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Was ist ein Madhab? Alle schwierigen Fragen werden in einem Video beantwortet!

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Was ist ein Madhhab (Rechtsschule) und warum haben wir Madhhabs? Der erste Fehler, den man begeht, ist anzunehmen, ein Madhhab seien lediglich die Worte einer Person, die vor langer Zeit lebte. Das ist nicht der Fall. Madhhabs existieren, um uns das Leben zu erleichtern. Was genau bedeutet der Begriff Bidʿah (religiöse Neuerung)? Ragha'ib, Mi'raj, Barat, Mawlid – Sind diese ebenfalls Bidʿah? Zu einer bestimmten Frage kann es zwei Ansichten geben. Das Wichtigste, das wir heute jedem Muslim sagen sollten: Erforsche deinen Glauben! Und die Welt der Ideen prasselt durch unsere Handys direkt auf uns ein. Assalamu alaikum Dr. Shadee Elmasry. Vielen Dank, dass Sie heute bei uns sind.

Es ist uns eine Ehre, Sie hier bei Towards Eternity zu haben. Wa alaikum assalam wa rahmatullah Es freut mich, hier zu sein. Ihr Kanal ist großartig. Ich habe mir Ihren Kanal vorhin angesehen. Ich bin wirklich beeindruckt, masha'Allah Jazakallahu khairan. Vielen Dank, das bedeutet uns viel. Also, unser heutiges Hauptthema sind die Madhhabs. Viele unserer Fragen… Also, was ist ein Madhhab und warum gibt es Madhhabs? Gute Frage. Alles, was mehrdeutig ist oder zannī (spekulativ), kann mehrere mögliche Bedeutungen haben. Und viele Menschen wissen nicht, dass es zu einer Frage zwei Ansichten geben kann.

Ein Beispiel aus der Zeit des Propheten, Frieden und Segen auf ihm, und zwar in seiner eigenen Anwesenheit, nach der Grabenschlacht. Der Prophet, FSMI gab allen eine Anweisung: „Niemand soll das Asr-Gebet verrichten, außer bei Banu Qurayza.“ So hieß jener Stamm: Banu Qurayza. Daraufhin bereitete sich jeder in seinem eigenen Tempo vor. Manche waren schneller fertig, andere langsamer. Daher erreichten einige das Gebiet der Banu Qurayza noch vor Maghrib (Sonnenuntergang), während andere sich verspäteten. Wer zu Hause erst sein Pferd sattelte und das Schwert holte, erlebte, dass Maghrib eintrat, während er noch unterwegs war.

Da sagte eine Gruppe: „Moment, der Prophet sagte, niemand soll Asr beten außer bei Banu Qurayza.“ Andere wiederum meinten: „Er sagte das bildlich, nämlich dass wir uns beeilen und vor Sonnenuntergang dort ankommen sollen.“ Er meinte nicht, dass wir Asr nicht pünktlich beten sollen. Wieder andere sagten: „Wir halten uns wortwörtlich daran. Schließlich ist dies ein Prophet, nicht irgendjemand.“ „Also beten wir Asr nicht jetzt.“ Und so beteten sie es nicht. Sie ritten und ritten, machten keinen Halt und verrichteten Asr erst nach Sonnenuntergang. Als beide Vorgehensweisen dem Propheten (FSMI) berichtet wurden, akzeptierte er beide Auslegungen. Was zeigt uns das?

Es zeigt uns, dass der Prophet (FSMI) so sprechen kann, dass unser Verstand daraus zwei unterschiedliche Schlussfolgerungen zieht. Und er bestätigt zugleich, dass beide zulässig sind. Das ist der Grund, warum es Madhhabs gibt: Weil die Worte Gottes und Seines Propheten unterschiedlich ausgelegt werden können. Die Frage ist nun: Wer nimmt diese Auslegung vor? Man braucht bestimmte Kompetenzen in der arabischen Sprache, um in der Lage zu sein, ein Mujtahid zu sein (ein Gelehrter, der eigenständige Rechtsfindung betreibt). Jemand, der dies filtert, verarbeitet und ein Ergebnis ableitet. Der Koran spricht zu uns in zwei Arten von Anweisungen.

Eine Anweisung, die nur auf eine Weise verstanden werden kann. Das wissen wir alle als Muslime. Wir brauchen zum Beispiel keine Rechtslehre, um zu wissen, dass man fünfmal am Tag beten muss. Man soll fünfmal am Tag beten, man muss Alkohol meiden. Dafür brauchen wir keine Rechtslehre. Das tun wir, weil es allgemein bekannt ist. Aber dann spricht Allah Taʿala (der Erhabene) und der Koran spricht in dem, was man mehrdeutige Sprache nennt, oder zannī ad-dalāla (spekulative Bedeutungszuweisung). Und das umfasst Dinge, die auf verschiedene Arten verstanden werden können. Wie also setzt man das um? Das ist einer der Gründe, warum Madhhabs entstanden sind.

Es gab eine Zeit, in der Abū Ḥanīfa lebte – unmittelbar nach den Ṣaḥāba (Gefährten des Propheten) –, in der man sich zusammensetzte, um alle Vorschriften für unseren Körper festzuhalten. Was hat unser Körper zu tun – im Gottesdienst und im Umgang miteinander? Dabei stießen sie auf viele Fragen, die Nazar erforderten – also Nachdenken und Prüfung: Was bedeutet dieses Wort? Was taten die Ṣaḥāba? Das ist es, was Rechtslehre ausmacht. Und jeder Imām hat seine eigene Methodik. Madhhabs sind dazu da, uns das Leben zu erleichtern. Warum sprach Allah auf diese Weise?

Warum hielt der Prophet (FSMI) Reden in einer Form, die – fast wie ein Licht, das in einen Kristall fällt – sich in viele wunderschöne Farben bricht? Das ist zu unserer Erleichterung. Er will keine Härte für euch. Er will Yusr (Erleichterung) für euch. Er will es euch erleichtern. Denn das menschliche Leben ist so unterschiedlich. Die Hintergründe der Menschen sind so verschieden. Darum braucht diese Religion eine gewisse Flexibilität, und Allah hat sie von Anfang an darin angelegt.

Diese Flexibilität ermöglicht uns Folgendes: Wenn ich in einer bestimmten Situation bin, in der mein Verständnis der Dinge so viele Schwierigkeiten verursacht, dass mein Leben nicht mehr normal verläuft, weil es zu beschwerlich wird, dann kann ich nach einer anderen Auslegung derselben Texte suchen und stelle fest, dass sie meine Belastung lindert. Madhhabs existieren, um Erleichterung zu bringen und den Islam für uns praktisch lebbar zu machen. Sie existieren nicht, um uns in Stämme oder Unterstämme zu spalten. Sie existieren nicht, damit wir ihnen dienen. Sie existieren, um das Leben als Muslim zu erleichtern. Waren die Wissensquellen der Imame der Madhhabs so umfangreich wie heute?

Vielleicht trafen sie bestimmte Ijtihads (eigenständige Rechtsurteile), weil sie keinen Zugang zu den richtigen Informationen hatten. Wie können wir sicher sein, dass sie Zugang zu den richtigen Informationen hatten? Nun, das ist eine gute Frage. Wenn man sich die Lehrer dieser Imame ansieht, kann man sicher sein, dass sie den Islam solide verstanden, die Sunna (prophetische Überlieferung) solide verstanden und auch die arabische Sprache. Denn ihre Lehrer waren die Kinder und Enkel der Gefährten. So früh lebten diese Imame. Bedenken Sie: Damals gab es sehr viele Imame, aber einige ihrer Schüler führten ihre Ideen nicht fort.

Letztlich glauben wir, dass es Allahs Wille war, dass gerade diese vier bis heute erhalten blieben. Generation für Generation wurde geprüft, noch einmal geprüft und mehrfach sichergestellt. Der erste Fehler, den man also begeht, ist anzunehmen, ein Madhhab seien lediglich die Worte einer Person, die vor langer Zeit lebte. Das ist nicht der Fall. Ein Madhhab ist eine lebendige Rechtsschule, das heißt, von der Zeit jenes Imams bis heute gab es in jeder Generation Gelehrte, die in diese Denkweise eintraten und die vorhandenen Quellen nahmen und anwendeten. Und sie stellten sicher, dass geprüft, doppelt geprüft und dreifach geprüft wurde.

Und manchmal, ja, manchmal erkannten sie auch, dass die Schlussfolgerung des ursprünglichen Begründers nicht die beste Antwort war. Seine Methode war solide, der Großteil seiner Arbeit war solide, aber in diesem Punkt weichen wir von ihm ab. Das ist eigentlich der Beweis, dass es sich um verlässliche Wissensquellen handelt und nicht um blinde Gefolgschaft. Bedenken Sie, das ist alles eine Frage der Beurteilung. Und wenn es um eine Frage der Beurteilung geht, braucht man viele Denker, viele Menschen, die sagen: „Ja, das ist die richtige Antwort.“ Deshalb haben wir so viel Vertrauen in diese Madhhabs, weil so viele Köpfe an ihnen mitgewirkt haben.

Und auch das widerlegt wieder diese Vorstellung, dass es nur ein Imam war und wir ihm seitdem alle folgen. So ist es überhaupt nicht. Neben der Rechtsschule (Fiqh) gibt es auch die maturiditische und die aschʿaritische Schule. Was genau sagen sie uns und warum gibt es eine starke Ablehnung gegen diese beiden Schulen? Nun, am Ende der Zeit, als die Rechtsurteile schriftlich festgehalten wurden, als die Rechtswissenschaft dokumentiert wurde, am Ende dieser Epoche, entstand eine theologische Streitfrage. Und diese führte im Wesentlichen zu zwei Ansätzen im Umgang mit diesen Irrtümern. Der erste Ansatz war der hanbalitische Ansatz, der auch als Athari-Ansatz bekannt ist.

Diese Methodik – wir können sie Athari nennen – wurde durch die hanbalitische Schule vertreten, die im Wesentlichen sagte: „All diese Irrtümer der muʿtazilitischen Denker werden abgelehnt.“ Damit setzten sie ihnen ein klares Ende. Folgt dem Text und nur dem Text, der Schrift – und nur der Schrift. Danach kamen die Kalām-Schulen. Und es gibt zwei Kalām-Schulen. Kalām bedeutet dialektische Theologie. Kalām im Sinne von dialektisch. Dialektische Theologie bedeutet, dass wir Ihnen tatsächlich Frage für Frage beantworten. Ja, wir stimmen mit den Athari überein in dem Urteil, das sagt: Ja, das ist falsch, nicht wahr? Und wir müssen am Text festhalten.

Aber wir werden Ihnen antworten und Ihnen erklären, warum es falsch ist. Und wir werden mit Ihnen diskutieren und uns mit Ihnen auseinandersetzen, sogar nach Ihrer eigenen Methodik, das heißt, wir werden den rationalen oder philosophischen Ansatz verwenden und Ihnen zeigen, warum Sie falsch liegen, und Muslimen zeigen, warum sie an diese bestimmten Glaubensgrundsätze glauben müssen. Das nennt man grob gesagt den „Kalām-Ansatz“. Beide Ansätze dienen also der Verteidigung und Festigung der Sunnah, und der Etablierung der Sunnah. Der Athari-Ansatz verwendet die Quellen, Koran und Sunnah, und belässt es dabei.

Der Kalām-Ansatz versucht, diese Ideen zu ordnen und in der Lage zu sein, auf Abweichungen und Atheisten zu reagieren. Und Imam an-Nawawī sagt, dass eine der verpflichtenden Neuerungen dieser Ummah (Gemeinschaft) sei – er führt sie dort auf, und Ibn Hajar folgt ihm später –, er sagt: „Fähig zu sein, den Philosophen zu antworten, den Atheisten zu antworten, den Irrlehrern zu antworten.“ Und wenn jemand ein Philosoph ist, kann man ihm nicht einfach sagen: „Gott existiert,“ nur weil Gott existiert oder weil der Koran es sagt, denn er akzeptiert den Koran ja gar nicht erst. Man muss also in der Lage sein, seinen Unglauben zu widerlegen auf einer Grundlage, der er selbst zustimmt.

Und man muss auch den eigenen Glauben auf einer Grundlage präsentieren, die er ebenfalls anerkennen würde – mit anderen Worten: rational begründet. Das ist, grob gesagt, das Konzept von Kalām. Und das Rechtsurteil zu Kalām, wie es an-Nawawī sagt, lautet: Wenn das das Ziel ist, dann ist es eine Gemeinschaftspflicht der Gelehrten. Ich glaube, dass die wichtigste Sache, die wir heute jedem Muslim sagen sollten, ist: Erforsche deinen Glauben! Nämlich den Iman (Glauben), den Glauben an Allah und Seinen Gesandten, und den Koran und die Hadithe als Quellen, sowie deren Antworten auf Naturalismus, Szientismus, Evolution und säkulare Moral.

Das steht heute fast auf dem Niveau einer individuellen Pflicht (Fard ʿayn), so wie es für unsere Vorfahren eine individuelle Pflicht war, den Umgang mit Schwert und Bogen zu lernen, ein Pferd zu reiten und gegen die Mongolen auf der einen Seite und die Kreuzfahrer auf der anderen zu kämpfen. Weil ich die erste Staffel von Ertuğrul gesehen habe, weiß ich sehr gut, was damals los war. Nicht wahr? Für so einen Jungen – wäre das nicht Fard ʿayn für ihn? Es ist… Fard ʿayn sollte ich wohl übersetzen als individuelle Verpflichtung, weil die Wahrscheinlichkeit, dass man in jener Zeit auf einen Mongolen oder Kreuzritter traf, vielleicht bei 85 % lag.

Wie kann ein Mann einen Sohn erziehen, der nicht weiß, wie man ein Schwert hält, ein Pferd reitet, einen Pfeil schießt oder einen Schild hält? In der heutigen Welt dagegen werden wir wohl keinen physischen Kampf erleben. Es ist schwer vorstellbar, dass jemand mit Verstand und einem Handy nicht mit einer ideologischen Bedrohung oder einem ideologischen „Curveball“ konfrontiert wird, denn wir kommen ja mit so vielen Menschen in Kontakt. Und die Welt der Ideen prasselt durch unsere Handys direkt auf uns ein. Daher scheint es mir, dass wir es fast als individuelle Verpflichtung ansehen können, gründlich und tiefgehend zu hinterfragen, warum wir Muslime sind.

Ich stelle jetzt Fragen zu anderen Themen als den Madhhabs: Wenn wir uns den Sufismus ansehen, sehen wir, dass ihm im Laufe der Geschichte eine enorme Zahl von Menschen gefolgt ist, und dass viele Menschen von diesem Weg profitiert haben, um ihr Jenseits zu retten. Warum also gibt es so viel Widerstand dagegen? Nun, es könnte Widerspruch dagegen geben, wenn etwas nicht korrekt gemacht wird. Wir haben ja bereits darüber gesprochen: Wenn wir uns die Rechtswissenschaft ansehen, kann es auch einen Mufti geben, der Fehler macht, nicht wahr? Es kann sogar einen Mufti geben mit einer katastrophalen Bilanz, dessen Fatwas alle falsch sind.

Aber das bedeutet nicht, dass man die Rechtswissenschaft abschaffen sollte. Die Läuterung des Herzens ist in unserer Religion eine Notwendigkeit – unabhängig von der Person. Genauso verhält es sich mit der Theologie. Erinnern Sie sich: Was ist der Zweck der kalām-theologischen Schulen? Es geht darum, die ʿAqīdah (Glaubenslehre) von Koran und Sunnah zu verteidigen und von den Ahl as-Sunnah wa-l-Jamāʿah (den Leuten des prophetischen Weges und der Gemeinschaft), mit rationalen Beweisen – um sie erklären und verteidigen zu können. Das heißt aber nicht, dass jeder Mutakallim oder Kalām-Theologe immer richtig liegt. Er kann durchaus Fehler machen.

Ebenso gilt auf der anderen Seite: Auch die Atharī-Richtung, also jene, die der hanbalitischen Methodik folgen – sicherlich gab es auch in ihren Reihen, wie Ibn al-Dschauzī sagte, solche, die Fehler machten. Ebenso im dritten Bereich: Wir sagten: Islam, Īmān, Iḥsān. Das entspricht Regeln, Fiqh und ʿAqīdah – und nun kommen wir zu Iḥsān, was Tasawwuf bedeutet. Tasawwuf, Tazkiyat an-Nafs (Seelenläuterung), ist ein anerkanntes Fachgebiet und ein eigener Wissenszweig. Keine zwei Muslime würden sagen, dass dies kein gültiges Thema sei. Früher nannte man es al-Riqāq, nicht wahr – die „Erweichung der Herzen“.

Später gab man ihm verschiedene Namen und Bezeichnungen, bis man schließlich den Begriff „Tasawwuf“ verwendete – „Wolle tragen“ –, weil man es nicht etwas nennen wollte, das sich nicht überprüfen lässt, wie etwa… – wie würde man jemanden nennen, der ständig Tazkiyat an-Nafs betreibt oder sein Herz reinigt? Würde man ihn „den Reinen“ nennen? Sehen Sie? Das geht nicht. Erstens: Ich kann es nicht überprüfen. Zweitens: Man darf sich nicht selbst loben. Wenn Sie ein Koranrezitator sind und die verschiedenen Lesarten beherrschen, kann man das objektiv überprüfen – Sie können vor uns allen rezitieren.

Sind Sie ein Muḥaddith und Hadithgelehrter, können Sie Ihre Hadithe vortragen und wir wissen, dass Sie ein Hadithgelehrter sind. Aber Sie können nicht Tag und Nacht Allah dienen und sich selbst „den Reinen“ nennen. Das ist nicht erlaubt. Das wäre erstens nicht nachweisbar, zweitens Selbstlob. Also nannte man sie schließlich einfach „die Wolltragenden“. Und so entstand der Begriff „Sufi“.

Ein Sufi ist jemand, der diesen Weg der Selbstläuterung geht, sich darauf und auf ʿIbādah (Gottesdienst) konzentrieren will, sich von der Dunya (dieser Welt) abwendet und all jenen schönen Dingen nachgeht, die einen Menschen Allah näherbringen – wobei seine Theologie, seine ‘Ibadah, sein Fiqh korrekt sein müssen. Weicht er davon ab, ist er dafür zu tadeln. Hält er sich daran, ist er zu loben. Was genau ist das Konzept der Bidʿah? Ist alles, was später im Islam entstanden ist, eine Bidʿah und damit falsch? ʿIzz ibn ʿAbd as-Salām in der schafiʿitischen und al-Qarāfī in der malikitischen Schule vertraten die Ansicht, dass Neuerungen – Handlungen – in fünf Kategorien eingeteilt werden müssen.

Die Neuerung ist also eine Eigenschaft der Handlung, doch ihre rechtliche Einstufung hängt davon ab, wie wir sie an der Scharīʿah (dem islamischen Recht) messen. Sie kann verpflichtend, empfohlen, erlaubt, missbilligt oder verboten sein. Und dies sind notwendige Neuerungen. Man kann sagen, eine Neuerung, die eine Verpflichtung ist. Die Überprüfung der Überlieferer, der Hadith-Überlieferer. Denn wir haben nie gesehen, dass die Sahaba herumgingen und sagten: „Lasst uns die Person beurteilen. Ist er thiqa (vertrauenswürdig)? Ist er munkar (zurückgewiesen)?

Ist er matruk (verworfen)?“ und ihn dann so einstuften: Dieser Überlieferer ist nicht akzeptabel, dieser Überlieferer ist sehr zuverlässig, usw. All diese Wissenschaftsbereiche und Kategorisierungen und die Organisation von Wissen kann man ebenfalls als etwas ansehen, das eine notwendige Neuerung ist, etwas, das zur Zeit des Propheten und der Sahaba nicht existierte. Vielleicht auch das Beten von Tarawih (spezielle Gebete im Ramadan) in Gemeinschaft, und die Zusammenstellung des Korans in Buchform. All dies waren die Neuerungen jener Zeit. Gewiss gab es das nicht zur Zeit des Propheten, Friede sei mit ihm. Aber die Frage ist: Wie ist das Urteil darüber?

Angenommen, rein hypothetisch, wir stimmen zu, dass eine bestimmte Handlung wie Gruppen-Zikr (Gedenken Allahs) eine Neuerung ist. Okay, ist dies eine Neuerung, die mich aus dem Islam hinauswirft? Neuerungen müssen rechtlich eingeordnet werden, anhand der Rechtskategorien. Was genau definieren wir als Gruppen-Zikr? Wie bestimmen wir das? Jede Art von Zusammenkunft von Muslimen, um Allahs, subhanahu wa ta‘ala (des Erhabenen und Gepriesenen), zu gedenken, haben die Sahaba praktiziert, und der Prophet (FSMI) versammelte sich selbst mit den Muslimen.

Und so blieb nur die Frage, über die es Diskussionen gibt, die Art und Weise, in der diese Zusammenkünfte stattfinden und ob Tasbih (Verherrlichung Allahs) im Chor, Tasbih, bei dem alle gemeinsam Dhikr sprechen, im Gleichklang erlaubt ist oder nicht. Das ist die einzige Frage. Lautes Rezitieren – kein Problem. Dhikr laut sprechen – kein Problem. Aber ihn im völlig einheitlichen, kollektiven Einklang zu sagen – das ist lediglich ein Unterschied in der Meinung unter den Fuqaha (Rechtsgelehrten). Sogar in der hanbalitischen Rechtsschule sagt al-Buhuti, das Rezitieren des Korans laut und in einer Stimme sei erlaubt. Also sagt selbst die hanbalitische Schule dies.

Und alle vier Rechtsschulen stimmen darin überein, dass es erlaubt ist. Das zeigt uns, dass es in allen vier Madhhabs erlaubt wäre, eine Versammlung des Dhikr zu haben, in der man gemeinsam den Koran und Dhikr einstimmig rezitiert. Jedes Jahr, wenn sich der Ramadan nähert, wenn die drei heiligen Monate näher kommen, dann rücken einige besondere Nächte ins Blickfeld, in die Aufmerksamkeit der Menschen, wie Ragha'ib, Mi'raj, Barat, Mawlid. Und sind diese ebenfalls Bidʿah und haben sie irgendeine Grundlage in der Sunnah unseres Propheten, Friede sei mit ihm? Okay, das ist eine gute Frage.

Also, einige dieser besonderen Nächte sind durch Überlieferungen und Ahadith (Aussprüche des Propheten FSMI) überliefert. Und der Hadith mag schwach sein, aber dennoch behauptet niemand, dass das Begehen dieser Nächte eine Verpflichtung ist. Und schwache Ahadith können für gewöhnliche gute Taten verwendet werden, von denen niemand sagt, sie seien „Pflicht“, denn schwache Ahadith könne nicht zur Verpflichtung oder zum Verbot herangezogen werden. Aber man kann nach ihnen handeln.

So waren die frühen Fuqaha, und ich zitiere hier ein Beispiel von Imam Malik, der Ansicht, dass er es nicht mochte, wenn diese Nächte öffentlich begangen wurden, in großen Versammlungen, damit die Menschen sie nicht für verpflichtend halten. Daher hielt er das öffentliche Zusammenkommen dafür für unerwünscht. Nicht wegen des Inhalts, sondern weil er nicht wollte, dass die Leute denken, es sei eine Pflicht. Malik sagte dasselbe über das Fasten der sechs Tage von Shawwal. Er wollte nicht, dass die Leute denken, es sei eine Pflicht. Doch später waren die Gelehrten anderer Meinung. Warum? Weil sie sahen, dass es ein größeres Problem gab.

Es ist nicht, dass die Leute denken würden, es sei Pflicht. Die Menschen wussten nun im Großen und Ganzen, was Pflicht ist und was nicht. Und es gibt einen Mangel an allgemeinem Bewusstsein. Es gibt eine Ghaflah, eine Achtlosigkeit, die auf die Ummah herabgekommen ist.

Daher beriefen sie sich auf Allahs Wort: „wa taʿāwanū ʿala al-birri wat-taqwā“ – „Unterstützt einander in guten Taten.“ Also, wenn wir eine Tat finden, die selbst in einem schwachen Hadith vorkommt oder in einem allgemeinen Grundsatz, wie das Gedenken an den Propheten FSMI im Rabiʿ al-Awwal, was im Wesentlichen der Mawlid ist, dann betrachteten sie es als Teil davon: „wa taʿāwanū ʿala al-birri wat-taqwā“ – unterstützt einander in guten Taten und Frömmigkeit. Und wir sehen, dass die Ummah in Ghaflah ist, in einer großen Ghaflah. Daher ist alles, was eine Grundlage hat und wofür man die Menschen versammelt, etwas Gutes.

Und das hat heute Vorrang, weil die Leute nicht einmal ihre Pflichten erfüllen, geschweige denn denken, dass dies eine Pflicht sei. Das ist, denke ich, das Tahreesh (Anstacheln zum Streit) des Shaytan (Satan), die Streitargumentation, die der Shaytan in die Ummah (Gemeinschaft) bringt. Glauben Sie, dass Spaltungen über solche Themen der Gemeinschaft schaden? Naja, ich möchte nicht das größere Gesamtbild aus den Augen verlieren: Dass wir eine Ummah haben, die sich im Krieg befindet. Aber eines der Dinge, die ich tun und beitragen kann, ist zu zeigen, dass gewisse Dinge nur Köder von Iblis (Satan) sind, die die Menschen in den Schlamm unnötiger Debatten ziehen.

Wenn Allah etwas weit gefasst hat, steht es dir nicht zu, es auf deine Meinung zu verengen. Und genau hier tritt unter betenden und praktizierenden Muslimen das Tahreesh von Iblis auf, wenn die eine Gruppe sagt: „Es muss so sein“, und die andere Gruppe sagt: „Nein, es muss so sein.“ Und genau das führt letztlich zur Uneinigkeit. Es ist kein Zufall, dass Uneinigkeit ausgerechnet in einer Zeit aufkommt, in der Muslime im Krieg sind, oder? Wenn Krieg gegen Muslime geführt wird, treffen uns mehrere Ebenen der Uneinigkeit. So ist die Kraft der Ummah bereits zerschlagen worden. All das kommt von Iblis.

Ein Ablenkungsmanöver, um Sie weit, weit wegzuhalten vom eigentlichen Kampf, von dem er – bildlich gesprochen – unbedingt verhindern will, dass Sie in ihn eintreten. Zum Schluss: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, zur gesamten jungen muslimischen Ummah zu sprechen, was würden Sie ihr in wenigen Augenblicken sagen? Ich würde einfach sagen: Wenn wir zu Allah Subhanahu wa Taʿala zurückkehren, dann wird Allah Taʿala zu uns zurückkehren. „In tansurullaha yansurkum“ (Wenn ihr Allah helft, wird Er euch helfen), nicht wahr? Gebt Allah den Sieg, und Allah wird uns den Sieg geben. Das ist machbar in diesem Leben. Wie ist das machbar? Nun, wie hat Allah andere Dinge in der Geschichte bewirkt?

Wie hat David Goliath besiegt? Wie besiegten die Araber gleichzeitig die Byzantiner und die Perser? Selbst in der Geschichtsschreibung heißt es als Erstes: Warum verliert eine Armee? Weil sie einen Zweifrontenkrieg führen muss. Was ist mit einer Armee von Sahaba, von Arabern, die nichts hatten, und sich absichtlich auf einen Zweifrontenkrieg einließen? Und sie gewannen beide. Das geschah zur Zeit des Lebens von Umar. Als er zehn Jahre alt war und man ihm gesagt hätte, er werde beide Armeen besiegen und Anführer sein, wäre das eine lächerliche Vorstellung gewesen, oder? Und es geschah. Und es könnte geschehen, wenn wir „in tansurullaha yansurkum“ befolgen.

Wenn wir das als Ummah umsetzen, wissen wir nicht, was geschehen wird. Dann werden viele großartige Dinge geschehen. Und ich persönlich glaube, auch wenn Dunkelheit am Horizont liegt, dass innerhalb dieses Lebens viele großartige Dinge geschehen werden. Jazakallahu khairan, Sheikh. Vielen Dank, Dr. Shadee Elmasry, dass Sie bei uns waren. Es war ein großes Privileg, dieses Gespräch mit Ihnen zu führen. Ganz meinerseits. Und insha’Allah möchten wir gerne mit Ihnen auch bei zukünftigen Projekten zusammenarbeiten. Und möge Allah Barakah (Segen) geben und Sie für all Ihre Arbeit belohnen. Jazakumullahu khairan, und großartige Arbeit mit eurem Kanal.

Ihr seid kurz davor, drei Millionen Abonnenten zu erreichen – – eine erstaunliche Leistung! – Alhamdulillah. Möge Allah euch Tawfiq (Erfolg) geben.