gewalt zurück. Und genau dann beginnen Reibung und Konflikte. Denn jeder möchte Frieden in seiner Beziehung finden, auf eine Weise, die für ihn sinnvoll ist. Und wenn wir damit nicht kompatibel sind und nicht flexibel genug, um einander diesen Frieden zu geben, ohne das Gefühl zu haben, völlig ausgelaugt zu werden, dann kommt es ständig zum Streit. Wie war unser Prophet (FSMI) zu seinen Frauen? Oh mein Gott – eines der allerschönsten Dinge, die ich gerne über das Leben des Propheten (FSMI) lese, ist aus seinem Privatleben. Ich habe viele, viele Hadithe über das persönliche Leben des Propheten (FSMI) gesammelt.
Er war ein unglaublicher Mann. Er (FSMI) war ein wahrer Gentleman. Und eine dieser Geschichten ist, als er Safiyya (RA) heiratete. Sie waren auf einer Reise, kamen damals aus Haifa zurück. Und als es Zeit für sie war, auf ein Kamel zu steigen und auf dessen Rücken Platz zu nehmen – das Kamel ist hoch. Der Prophet (FSMI) kniete sich also hin. Er ging in die Hocke, stützte ein Knie auf. Sie konnte auf sein Knie wie auf eine Stufe treten. Sie konnte dadurch aufs Kamel klettern. Er (FSMI) half ihr, aufs Kamel zu steigen. Als sie das tat, bedeckte der Prophet (FSMI) – weil er ein Gentleman war – sie zusätzlich mit seinem eigenen Umhang.
Er deckte sie zu, als sie wortwörtlich auf seinem Knie stand. Warum? Weil, wenn sie ihr Bein hebt, um es auf sein Knie zu stellen, könnte das andere Bein entblößt werden. Deshalb deckte der Prophet (FSMI) sie zu. Das ist Ritterlichkeit. Ritterlichkeit ist was genau? Das ist im Grunde die Bedeutung davon, ein echter Mann zu sein. Weil er (FSMI) ein Beschützer war und ein Gentleman. So wie wenn man heute die Tür für seine Frau aufhält, die Tür für sie hält, wenn sie hindurchgeht. Das ist die Art von Behandlung, die wirklich erforderlich ist. Leider denken einige Kulturen, dass dies eine Schwäche ist. Und dass das Image von Männlichkeit und dem Mannsein so beeinträchtigt wird.
Ich weiß nicht, wie sehr sie ihre Beziehung zu ihren Ehepartnerinnen genießen. Das ist ihre Sache. Wenn es nicht zu privat ist, tun Sie diese Dinge für Ihre Frau? Sie sollten meine Frau fragen, nicht mich. Gut, gut. Aber ja, ich tue das, Alhamdulillah. Wie sollten Ehepartner einander Respekt zeigen? Wissen Sie, heute, leider, wegen der... der Art von Lebensstil, den wir heute leben, ist sogar das Wort „Respekt“ zu einem sehr heiklen Wort geworden. Wenn Frauen heutzutage das Wort „Respekt“ hören, werden sie fast kribbelig. Es ist irgendwie ein sehr heikles Wort für sie, weil sie es in „Kontrolle“ übersetzen. Ja? Ja. Das Wort „Gehorsam“ übersetzen sie in „Unterdrückung“, zum Beispiel. Leider.
Also das Wort „Respekt“, das Wort „Gehorsam“ werden leider in negative Bedeutungen übersetzt. Ich mache den Frauen keinen Vorwurf, weil leider manche Männer so handeln. Leider. Sie verstehen die Bedeutung von Respekt nicht. Also verlangen sie von ihnen Dinge, die über den Begriff Respekt hinausgehen. Aber wirklich, das Thema Respekt hat auch ein kulturelles Spektrum. Was bedeutet das? In einigen Kulturen, wissen Sie, gilt es als respektlos, dem Ehepartner zu widersprechen, nicht wahr? In anderen Kulturen ist es normal. Und selbst zur Zeit des Propheten (FSMI) passierte das tatsächlich.
Denn bei den Mekkanern zur Zeit des Propheten (FSMI) waren die mekkanischen Männer wahrscheinlich maskuliner. Und sie hatten wahrscheinlich die Verantwortung über ihre Haushalte. Also mussten sie immer, wissen Sie, sozusagen Kontrolle über die Beziehung haben. Als sie nach Medina gingen, waren die Frauen der Ansar schon lauter. Sie waren in der Öffentlichkeit präsenter. Denn wahrscheinlich halfen sie auf den Feldern und arbeiteten auf den Feldern und so weiter. Also waren sie mutiger, wenn es darum ging, zu sprechen. Und deshalb war sogar Umar ibn Khattab (RA) überrascht, dass seine Frau begann, von den Ansari-Frauen zu lernen, zu widersprechen.
Und für ihn war das wie, wow, das war ziemlich respektlos. Was wir daraus lernen können, ist, dass, wenn es um den Begriff Respekt geht, es auch ein Spektrum gibt. Also, wenn jemand sich mit jemandem aus dem gleichen Dorf verheiratet oder der gleichen Stadt, erwarten Sie, dass Ihre Frau oder Ihr Mann Sie behandeln, wie Sie es bei Ihren Onkeln, Ihren Cousins, bei allen Verwandten gesehen haben. Weil wir die gleiche Kultur haben. Aber wenn Menschen kulturübergreifend heiraten oder außerhalb des Dorfes, aus einer anderen Stadt, Gemeinde und kulturübergreifend heiraten, zum Beispiel, werden wir ein Problem haben, die Bedeutung von Respekt aufrechtzuerhalten. Warum?
Weil er denkt, dass das in Ordnung ist. Sie denkt jedoch, dass das nicht okay ist. Oder vielleicht das Gegenteil. Sie könnte denken, dass es kein Problem ist, aber für ihn ist das respektlos, zum Beispiel. Es gibt also nicht die eine Antwort, die besagt: „Respekt ist genau das.“ Es geht wieder zurück zu „بالمعروف“, (bil-maarouf), was bedeutet, wie man entscheidet, was als vernünftig und was als nicht vernünftig gilt. In traditionellen Haushalten, erwartet der Mann von seiner Frau, dass sie sich um alles kümmert. Um das Kochen, die Reinigung, die Kinder und so weiter. Die Aufgabe des Mannes ist nur, von außen zu versorgen.
Aber heute in den modernen Gesellschaften, sehen wir, dass Menschen vielleicht etwas anderes erwarten. Wenn Sie also von Ihrem Ehepartner verlangen, etwas für Sie zu tun, ist das in dieser modernen Zeit natürlich nicht respektlos gegenüber Ihnen. Und was ist mit dem Propheten (FSMI)? Der Lebensstil des Propheten (FSMI) wird als eine Art Übergangsphase bezeichnet, was bedeutet, dass er zwischen traditionell und gleichberechtigt war. Über das Verhalten des Propheten (FSMI) zu Hause wurde Aisha (RA) gefragt: „Wie war der Prophet (FSMI) zu Hause?“ Sie sagte: „Er war wie jeder andere.
Er putzte, kümmerte sich um seine Schuhe, er flickte seine Hemden und melkte die Ziege für uns.“ Sie sagte: „Aber wenn er den Adhan hört, ist es vorbei. Dann ist er fertig. Er geht zurück und tut das, was ein Mann wahrhaftig tun muss.“ Also ja, wenn man... Der Mann zu sein bedeutet nicht zwangsläufig, dass man in seiner Familie nicht helfen kann, und sich nicht um die Kinder kümmert oder vernünftig mit ihnen umgeht. Aber zur gleichen Zeit muss natürlich die Frau ihrem Mann auch Respekt zeigen, den Respekt, den er auch von ihr verdient. Im Gegenzug für seine Hilfe und seine Unterstützung im Haushalt. Was sind die gemeinsamen Merkmale, die Sie in erfolgreichen Ehen beobachtet haben?
Das häufigste Merkmal einer erfolgreichen Ehe, würde ich sagen, sind gute Moral und Manieren. Es ist egal, wie unterschiedlich man ist. Es spielt keine Rolle, wie reich oder arm man ist. Es spielt keine Rolle, wie gebildet oder ungebildet man ist. Was letztendlich die Menschen zusammenhält, ist das Wichtigste ihre Manieren, ihre gute Moral. Wie respektvoll sie einander behandeln. Selbst wenn man den anderen nicht unbedingt leidenschaftlich liebt und verrückt nach ihm oder ihr ist, hat man immer noch Respekt und Würde, die in der Beziehung erhalten bleiben. So bleiben Ehen grundsätzlich bestehen. Die Leute fragen mich, was bringt Menschen zusammen?
Schauen Sie, ich sage, was Menschen zusammenbringt, ist Kompatibilität. Ich habe mit dir gesprochen und wir sehen, dass wir die gleiche Vision haben, die gleiche Persönlichkeit haben, vielleicht die gleichen Ziele haben und Träume im Leben und so weiter. All das ist schön. Es hilft Menschen, zusammenzufinden und zu heiraten. Aber das garantiert noch keine Beständigkeit. Was die Beständigkeit in einer Beziehung garantiert, wird Flexibilität genannt. Man muss flexibel sein. Man muss anpassungsfähig sein.
Denn wenn man immer starr in seiner Auffassung von Liebe ist, darin, wie man die Beziehung führen will, wie man die Kinder erziehen möchte, wie man seine Ziele erreichen will – wenn man an denselben Prinzipien festhält, die man bei der Heirat hatte, ist das gefährlich. Warum? Weil sich jeder verändert. Wir alle verändern uns. Wir verändern uns, weil wir Kinder bekommen. Wir verändern uns, weil wir jetzt stärker beschäftigt sind. Wir verändern uns, weil wir älter werden. Wir verändern uns, weil sich unsere Aufmerksamkeit auf andere Dinge richtet. Sie verschiebt und verändert sich.
Und wenn man nicht bereit ist, flexibel genug zu sein, diese Veränderung beim Ehepartner zu akzeptieren und sich selbst dieser Veränderung anzupassen, dann hält die Beziehung nicht lange. Deshalb ist es wichtig, flexibel zu sein. Was bringt Flexibilität ins Leben der Menschen? Mitgefühl, Empathie, Vergebung. Eine aufgeschlossene Persönlichkeit. Wachstum – die Idee von Wachstum. So nach dem Motto: Weißt du was? Wir entwickeln uns alle weiter. Wir haben Verbesserungspotenzial. Diese Prinzipien helfen Menschen, zusammenzubleiben.
Wenn sie kein Mitgefühl füreinander haben, wenn sie kein Erbarmen füreinander empfinden, wenn sie einander Fehler nicht vergeben können, zum Beispiel wenn sie den anderen nicht in seiner Entwicklung innerhalb der Beziehung akzeptieren, dann ist das zum Scheitern verurteilt – zum Abbruch bestimmt, sachlich gesagt. Was ist also das häufigste Merkmal in gescheiterten Ehen? Das Häufigste Merkmal an gescheiterten Beziehungen ist tatsächlich der Mangel an Flexibilität. Wenn eine Person glaubt, dass alles nach ihren Vorstellungen laufen muss. „Mein Weg oder kein Weg.“ Wenn also der Mann z. B.
darauf besteht, dass alles auf eine bestimmte Weise läuft, und die Frau darauf besteht, dass es auf eine andere Weise läuft, und leider keiner von beiden bereit ist, sich auf halbem Weg entgegenzukommen, dann wird das zum Problem. Das ist also der häufigste Grund. Was ist nun der Hauptgrund dafür? Ich sag's Ihnen. Ich bringe meinen Klienten immer zwei Dinge bei, wenn es darum geht, wie man ein Scheitern in der Beziehung vermeidet. Erstens – etwas, das ich den „stillen Killer aller Beziehungen“ nenne. Dieser stille Killer heißt: Erwartung – oder unerfüllte Erwartung. Was heißt das? Wir alle gehen mit Erwartungen in eine Beziehung. Wir hoffen, dass Dinge auf eine bestimmte Weise passieren.
Von uns selbst, von unserem Ehepartner, von der Beziehung, von der Gesellschaft. Aber wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, ist man enttäuscht. Zu viel davon führt dazu, dass man wütend und frustriert wird. Denn dann entstehen Unsicherheiten wie: Wird es ab jetzt immer so sein? Wird mein Leben jetzt so aussehen? Und wenn man beginnt, an allem zu zweifeln, setzt Angst ein – denn das ist der erste Abwehrmechanismus. Man wird ängstlich, beginnt sich zu fragen: Wie wird die Zukunft aussehen? Wird sich überhaupt je etwas ändern? Und zu viele dieser Sorgen führen dazu, dass man Angst vor dem Unbekannten entwickelt. Zu viel davon lähmt einen.
Man wird innerlich stumpf, weil man keine Entscheidung mehr treffen kann. Und infolgedessen wird man sehr verbittert. Man entwickelt eine Mitgefühlsmüdigkeit, und beginnt, wegen Kleinigkeiten zu streiten. Dann wird man depressiv. Alles kann einen aus der Fassung bringen, und Wut wird dann zum sichtbaren Ausdruck des eigentlichen Problems. Das ist also der erste Punkt: Man nennt es den stillen Killer der Beziehung – die unerfüllten Erwartungen. Der zweite Punkt – ich nenne ihn den „Kipppunkt“. Der Kipppunkt ist der Moment, in dem Menschen beschließen, die Ehe aufzugeben. Und das liegt daran, dass man in einer Beziehung immer nach dem Gleichen sucht. Alle suchen nach dem Gleichen.
Und was ist das? Es nennt sich Frieden und innere Ruhe. In der heutigen Zeit nennen wir das vielleicht emotionale Erfüllung. Emotionale Erfüllung bringt einem Frieden und innere Ruhe. Der häufigste Grund für Scheidungen ist, dass die Leute sagen: „Ich habe keine emotionale Erfüllung mehr.“ Und was ist der Hauptgrund dafür? Weil ich mich nicht wertgeschätzt fühle. Mangelnde Wertschätzung. Woran erkennt man, dass man nicht wertgeschätzt wird? Manche sagen: „Ich höre es nicht. Ich sehe es nicht von meinem Partner.“ Welche Art von Wertschätzung erwarten wir? Welche Art von Komplimenten wünschen wir uns?
Verbale Komplimente wie: „Danke“ oder „Du siehst heute großartig aus.“ „Danke, dass du mir dabei geholfen hast.“ Oder körperlich, etwa durch Zuneigung. z.B. eine Umarmung, ein Kuss, eine Berührung bedeutet: „Ich fühle mich sicher bei dir.“ „Ich bin gern in deiner Nähe.“ Wenn diese Dinge in einer Beziehung verschwinden, merken die Menschen, dass sie nicht wertgeschätzt werden. Sie fühlen sich unerfüllt, und das wird zum Auslöser, die Beziehung zu beenden. Dann werden Menschen still. Denn wenn es nichts Gutes zu sagen gibt, schweigt man. Aber wie lange kann man schweigen? Nicht allzu lange. Und wenn man dann den Mund aufmacht – was kommt dann heraus? Nichts Gutes. Kritik oder Verurteilung.
Man kritisiert Handlungen oder beurteilt die Person und ihren Charakter. Und das ist dann der Beziehungskiller. Was suchen Männer und Frauen am meisten in einer Ehe? Wenn man darüber spricht, was Männer und Frauen wirklich am meisten voneinander erwarten oder brauchen – es gibt viele Dinge, aber in einem Wort zusammengefasst: Was Frauen wirklich von einem Mann brauchen, ist Liebe. In einem Wort – was ein Mann von einer Frau braucht, ist Respekt. Aber Liebe und Respekt sind gleichbedeutend, das heißt, sie meinen dasselbe. Aber Männer und Frauen sprechen unterschiedliche Dialekte. Ein Mann braucht also auch Liebe, aber er erkennt Liebe durch Respekt. Und auch eine Frau braucht Respekt.
Und den sieht sie natürlich auch daran, dass sie geschätzt und geliebt wird. Das Problem entsteht, wenn ein Mann seiner Frau keine Liebe zeigt, denn dann respektiert sie ihn nicht. Und wenn der Mann keinen Respekt erfährt, zeigt er ihr keine Liebe. Und es wird ein Kreislauf. Ohne Liebe reagiert sie respektlos. Er reagiert ohne Liebe. Sie reagiert wieder respektlos. Und so weiter und so weiter. Dann muss jemand diesen Kreislauf durchbrechen. Egal wie. Wir müssen einander Liebe und Respekt zeigen. Okay, aber wie machen wir das? Ich dachte, ich tue das doch, oder?
Nun, damit es funktioniert, muss man es auf eine Weise tun, die dem Partner etwas bedeutet, auch wenn es für einen selbst keinen Sinn ergibt. Ich sage den Leuten immer wieder: Nehmen wir das Beispiel: Die Frau liebt dunkle Schokolade, aber der Mann mag Milchschokolade. Jedes Mal, wenn er nett sein will, bringt er ihr Milchschokolade mit. Wie wird sie sich früher oder später fühlen? Enttäuscht. Sie fühlt sich einsam, weil er nur an sich denkt. Er denkt die ganze Zeit nur an sich selbst. Und wenn sie versucht, sich mitzuteilen, fühlt sich der Mann angegriffen, weil er denkt, er macht alles richtig. Er sagt: „Ich bringe dir die beste Schokolade auf dem Markt!
Das ist belgische Schokolade – die ist großartig!“ Aber sie sagt: „Ich mag dunkle Schokolade.“ Und er besteht darauf: „Nein, nein, nein – wer mag denn dunkle Schokolade?“ „Milchschokolade ist besser als dunkle Schokolade!“ Tatsächlich sieht die Beziehung bei vielen Ehepaaren so aus. Er will sie auf eine Weise lieben, die ihm etwas bedeutet. Und sie will ihm Liebe oder Respekt auf eine Weise zeigen, die ihr etwas bedeutet. Und dadurch werden sie völlig voneinander getrennt. Damit ein Mann seine Frau liebt, muss er ihr Liebe zeigen auf eine Weise, die ihr etwas bedeutet, auch wenn es ihm nichts bedeutet.
Und das Gleiche gilt für die Frau gegenüber ihrem Mann, auf eine Weise, die ihm etwas bedeutet – auch wenn es ihr nichts bedeutet. Solange es nicht haram ist und nicht verrückt – warum nicht? Können Sie uns eine berührende Geschichte aus der Ehe unseres Propheten (FSMI) erzählen? Seine Freundlichkeit, sein Verständnis, er war wirklich... Er war sehr, sehr verständnisvoll, sehr freundlich, sehr mitfühlend. Er verstand die Bedürfnisse seiner Ehefrauen. Ein Beispiel dafür ist Safiyya. Safiyya (RA) stammt aus einer jüdischen Tradition.
Als sie den Propheten (FSMI) heiratete und nach Medina zog, war sie die Einzige, von der wir wissen, dass sie den Propheten (FSMI) regelmäßig in seiner Iʿtikaf-Zeit besuchte, während der letzten zehn Nächte des Ramadan. Ich meine, er war mit Beten beschäftigt – warum sollte sie ihn besuchen? Wissen Sie, warum? Weil sie wahrscheinlich die einzige Ehefrau des Propheten (FSMI) war, die keine Verwandten in Medina hatte. Alle anderen Frauen hatten Cousins, Cousinen, hatten Eltern, hatten Familie – denn sie waren überwiegend Araberinnen, außer Maria, die später kam, natürlich. Aber Safiyya hatte keine Familie in Medina – außer dem Gesandten Allahs (FSMI). Sie vermisste ihn.
Deshalb besuchte sie ihn, während er sich im Iʿtikaf in der Moschee befand. Wissen Sie, was er tat? Hat er ihr gesagt: „Was machst du hier? Ich bin im Iʿtikaf. Lass mich das beenden. Ich warte darauf, Lailat al-Qadr zu erleben“? Nein, das sagte er nicht. Er sagte nicht: „Astagfirullah, du darfst um diese Zeit nicht in die Moschee, geh zurück.“ Sie kam nachts, um den Propheten (FSMI) zu besuchen, weil sie ihren Ehemann vermisste. Er setzte sich mit ihr hin. Er redete mit ihr. Er unterhielt sich mit ihr in der Moschee. Und als sie zufrieden war und ging, begleitete er sie. Er ging mit ihr hinaus.
Und natürlich war sie noch nicht fertig, sie redete weiter mit ihm, weil sie die gemeinsame Zeit mit ihm liebte, oder? Sie begann zu sprechen. Er redete weiter mit ihr. Er schenkte ihr im Grunde seine Zeit, weil das für sie sehr wertvoll war. Was wir aus dieser Geschichte lernen: Wie sehr der Prophet (FSMI) sich um Safiyya und ihre Gefühle kümmerte, dass er ihr diese Zeit widmete. Was ich über den Propheten sagen kann: Er war sehr liebevoll, sehr fürsorglich. Er (FSMI) war sehr mitfühlend. Und das zeigte sich ganz besonders in seinen letzten Tagen seines Lebens, als er krank war und ständig fragte: „Wo werde ich morgen sein?“ Denn er musste zwischen den Häusern wechseln.
Die anderen Frauen sagten: „Ya Rasoolullah, bleib bei Aisha, wir kommen dich besuchen.“ Und dieser Anblick, dieser letzte Moment war wunderschön. Aisha sagte, sie hielt den Propheten (FSMI), ließ ihn sich mit seinem Rücken an ihre Brust lehnen, hielt seine Hand und rezitierte den Koran für ihn, und wischte mit seiner gesegneten Hand über seinen Körper, um seinen Schmerz zu lindern. Aber als sie die Geschichte beschrieb, was sagte sie da? Sie sagte: مَاتَ بَيْنَ سَحْرِي وَنَحْرِى „Er starb zwischen meiner Brust und meinem Kinn.“ Was bedeutet das? Sie sagte: „Ich ließ meinen Ehemann bis zum letzten Atemzug nicht los.“ Was für ein wunderschöner Moment.
Ich sage euch: Jeder Ehemann würde sich wahrscheinlich so einen letzten Moment wünschen. Warum, denken Sie, sind die Scheidungsraten so hoch? Waren Sie jemals ein Mittel, um eine Ehe zu retten, die kurz vor dem Aus stand? Alhamdulillah, ich konnte wirklich viele Ehen retten. Aber ich behaupte nicht, dass ich bei allen erfolgreich war. Leider kommen viele Leute erst im allerletzten Moment. Sie werden quasi gezwungen, Beratung in Anspruch zu nehmen. Sie sind stur, wollen nicht kommen, glauben nicht daran. „Warum soll ich jemanden Fremden holen, der mit uns über unsere Ehe spricht?“ Sie kommen im letzten Moment und erwarten dann ein Wunder, um ihre Ehe zu retten.
Aber wenn es dann schiefgeht, geben sie der Beratung die Schuld. Nicht sich selbst. Aber Alhamdulillah, bei anderen Menschen, MashaAllah, gelang es uns, ihre Ehen zu retten. Alhamdulillah. Es ist eine große Freude für mich, stets Menschen in meinem Leben zu treffen – auf verschiedenen Konferenzen, Reisen und so weiter – und wenn sie dir sagen: Alhamdulillah, wissen Sie, wir hatten eine Beratung bei Ihnen, oder Sie haben uns geholfen, Alhamdulillah. Wir wollten Ihnen sagen, dass das sehr hilfreich war. Alhamdulillah, unsere Ehe ist gerettet. Was sind nun die Hauptgründe für Scheidungen? Es gibt natürlich viele Gründe. Es gibt sehr viele Gründe.
Heutzutage ist einer der Hauptgründe tatsächlich, dass Männer leider nicht die Verantwortung übernehmen, Männer zu sein. Das heißt, sie führen ihren Haushalt nicht so, wie sie sollten. Und Frauen wollen leider ihre Rolle als Ehefrau und Mutter im Haushalt nicht übernehmen. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht in Bezug auf die Rollenverteilung. Der Mann möchte heiraten, aber trotzdem wie ein Single leben. Die Frau möchte heiraten, aber auch wie ein Single leben. In Realität funktioniert eine Ehe so nicht. Das schafft keine gesunde Dynamik für eine Ehebeziehung und ein Familienleben.
Infolge dessen erleben wir heute, dass viele junge Leute dazu tendieren zu sagen: „Ist es okay, wenn wir heiraten, aber keine Kinder bekommen wollen?“ Sie wollen also keine Kinder. Und aus islamischer Sicht ist das nicht haram. Man kann heiraten, ohne Kinder haben zu wollen. Aber wie soll man in so einer Beziehung bestehen? Irgendwann wird es langweilig. Kinder zu haben ist ein weiterer Zweck der Ehe, damit sie erfolgreich sein und weiterbestehen kann. Das macht es zwar nicht einfacher, aber es ist ein weiterer Grund, dass sie bestehen bleibt und länger anhält. Ja, leider verstehen Männer und Frauen heute oft nicht, was Ehe tatsächlich in der Realität bedeutet.
Sie kommen und haben Erwartungen an den anderen, und wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, entfernen sie sich voneinander. Sollte man eine unglückliche Ehe beenden, oder sollte man sie geduldig als Prüfung sehen und nicht beenden? Wenn wir von unglücklichen Ehe sprechen, wenn sie nicht unbedingt missbräuchlich ist, wenn keine übermäßige Härte in der Beziehung vorliegt, ist es besser, sie aufrechtzuerhalten – im Interesse der Kinder und um im eigentlichen Sinne die Beziehung zu erhalten, da sie besser ist als alleine zu sein. Allah sagt im Koran: وَالصُّلْحُ خَيْرٌ Sie sollten einen Ausgleich finden, bevor sie sich scheiden lassen.
Und dieser Ausgleich bedeutet, die Pflichten der Ehe auf ein Minimum zu reduzieren. Das ist besser für sie als eine vollständige Scheidung. Aber wenn die Beziehung doch missbräuchlich wäre oder... gefährlich, ungesund und toxisch geworden ist, dann ist eine Trennung besser für sie, bei Allah. Sagen Sie mir etwas, das die Situation entschärfen kann, den Konflikt zwischen mir und meiner Frau verringert, jedes Mal, wenn ich ein Problem in der Ehe habe. A-u-du billahi minasch-schaitani-r-radschim. Aufrichtig, von Herzen, wirklich. Wissen Sie, Allah (swt) hat uns die Lösung für solche Probleme gegeben, in der Sure Fussilat, Kapitel 41 im Koran, Verse 33 bis 36.
Allah sagt im Kontext dieses Verses – und ich werde nur einen Teil des Verses zitieren –, aber Allah sagt: ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ Wehre (das Schlechte) mit dem ab, was besser ist. Was bedeutet das überhaupt? Das arabische Wort ادْفَعْ bedeutet „abwehren“ und Abwehren erfordert... Man schwitzt, wird müde und erschöpft. Was heißt das? In der Ehe gibt es viele Momente, in denen man sich wehren muss. Aber man muss sich gegen den Schaitan wehren. Denn der Schaitan wird einem flüstern: „Schrei, schimpf, mach dies, tu das!“ Aber man muss sich gegen all das wehren. ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ Wehre (das Schlechte) mit dem ab, was besser ist.
Wenn deine Ehepartnerin dich auf einem bestimmten Niveau behandelt, dann behandle ihn oder sie auf einem besseren Niveau. Denn man behandelt sie nicht basierend darauf, wer sie sind, sondern basierend darauf, wer man selbst ist. Und ich habe einen hohen moralischen Anspruch. Ich muss diesen moralischen Standard aufrechterhalten. „Aber er hat angefangen, sie hat angefangen.“ – Das ist mir egal. Ich möchte immer das Richtige tun. Darauf kommt es für uns an. Ja, das Richtige zu tun – das ist wichtig. Allah sagt: ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ Wehre (das Schlechte) mit dem ab, was besser ist. Vielleicht wird derjenige, mit dem man Feindschaft hatte, zu dem am meisten geliebten Menschen.
Allah weiß, dass das nicht leicht ist. Er sagt: وَمَا يُلَقَّهَا إِلَّا الَّذِينَ صَبَرُوا Nur diejenigen, die Geduld haben, werden das schaffen. Das bedeutet somit, geduldig zu sein ist sehr wichtig. Und im Koran gibt es keinen Preis für Geduld – weil man der Geduld keinen materiellen Wert beimessen kann. Und deshalb sagt Er: „Deine Belohnung ist bei Mir, nicht bei den Menschen.“ Und Ich werde dir deinen ḥaẓẓ geben – Ich werde dir die Belohnung für deine Geduld geben. Die Idee ist also: Wir müssen freundlich zueinander sein. Wir müssen geduldig miteinander sein, und wir müssen damit rechnen, dass der andere Fehler macht.
Und wir müssen lernen, zu vergeben, zu vergessen und gemeinsam zu wachsen. Das ist sehr wichtig. Hatte der Prophet (FSMI) jemals Streit mit seinen Frauen, oder war es immer alles blumig und harmonisch? Ist es idealistisch, so etwas zu erwarten? Sein Haushalt war ein ganz normaler Haushalt. Er musste mit eisigem Schweigen umgehen. Er musste damit umgehen, dass seine Frau mehr Geld, mehr Versorgung forderte. Er musste manchmal Streit zwischen seinen Frauen schlichten und auch zwischen seiner Tochter und Aisha (RA). Wie in jedem Haushalt gab es Probleme mit Wutausbrüchen, Probleme mit der Versorgung und ähnlichen Dingen. All das ist in den Hadith-Büchern überliefert.
Sie werden in den Hadith-Sammlungen des Propheten (FSMI) erwähnt. Er musste mit diesen schwierigen Dingen zurechtkommen. Und die beste Art, mit diesen schwierigen Dingen umzugehen, war sein Charakter (FSMI). Sheikh Yaser Birjas, vielen Dank für Ihre Antworten. Möge Allah Sie für all Ihre Bemühungen um diese Ummah belohnen. Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben.
Assalamualaikum Sheikh Yaser Birjas. Vielen Dank, dass Sie unsere Einladung angenommen haben. Wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind. Heute möchten wir Ihnen einige Fragen zur Ehe stellen. Gerne. Dann hoffen wir, Sie mit unseren Fragen ein wenig ins Schwitzen zu bringen. Bismillah. Ich bin gespannt. Legt los. Also, warum entfernen sich Ehepartner im Laufe der Zeit voneinander? Ist es nicht möglich, die Liebe wie zu Beginn zu bewahren? Zerstört die Ehe die Liebe? Tatsächlich, Subhanallah, schrieb Ibn Al-Qayyim (RA) darüber in einem seiner Werke Folgendes: Wenn man es richtig macht, wird die Ehe die Liebe sogar vertiefen. Die Frage ist nun: Was bedeutet „richtig machen“?
Denn Allah erwähnt hierbei im Koran, dass zwei wesentliche Bestandteile Liebe und Barmherzigkeit sind, Leidenschaft und Mitgefühl. Was viele Menschen aber nicht wirklich verstehen, ist dies: Die Liebe wächst in einer Beziehung und wandelt sich von einer Stufe zur nächsten. Das große Problem ist: Nach zehn Jahren und zwei, drei Kindern erwarten viele, dass ihr Partner sie noch genauso liebt, auf dieselbe Weise wie damals vor zehn Jahren – damals, als sie noch jung waren, Mashallah, noch keine Verantwortung hatten. Das ist nicht fair. Heute liebe ich dich aus anderen Gründen. Weil du der Vater oder die Mutter meiner Kinder bist.
Ich liebe dich, weil du mir beistehst, wenn ich müde und erschöpft bin. Ich liebe dich, weil du mir hilfst und verständnisvoll bist. Weil du rücksichtsvoll und mitfühlend bist – und so weiter. Wann beginnt es auseinanderzufallen? Wann beginnen Menschen, sich voneinander zu entfernen? Die entscheidende Frage ist: Warum empfinden Menschen überhaupt so? Die Sache ist die: Das letztendliche Ziel jeder Beziehung ist es, Frieden und Ruhe zu finden. Und Frieden ist wie eine aufladbare Batterie. Man beginnt seinen Tag mit 100 % Zufriedenheit. Nach einem langen Tag kommt man mit 90 % zurück. Was erwartet man von seinem Ehepartner? Dass er einen wieder auf 100 auflädt.
Stattdessen entladen wir einander durch schlechtes Benehmen leider noch mehr. Also schlafen wir mit 70 % ein. Und irgendwann wachen wir dann mit 90 % auf, kommen mit 70 % zurück und schlafen mit 50 % ein. Und wenn man diesem Muster folgt, kommen man irgendwann an den Punkt, an dem keine Energie mehr bleibt. Das ist der Moment, in dem viele beschließen, die Beziehung zu beenden. Aber was wir verstehen müssen, ist: Du solltest für mich die Quelle des Friedens sein. Und ich sollte für dich die Quelle des Friedens sein. Warum streiten die Menschen also? Sie streiten, weil sie einander den Frieden stören. Ich muss diesen Frieden wiederherstellen.
Und wenn du mir dabei nicht hilfst, hole ich ihn mit Gewalt zurück. Und genau dann beginnen Reibung und Konflikte. Denn jeder möchte Frieden in seiner Beziehung finden, auf eine Weise, die für ihn sinnvoll ist. Und wenn wir damit nicht kompatibel sind und nicht flexibel genug, um einander diesen Frieden zu geben, ohne das Gefühl zu haben, völlig ausgelaugt zu werden, dann kommt es ständig zum Streit. Wie war unser Prophet (FSMI) zu seinen Frauen? Oh mein Gott – eines der allerschönsten Dinge, die ich gerne über das Leben des Propheten (FSMI) lese, ist aus seinem Privatleben. Ich habe viele, viele Hadithe über das persönliche Leben des Propheten (FSMI) gesammelt.
Er war ein unglaublicher Mann. Er (FSMI) war ein wahrer Gentleman. Und eine dieser Geschichten ist, als er Safiyya (RA) heiratete. Sie waren auf einer Reise, kamen damals aus Haifa zurück. Und als es Zeit für sie war, auf ein Kamel zu steigen und auf dessen Rücken Platz zu nehmen – das Kamel ist hoch. Der Prophet (FSMI) kniete sich also hin. Er ging in die Hocke, stützte ein Knie auf. Sie konnte auf sein Knie wie auf eine Stufe treten. Sie konnte dadurch aufs Kamel klettern. Er (FSMI) half ihr, aufs Kamel zu steigen. Als sie das tat, bedeckte der Prophet (FSMI) – weil er ein Gentleman war – sie zusätzlich mit seinem eigenen Umhang.
Er deckte sie zu, als sie wortwörtlich auf seinem Knie stand. Warum? Weil, wenn sie ihr Bein hebt, um es auf sein Knie zu stellen, könnte das andere Bein entblößt werden. Deshalb deckte der Prophet (FSMI) sie zu. Das ist Ritterlichkeit. Ritterlichkeit ist was genau? Das ist im Grunde die Bedeutung davon, ein echter Mann zu sein. Weil er (FSMI) ein Beschützer war und ein Gentleman. So wie wenn man heute die Tür für seine Frau aufhält, die Tür für sie hält, wenn sie hindurchgeht. Das ist die Art von Behandlung, die wirklich erforderlich ist. Leider denken einige Kulturen, dass dies eine Schwäche ist. Und dass das Image von Männlichkeit und dem Mannsein so beeinträchtigt wird.
Ich weiß nicht, wie sehr sie ihre Beziehung zu ihren Ehepartnerinnen genießen. Das ist ihre Sache. Wenn es nicht zu privat ist, tun Sie diese Dinge für Ihre Frau? Sie sollten meine Frau fragen, nicht mich. Gut, gut. Aber ja, ich tue das, Alhamdulillah. Wie sollten Ehepartner einander Respekt zeigen? Wissen Sie, heute, leider, wegen der... der Art von Lebensstil, den wir heute leben, ist sogar das Wort „Respekt“ zu einem sehr heiklen Wort geworden. Wenn Frauen heutzutage das Wort „Respekt“ hören, werden sie fast kribbelig. Es ist irgendwie ein sehr heikles Wort für sie, weil sie es in „Kontrolle“ übersetzen. Ja? Ja. Das Wort „Gehorsam“ übersetzen sie in „Unterdrückung“, zum Beispiel. Leider.
Also das Wort „Respekt“, das Wort „Gehorsam“ werden leider in negative Bedeutungen übersetzt. Ich mache den Frauen keinen Vorwurf, weil leider manche Männer so handeln. Leider. Sie verstehen die Bedeutung von Respekt nicht. Also verlangen sie von ihnen Dinge, die über den Begriff Respekt hinausgehen. Aber wirklich, das Thema Respekt hat auch ein kulturelles Spektrum. Was bedeutet das? In einigen Kulturen, wissen Sie, gilt es als respektlos, dem Ehepartner zu widersprechen, nicht wahr? In anderen Kulturen ist es normal. Und selbst zur Zeit des Propheten (FSMI) passierte das tatsächlich.
Denn bei den Mekkanern zur Zeit des Propheten (FSMI) waren die mekkanischen Männer wahrscheinlich maskuliner. Und sie hatten wahrscheinlich die Verantwortung über ihre Haushalte. Also mussten sie immer, wissen Sie, sozusagen Kontrolle über die Beziehung haben. Als sie nach Medina gingen, waren die Frauen der Ansar schon lauter. Sie waren in der Öffentlichkeit präsenter. Denn wahrscheinlich halfen sie auf den Feldern und arbeiteten auf den Feldern und so weiter. Also waren sie mutiger, wenn es darum ging, zu sprechen. Und deshalb war sogar Umar ibn Khattab (RA) überrascht, dass seine Frau begann, von den Ansari-Frauen zu lernen, zu widersprechen.
Und für ihn war das wie, wow, das war ziemlich respektlos. Was wir daraus lernen können, ist, dass, wenn es um den Begriff Respekt geht, es auch ein Spektrum gibt. Also, wenn jemand sich mit jemandem aus dem gleichen Dorf verheiratet oder der gleichen Stadt, erwarten Sie, dass Ihre Frau oder Ihr Mann Sie behandeln, wie Sie es bei Ihren Onkeln, Ihren Cousins, bei allen Verwandten gesehen haben. Weil wir die gleiche Kultur haben. Aber wenn Menschen kulturübergreifend heiraten oder außerhalb des Dorfes, aus einer anderen Stadt, Gemeinde und kulturübergreifend heiraten, zum Beispiel, werden wir ein Problem haben, die Bedeutung von Respekt aufrechtzuerhalten. Warum?
Weil er denkt, dass das in Ordnung ist. Sie denkt jedoch, dass das nicht okay ist. Oder vielleicht das Gegenteil. Sie könnte denken, dass es kein Problem ist, aber für ihn ist das respektlos, zum Beispiel. Es gibt also nicht die eine Antwort, die besagt: „Respekt ist genau das.“ Es geht wieder zurück zu „بالمعروف“, (bil-maarouf), was bedeutet, wie man entscheidet, was als vernünftig und was als nicht vernünftig gilt. In traditionellen Haushalten, erwartet der Mann von seiner Frau, dass sie sich um alles kümmert. Um das Kochen, die Reinigung, die Kinder und so weiter. Die Aufgabe des Mannes ist nur, von außen zu versorgen.
Aber heute in den modernen Gesellschaften, sehen wir, dass Menschen vielleicht etwas anderes erwarten. Wenn Sie also von Ihrem Ehepartner verlangen, etwas für Sie zu tun, ist das in dieser modernen Zeit natürlich nicht respektlos gegenüber Ihnen. Und was ist mit dem Propheten (FSMI)? Der Lebensstil des Propheten (FSMI) wird als eine Art Übergangsphase bezeichnet, was bedeutet, dass er zwischen traditionell und gleichberechtigt war. Über das Verhalten des Propheten (FSMI) zu Hause wurde Aisha (RA) gefragt: „Wie war der Prophet (FSMI) zu Hause?“ Sie sagte: „Er war wie jeder andere.
Er putzte, kümmerte sich um seine Schuhe, er flickte seine Hemden und melkte die Ziege für uns.“ Sie sagte: „Aber wenn er den Adhan hört, ist es vorbei. Dann ist er fertig. Er geht zurück und tut das, was ein Mann wahrhaftig tun muss.“ Also ja, wenn man... Der Mann zu sein bedeutet nicht zwangsläufig, dass man in seiner Familie nicht helfen kann, und sich nicht um die Kinder kümmert oder vernünftig mit ihnen umgeht. Aber zur gleichen Zeit muss natürlich die Frau ihrem Mann auch Respekt zeigen, den Respekt, den er auch von ihr verdient. Im Gegenzug für seine Hilfe und seine Unterstützung im Haushalt. Was sind die gemeinsamen Merkmale, die Sie in erfolgreichen Ehen beobachtet haben?
Das häufigste Merkmal einer erfolgreichen Ehe, würde ich sagen, sind gute Moral und Manieren. Es ist egal, wie unterschiedlich man ist. Es spielt keine Rolle, wie reich oder arm man ist. Es spielt keine Rolle, wie gebildet oder ungebildet man ist. Was letztendlich die Menschen zusammenhält, ist das Wichtigste ihre Manieren, ihre gute Moral. Wie respektvoll sie einander behandeln. Selbst wenn man den anderen nicht unbedingt leidenschaftlich liebt und verrückt nach ihm oder ihr ist, hat man immer noch Respekt und Würde, die in der Beziehung erhalten bleiben. So bleiben Ehen grundsätzlich bestehen. Die Leute fragen mich, was bringt Menschen zusammen?
Schauen Sie, ich sage, was Menschen zusammenbringt, ist Kompatibilität. Ich habe mit dir gesprochen und wir sehen, dass wir die gleiche Vision haben, die gleiche Persönlichkeit haben, vielleicht die gleichen Ziele haben und Träume im Leben und so weiter. All das ist schön. Es hilft Menschen, zusammenzufinden und zu heiraten. Aber das garantiert noch keine Beständigkeit. Was die Beständigkeit in einer Beziehung garantiert, wird Flexibilität genannt. Man muss flexibel sein. Man muss anpassungsfähig sein.
Denn wenn man immer starr in seiner Auffassung von Liebe ist, darin, wie man die Beziehung führen will, wie man die Kinder erziehen möchte, wie man seine Ziele erreichen will – wenn man an denselben Prinzipien festhält, die man bei der Heirat hatte, ist das gefährlich. Warum? Weil sich jeder verändert. Wir alle verändern uns. Wir verändern uns, weil wir Kinder bekommen. Wir verändern uns, weil wir jetzt stärker beschäftigt sind. Wir verändern uns, weil wir älter werden. Wir verändern uns, weil sich unsere Aufmerksamkeit auf andere Dinge richtet. Sie verschiebt und verändert sich.
Und wenn man nicht bereit ist, flexibel genug zu sein, diese Veränderung beim Ehepartner zu akzeptieren und sich selbst dieser Veränderung anzupassen, dann hält die Beziehung nicht lange. Deshalb ist es wichtig, flexibel zu sein. Was bringt Flexibilität ins Leben der Menschen? Mitgefühl, Empathie, Vergebung. Eine aufgeschlossene Persönlichkeit. Wachstum – die Idee von Wachstum. So nach dem Motto: Weißt du was? Wir entwickeln uns alle weiter. Wir haben Verbesserungspotenzial. Diese Prinzipien helfen Menschen, zusammenzubleiben.
Wenn sie kein Mitgefühl füreinander haben, wenn sie kein Erbarmen füreinander empfinden, wenn sie einander Fehler nicht vergeben können, zum Beispiel wenn sie den anderen nicht in seiner Entwicklung innerhalb der Beziehung akzeptieren, dann ist das zum Scheitern verurteilt – zum Abbruch bestimmt, sachlich gesagt. Was ist also das häufigste Merkmal in gescheiterten Ehen? Das Häufigste Merkmal an gescheiterten Beziehungen ist tatsächlich der Mangel an Flexibilität. Wenn eine Person glaubt, dass alles nach ihren Vorstellungen laufen muss. „Mein Weg oder kein Weg.“ Wenn also der Mann z. B.
darauf besteht, dass alles auf eine bestimmte Weise läuft, und die Frau darauf besteht, dass es auf eine andere Weise läuft, und leider keiner von beiden bereit ist, sich auf halbem Weg entgegenzukommen, dann wird das zum Problem. Das ist also der häufigste Grund. Was ist nun der Hauptgrund dafür? Ich sag's Ihnen. Ich bringe meinen Klienten immer zwei Dinge bei, wenn es darum geht, wie man ein Scheitern in der Beziehung vermeidet. Erstens – etwas, das ich den „stillen Killer aller Beziehungen“ nenne. Dieser stille Killer heißt: Erwartung – oder unerfüllte Erwartung. Was heißt das? Wir alle gehen mit Erwartungen in eine Beziehung. Wir hoffen, dass Dinge auf eine bestimmte Weise passieren.
Von uns selbst, von unserem Ehepartner, von der Beziehung, von der Gesellschaft. Aber wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, ist man enttäuscht. Zu viel davon führt dazu, dass man wütend und frustriert wird. Denn dann entstehen Unsicherheiten wie: Wird es ab jetzt immer so sein? Wird mein Leben jetzt so aussehen? Und wenn man beginnt, an allem zu zweifeln, setzt Angst ein – denn das ist der erste Abwehrmechanismus. Man wird ängstlich, beginnt sich zu fragen: Wie wird die Zukunft aussehen? Wird sich überhaupt je etwas ändern? Und zu viele dieser Sorgen führen dazu, dass man Angst vor dem Unbekannten entwickelt. Zu viel davon lähmt einen.
Man wird innerlich stumpf, weil man keine Entscheidung mehr treffen kann. Und infolgedessen wird man sehr verbittert. Man entwickelt eine Mitgefühlsmüdigkeit, und beginnt, wegen Kleinigkeiten zu streiten. Dann wird man depressiv. Alles kann einen aus der Fassung bringen, und Wut wird dann zum sichtbaren Ausdruck des eigentlichen Problems. Das ist also der erste Punkt: Man nennt es den stillen Killer der Beziehung – die unerfüllten Erwartungen. Der zweite Punkt – ich nenne ihn den „Kipppunkt“. Der Kipppunkt ist der Moment, in dem Menschen beschließen, die Ehe aufzugeben. Und das liegt daran, dass man in einer Beziehung immer nach dem Gleichen sucht. Alle suchen nach dem Gleichen.
Und was ist das? Es nennt sich Frieden und innere Ruhe. In der heutigen Zeit nennen wir das vielleicht emotionale Erfüllung. Emotionale Erfüllung bringt einem Frieden und innere Ruhe. Der häufigste Grund für Scheidungen ist, dass die Leute sagen: „Ich habe keine emotionale Erfüllung mehr.“ Und was ist der Hauptgrund dafür? Weil ich mich nicht wertgeschätzt fühle. Mangelnde Wertschätzung. Woran erkennt man, dass man nicht wertgeschätzt wird? Manche sagen: „Ich höre es nicht. Ich sehe es nicht von meinem Partner.“ Welche Art von Wertschätzung erwarten wir? Welche Art von Komplimenten wünschen wir uns?
Verbale Komplimente wie: „Danke“ oder „Du siehst heute großartig aus.“ „Danke, dass du mir dabei geholfen hast.“ Oder körperlich, etwa durch Zuneigung. z.B. eine Umarmung, ein Kuss, eine Berührung bedeutet: „Ich fühle mich sicher bei dir.“ „Ich bin gern in deiner Nähe.“ Wenn diese Dinge in einer Beziehung verschwinden, merken die Menschen, dass sie nicht wertgeschätzt werden. Sie fühlen sich unerfüllt, und das wird zum Auslöser, die Beziehung zu beenden. Dann werden Menschen still. Denn wenn es nichts Gutes zu sagen gibt, schweigt man. Aber wie lange kann man schweigen? Nicht allzu lange. Und wenn man dann den Mund aufmacht – was kommt dann heraus? Nichts Gutes. Kritik oder Verurteilung.
Man kritisiert Handlungen oder beurteilt die Person und ihren Charakter. Und das ist dann der Beziehungskiller. Was suchen Männer und Frauen am meisten in einer Ehe? Wenn man darüber spricht, was Männer und Frauen wirklich am meisten voneinander erwarten oder brauchen – es gibt viele Dinge, aber in einem Wort zusammengefasst: Was Frauen wirklich von einem Mann brauchen, ist Liebe. In einem Wort – was ein Mann von einer Frau braucht, ist Respekt. Aber Liebe und Respekt sind gleichbedeutend, das heißt, sie meinen dasselbe. Aber Männer und Frauen sprechen unterschiedliche Dialekte. Ein Mann braucht also auch Liebe, aber er erkennt Liebe durch Respekt. Und auch eine Frau braucht Respekt.
Und den sieht sie natürlich auch daran, dass sie geschätzt und geliebt wird. Das Problem entsteht, wenn ein Mann seiner Frau keine Liebe zeigt, denn dann respektiert sie ihn nicht. Und wenn der Mann keinen Respekt erfährt, zeigt er ihr keine Liebe. Und es wird ein Kreislauf. Ohne Liebe reagiert sie respektlos. Er reagiert ohne Liebe. Sie reagiert wieder respektlos. Und so weiter und so weiter. Dann muss jemand diesen Kreislauf durchbrechen. Egal wie. Wir müssen einander Liebe und Respekt zeigen. Okay, aber wie machen wir das? Ich dachte, ich tue das doch, oder?
Nun, damit es funktioniert, muss man es auf eine Weise tun, die dem Partner etwas bedeutet, auch wenn es für einen selbst keinen Sinn ergibt. Ich sage den Leuten immer wieder: Nehmen wir das Beispiel: Die Frau liebt dunkle Schokolade, aber der Mann mag Milchschokolade. Jedes Mal, wenn er nett sein will, bringt er ihr Milchschokolade mit. Wie wird sie sich früher oder später fühlen? Enttäuscht. Sie fühlt sich einsam, weil er nur an sich denkt. Er denkt die ganze Zeit nur an sich selbst. Und wenn sie versucht, sich mitzuteilen, fühlt sich der Mann angegriffen, weil er denkt, er macht alles richtig. Er sagt: „Ich bringe dir die beste Schokolade auf dem Markt!
Das ist belgische Schokolade – die ist großartig!“ Aber sie sagt: „Ich mag dunkle Schokolade.“ Und er besteht darauf: „Nein, nein, nein – wer mag denn dunkle Schokolade?“ „Milchschokolade ist besser als dunkle Schokolade!“ Tatsächlich sieht die Beziehung bei vielen Ehepaaren so aus. Er will sie auf eine Weise lieben, die ihm etwas bedeutet. Und sie will ihm Liebe oder Respekt auf eine Weise zeigen, die ihr etwas bedeutet. Und dadurch werden sie völlig voneinander getrennt. Damit ein Mann seine Frau liebt, muss er ihr Liebe zeigen auf eine Weise, die ihr etwas bedeutet, auch wenn es ihm nichts bedeutet.
Und das Gleiche gilt für die Frau gegenüber ihrem Mann, auf eine Weise, die ihm etwas bedeutet – auch wenn es ihr nichts bedeutet. Solange es nicht haram ist und nicht verrückt – warum nicht? Können Sie uns eine berührende Geschichte aus der Ehe unseres Propheten (FSMI) erzählen? Seine Freundlichkeit, sein Verständnis, er war wirklich... Er war sehr, sehr verständnisvoll, sehr freundlich, sehr mitfühlend. Er verstand die Bedürfnisse seiner Ehefrauen. Ein Beispiel dafür ist Safiyya. Safiyya (RA) stammt aus einer jüdischen Tradition.
Als sie den Propheten (FSMI) heiratete und nach Medina zog, war sie die Einzige, von der wir wissen, dass sie den Propheten (FSMI) regelmäßig in seiner Iʿtikaf-Zeit besuchte, während der letzten zehn Nächte des Ramadan. Ich meine, er war mit Beten beschäftigt – warum sollte sie ihn besuchen? Wissen Sie, warum? Weil sie wahrscheinlich die einzige Ehefrau des Propheten (FSMI) war, die keine Verwandten in Medina hatte. Alle anderen Frauen hatten Cousins, Cousinen, hatten Eltern, hatten Familie – denn sie waren überwiegend Araberinnen, außer Maria, die später kam, natürlich. Aber Safiyya hatte keine Familie in Medina – außer dem Gesandten Allahs (FSMI). Sie vermisste ihn.
Deshalb besuchte sie ihn, während er sich im Iʿtikaf in der Moschee befand. Wissen Sie, was er tat? Hat er ihr gesagt: „Was machst du hier? Ich bin im Iʿtikaf. Lass mich das beenden. Ich warte darauf, Lailat al-Qadr zu erleben“? Nein, das sagte er nicht. Er sagte nicht: „Astagfirullah, du darfst um diese Zeit nicht in die Moschee, geh zurück.“ Sie kam nachts, um den Propheten (FSMI) zu besuchen, weil sie ihren Ehemann vermisste. Er setzte sich mit ihr hin. Er redete mit ihr. Er unterhielt sich mit ihr in der Moschee. Und als sie zufrieden war und ging, begleitete er sie. Er ging mit ihr hinaus.
Und natürlich war sie noch nicht fertig, sie redete weiter mit ihm, weil sie die gemeinsame Zeit mit ihm liebte, oder? Sie begann zu sprechen. Er redete weiter mit ihr. Er schenkte ihr im Grunde seine Zeit, weil das für sie sehr wertvoll war. Was wir aus dieser Geschichte lernen: Wie sehr der Prophet (FSMI) sich um Safiyya und ihre Gefühle kümmerte, dass er ihr diese Zeit widmete. Was ich über den Propheten sagen kann: Er war sehr liebevoll, sehr fürsorglich. Er (FSMI) war sehr mitfühlend. Und das zeigte sich ganz besonders in seinen letzten Tagen seines Lebens, als er krank war und ständig fragte: „Wo werde ich morgen sein?“ Denn er musste zwischen den Häusern wechseln.
Die anderen Frauen sagten: „Ya Rasoolullah, bleib bei Aisha, wir kommen dich besuchen.“ Und dieser Anblick, dieser letzte Moment war wunderschön. Aisha sagte, sie hielt den Propheten (FSMI), ließ ihn sich mit seinem Rücken an ihre Brust lehnen, hielt seine Hand und rezitierte den Koran für ihn, und wischte mit seiner gesegneten Hand über seinen Körper, um seinen Schmerz zu lindern. Aber als sie die Geschichte beschrieb, was sagte sie da? Sie sagte: مَاتَ بَيْنَ سَحْرِي وَنَحْرِى „Er starb zwischen meiner Brust und meinem Kinn.“ Was bedeutet das? Sie sagte: „Ich ließ meinen Ehemann bis zum letzten Atemzug nicht los.“ Was für ein wunderschöner Moment.
Ich sage euch: Jeder Ehemann würde sich wahrscheinlich so einen letzten Moment wünschen. Warum, denken Sie, sind die Scheidungsraten so hoch? Waren Sie jemals ein Mittel, um eine Ehe zu retten, die kurz vor dem Aus stand? Alhamdulillah, ich konnte wirklich viele Ehen retten. Aber ich behaupte nicht, dass ich bei allen erfolgreich war. Leider kommen viele Leute erst im allerletzten Moment. Sie werden quasi gezwungen, Beratung in Anspruch zu nehmen. Sie sind stur, wollen nicht kommen, glauben nicht daran. „Warum soll ich jemanden Fremden holen, der mit uns über unsere Ehe spricht?“ Sie kommen im letzten Moment und erwarten dann ein Wunder, um ihre Ehe zu retten.
Aber wenn es dann schiefgeht, geben sie der Beratung die Schuld. Nicht sich selbst. Aber Alhamdulillah, bei anderen Menschen, MashaAllah, gelang es uns, ihre Ehen zu retten. Alhamdulillah. Es ist eine große Freude für mich, stets Menschen in meinem Leben zu treffen – auf verschiedenen Konferenzen, Reisen und so weiter – und wenn sie dir sagen: Alhamdulillah, wissen Sie, wir hatten eine Beratung bei Ihnen, oder Sie haben uns geholfen, Alhamdulillah. Wir wollten Ihnen sagen, dass das sehr hilfreich war. Alhamdulillah, unsere Ehe ist gerettet. Was sind nun die Hauptgründe für Scheidungen? Es gibt natürlich viele Gründe. Es gibt sehr viele Gründe.
Heutzutage ist einer der Hauptgründe tatsächlich, dass Männer leider nicht die Verantwortung übernehmen, Männer zu sein. Das heißt, sie führen ihren Haushalt nicht so, wie sie sollten. Und Frauen wollen leider ihre Rolle als Ehefrau und Mutter im Haushalt nicht übernehmen. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht in Bezug auf die Rollenverteilung. Der Mann möchte heiraten, aber trotzdem wie ein Single leben. Die Frau möchte heiraten, aber auch wie ein Single leben. In Realität funktioniert eine Ehe so nicht. Das schafft keine gesunde Dynamik für eine Ehebeziehung und ein Familienleben.
Infolge dessen erleben wir heute, dass viele junge Leute dazu tendieren zu sagen: „Ist es okay, wenn wir heiraten, aber keine Kinder bekommen wollen?“ Sie wollen also keine Kinder. Und aus islamischer Sicht ist das nicht haram. Man kann heiraten, ohne Kinder haben zu wollen. Aber wie soll man in so einer Beziehung bestehen? Irgendwann wird es langweilig. Kinder zu haben ist ein weiterer Zweck der Ehe, damit sie erfolgreich sein und weiterbestehen kann. Das macht es zwar nicht einfacher, aber es ist ein weiterer Grund, dass sie bestehen bleibt und länger anhält. Ja, leider verstehen Männer und Frauen heute oft nicht, was Ehe tatsächlich in der Realität bedeutet.
Sie kommen und haben Erwartungen an den anderen, und wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, entfernen sie sich voneinander. Sollte man eine unglückliche Ehe beenden, oder sollte man sie geduldig als Prüfung sehen und nicht beenden? Wenn wir von unglücklichen Ehe sprechen, wenn sie nicht unbedingt missbräuchlich ist, wenn keine übermäßige Härte in der Beziehung vorliegt, ist es besser, sie aufrechtzuerhalten – im Interesse der Kinder und um im eigentlichen Sinne die Beziehung zu erhalten, da sie besser ist als alleine zu sein. Allah sagt im Koran: وَالصُّلْحُ خَيْرٌ Sie sollten einen Ausgleich finden, bevor sie sich scheiden lassen.
Und dieser Ausgleich bedeutet, die Pflichten der Ehe auf ein Minimum zu reduzieren. Das ist besser für sie als eine vollständige Scheidung. Aber wenn die Beziehung doch missbräuchlich wäre oder... gefährlich, ungesund und toxisch geworden ist, dann ist eine Trennung besser für sie, bei Allah. Sagen Sie mir etwas, das die Situation entschärfen kann, den Konflikt zwischen mir und meiner Frau verringert, jedes Mal, wenn ich ein Problem in der Ehe habe. A-u-du billahi minasch-schaitani-r-radschim. Aufrichtig, von Herzen, wirklich. Wissen Sie, Allah (swt) hat uns die Lösung für solche Probleme gegeben, in der Sure Fussilat, Kapitel 41 im Koran, Verse 33 bis 36.
Allah sagt im Kontext dieses Verses – und ich werde nur einen Teil des Verses zitieren –, aber Allah sagt: ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ Wehre (das Schlechte) mit dem ab, was besser ist. Was bedeutet das überhaupt? Das arabische Wort ادْفَعْ bedeutet „abwehren“ und Abwehren erfordert... Man schwitzt, wird müde und erschöpft. Was heißt das? In der Ehe gibt es viele Momente, in denen man sich wehren muss. Aber man muss sich gegen den Schaitan wehren. Denn der Schaitan wird einem flüstern: „Schrei, schimpf, mach dies, tu das!“ Aber man muss sich gegen all das wehren. ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ Wehre (das Schlechte) mit dem ab, was besser ist.
Wenn deine Ehepartnerin dich auf einem bestimmten Niveau behandelt, dann behandle ihn oder sie auf einem besseren Niveau. Denn man behandelt sie nicht basierend darauf, wer sie sind, sondern basierend darauf, wer man selbst ist. Und ich habe einen hohen moralischen Anspruch. Ich muss diesen moralischen Standard aufrechterhalten. „Aber er hat angefangen, sie hat angefangen.“ – Das ist mir egal. Ich möchte immer das Richtige tun. Darauf kommt es für uns an. Ja, das Richtige zu tun – das ist wichtig. Allah sagt: ادْفَعْ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ Wehre (das Schlechte) mit dem ab, was besser ist. Vielleicht wird derjenige, mit dem man Feindschaft hatte, zu dem am meisten geliebten Menschen.
Allah weiß, dass das nicht leicht ist. Er sagt: وَمَا يُلَقَّهَا إِلَّا الَّذِينَ صَبَرُوا Nur diejenigen, die Geduld haben, werden das schaffen. Das bedeutet somit, geduldig zu sein ist sehr wichtig. Und im Koran gibt es keinen Preis für Geduld – weil man der Geduld keinen materiellen Wert beimessen kann. Und deshalb sagt Er: „Deine Belohnung ist bei Mir, nicht bei den Menschen.“ Und Ich werde dir deinen ḥaẓẓ geben – Ich werde dir die Belohnung für deine Geduld geben. Die Idee ist also: Wir müssen freundlich zueinander sein. Wir müssen geduldig miteinander sein, und wir müssen damit rechnen, dass der andere Fehler macht.
Und wir müssen lernen, zu vergeben, zu vergessen und gemeinsam zu wachsen. Das ist sehr wichtig. Hatte der Prophet (FSMI) jemals Streit mit seinen Frauen, oder war es immer alles blumig und harmonisch? Ist es idealistisch, so etwas zu erwarten? Sein Haushalt war ein ganz normaler Haushalt. Er musste mit eisigem Schweigen umgehen. Er musste damit umgehen, dass seine Frau mehr Geld, mehr Versorgung forderte. Er musste manchmal Streit zwischen seinen Frauen schlichten und auch zwischen seiner Tochter und Aisha (RA). Wie in jedem Haushalt gab es Probleme mit Wutausbrüchen, Probleme mit der Versorgung und ähnlichen Dingen. All das ist in den Hadith-Büchern überliefert.
Sie werden in den Hadith-Sammlungen des Propheten (FSMI) erwähnt. Er musste mit diesen schwierigen Dingen zurechtkommen. Und die beste Art, mit diesen schwierigen Dingen umzugehen, war sein Charakter (FSMI). Sheikh Yaser Birjas, vielen Dank für Ihre Antworten. Möge Allah Sie für all Ihre Bemühungen um diese Ummah belohnen. Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben.