Hamza und Umar werden Muslime! – KI-Visualisierung – O Prophet | Ep 3
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„O Allah, stärke den Islam mit demjenigen den du von diesen beiden Männern mehr liebst: Abu Jahl oder Umar ibn al-Khattab." Dieses Gebet wurde vom Gesandten Allahs (FSMI) gesprochen. Es war das fünfte Jahr seines Prophetentums. Trotz all seiner unermüdlichen Bemühungen, war die Zahl der Muslime noch immer sehr klein, etwa 140. Spirituell waren sie weit bedeutender als die gesamte Stadt Mekka, doch ihre Anzahl war noch sehr gering. In der Geschichte wurden Menschen schon immer von anderen beeinflusst, besonders von bekannten Persönlichkeiten. Und nun war in Mekka die Zeit gekommen, dass einflussreiche Personen in den Schoß des Islam eintraten.
Diese Videoserie basiert auf Hunderten von Referenzen aus verlässlichen islamischen Quellen. Alle KI-Bilder wurden in Beratung mit muslimischen Gelehrten erstellt und entsprechen islamischen Richtlinien. Abu Jahls echter Name war Amr ibn Hisham. Er zeichnete sich insbesondere durch Intelligenz und Reichtum aus. Er war immer Abul-Hakam genannt worden, also „Vater der Weisheit“. Doch seine völlige Blindheit gegenüber der größten Wahrheit des Universums und seine ständige, brutale Folterung der Muslime machten ihn in der Sicht Allahs zu Abu Jahl... zum „Vater der Unwissenheit“. Was Umar ibn al-Khattab auszeichnete, waren Weisheit, Verstand, Mut, und Gerechtigkeitssinn.
Von den frühesten Tagen des Islam an war er einer der härtesten und gnadenlosesten Menschen gegenüber den Muslimen. Nie zeigte er Toleranz, und manche von ihnen folterte er sogar, um sie vom Islam abzubringen. In diesen Tagen war sein Herz so hart, dass er eine der Gefährtinnen, Lubaynah, schlug, nur weil sie den Islam angenommen hatte. Wenn er vom Schlagen müde wurde und einen Moment aufhörte, sagte er zu ihr: „Denk nicht, dass ich dir Gnade zeige. Ich unterbreche nur, weil ich erschöpft bin.
Sobald ich wieder zu Kräften komme, mache ich weiter, und ich höre nicht auf, bis du deinen Glauben aufgibst.“ Sowohl Abu Jahl als auch Umar ibn al-Khattab waren sich in ihrer Feindseligkeit dem Islam gegenüber ähnlich. Doch der Gesandte Allahs (FSMI) war so voller Hoffnung, dass er nicht mal diese Männer aufgegeben hat. Und er war so gütig, dass er sogar für ihre Rechtleitung betete.
Trotz allem, was sie getan hatten, sprach er immer noch dieses Dua (Bittgebet): „Oh Allah, stärke den Islam mit demjenigen dieser beiden Männer, den Du mehr liebst: Abu Jahl oder Umar ibn al-Khattab.“ Nach all den Schwierigkeiten, die die Muslime in Mekka erlitten, versammelte Rasulullah (Gesandter Allahs) einmal seine Gefährten und sagte: „Geht und verteilt euch auf der Erde. Allah wird euch wieder zusammenführen.“ Aber wohin sollten sie gehen? „Oh Gesandter Allahs, wohin sollen wir gehen?“ Rasulullah (FSMI) wies mit seiner Hand und sagte: „Dorthin.“ Er zeigte auf das Land, das man über das Meer erreichen würde. „Unter der Herrschaft des Königs von Abessinien leidet niemand Unterdrückung.
Es ist ein Land der Gerechtigkeit. Die Hoffnung ist, dass Allah euch dort Erleichterung schenkt.“ Die erste Auswanderung im Islam sollte also in dieses Land stattfinden: Abessinien, das heutige Äthiopien. Im Monat Rajab machten sich 15 Gefährten vom Hafen Shu'aybah auf zum Land der Hoffnung. Stellt euch mal vor, ihr wärt in dieser Situation. Wäre es nicht sehr schwierig, so eine Reise zu machen? Ihr wisst nicht, was euch an dem Ort erwartet, zu dem ihr reist. Und obendrein müsst ihr eure Lieben zurücklassen, euer Zuhause, eure Heimat, und was ihr mitnehmen könntet, wäre sehr begrenzt. Ziemlich überwältigend, oder?
Aber die Gefährten waren Menschen, für die nichts je kostbarer sein konnte als die Religion Allahs. Das ewige Leben im Jenseits stand über allem. Und vielleicht könnten manche Menschen in diesem Land, die nach der Wahrheit dürsteten, ja auch zum Licht geführt werden. Ein paar Monate nach der ersten Gruppe brach eine weitere auf. Diesmal unter der Führung von Ja'far ibn Abi Talib. Es war eine Gruppe von 101 Personen, darunter 18 Frauen. Die Zurückgebliebenen blieben nicht, um ein einfacheres Leben zu führen. Tatsächlich war ihre Lage sogar schwieriger. Sie alle erlebten eine Zeit voller Opfer. Und was war mit dem Gesandten Allahs? War er unter denen, die weggingen? Nein.
Er war immer dort, wo Gefahr und Anspannung am größten waren, direkt an der Frontlinie. Egal, was mit ihm passierte, er brachte die nötigen Opfer dar und traf trotzdem Vorkehrungen. Trotz des ständigen Attentatsrisikos wich er nie von seiner Mission ab. Später gehörte er auch zu den Letzten, die nach Medina auswanderten. Und in den Tagen von Medina, wann immer Ärger oder Chaos ausbrach, bestieg er sofort ein Pferd und war der Erste am Ort des Geschehens. Am Tag von Badr war er dem Feind am nächsten. Und am Tag von Uhud, im schwierigsten Moment, war er derjenige, der die Gefährten wieder um sich versammelte. Man sagt, Mut kommt vom Glauben; er war das beste Beispiel dafür.
Und was war mit den Quraysh? Wie reagierten sie auf die Auswanderung nach Abessinien? Die erste Gruppe war ihnen völlig egal. „Ich hörte, einige der Anhänger deines Neffen ziehen nach Abessinien.“ „Nenn ihn nicht meinen Neffen. Und wenn sie gehen wollen, lass sie gehen. Wollten wir sie nicht ohnehin loswerden?“ Und sie schwiegen. Doch als sie sahen, dass immer mehr Leute nach Abessinien gingen, gerieten sie in Panik. „Was, wenn die Abessinier auch Muslime werden? Was, wenn die Gefährten den Islam auch dort verbreiteten?“ „Was, wenn sie an Stärke gewinnen und unaufhaltsam werden?“ Diese Erkenntnis kam spät. Und als sie endlich kam, packte sie große Angst.
Sofort versammelten sie sich im Dar al-Nadwa (dem Haus der Versammlung). Sie mussten ihren Gegenzug beraten. Das Dar al-Nadwa war das genaue Gegenteil vom Dar al-Arqam (dem Haus von Arqam). Während vom einen Licht ausging, verbreitete das andere Dunkelheit. Genau an diesem Ort schmiedeten sie ihre Pläne gegen den Islam. An diesem Tag kamen die Anführer von Quraysh erneut zusammen. Was auch immer nötig war – die Muslime mussten zurückgeholt werden. Zu diesem Zweck konnte man entweder die Muslime den Abessiniern als Gruppe von Rebellen darstellen, oder den Herrschern den Islam in schlechtem Licht zeigen. Modern ausgedrückt: Sie mussten zu Manipulation und sogar Verleumdung greifen.
Nur so konnten sie hoffen, sie aufzuhalten. Sie wollten verhindern, dass die Gefährten, die ihre Heimat schon hatten verlassen müssen, dort Frieden fanden. Endlich kam die Entscheidung aus dem Dar al-Nadwa (dem Haus der Versammlung). Das Genie der Araber, Amr ibn al-Aas, wurde berufen, nach Abessinien zu gehen. Mit seinem beispiellosen Überzeugungsgeschick würde er die Muslime von König Najashi zurückfordern. Amr kannte Najashi bereits sehr gut. Er war mit Abessinien vertraut, wusste genau, wen er ansprechen und wie er mit ihnen reden sollte. Mit kostbaren Geschenken, die dem König gefallen würden, brachen er und sein Freund auf.
Zuerst planten sie, die Unterstützung der Hofbeamten zu gewinnen, indem sie Geschenke anboten und angenehme Gespräche führten. Was sie am meisten fürchteten, war, dass der König die Gefährten rief und die Geschichte direkt von ihnen hörte. Sie dachten: „Wenn die hohen Beamten Amr unterstützen, dann würde der König das nicht für nötig halten, und alles wäre mühelos erledigt.“ Amr fand genau die Leute, die er suchte, und führte seinen Plan aus. Endlich erhielt er die Unterstützung, die er gesucht hatte, und jetzt war es Zeit, vor dem König zu erscheinen. Amr grüßte Najashi respektvoll und ehrerbietig. Dann begann er zu sprechen.
„O König, wir sind gekommen, um euch vor diesen Menschen zu warnen, die einst unter uns gelebt und Unruhe gestiftet haben. Sie versuchen jetzt, eure Religion, euer Land und eure Leute zu verderben. Das sind nur ein paar törichte Jugendliche. Sie haben unsere Religion verlassen, sind aber auch nicht in eure eingetreten. Stattdessen haben sie eine komplett neue Religion erfunden, die weder euch noch uns bekannt ist.“ Der König gehörte dem Christentum an, und weil Amr das wusste, machte er weiter: „Sie sehen Jesus, den Sohn Marias, nicht als Gott an. Wenn sie in eure edle Gegenwart kommen, verbeugen sie sich nicht vor euch.
Übergebt sie uns, und wir werden mit ihnen so umgehen, wie sie es verdienen.“ Die bestochenen Beamten unterstützten Amr. Der König war aber ein weiser Mann und glaubte ihre Worte nicht unbesehen. Er rief die Muslime zu sich. Er wollte auch ihre Seite der Geschichte hören. Was würde jetzt passieren? Auf der einen Seite stand Amr ibn al-Aas mit scharfem Verstand und Eloquenz, und auf der anderen Ja'far ibn Abi Talib mit Mut und Wahrhaftigkeit. Zwei sehr geschickte Redner sollten einander gleich gegenübertreten, und eine der intensivsten Debatten in der Geschichte der Sira sollte gleich beginnen.
Bevor er auf die Behauptungen einging, äußerte Ja'far eine Bitte: Von den beiden Gesandten der Quraysh sollte nur einer sprechen. Amr stimmte zu und trat nach vorne. Dann stellte Ja'far drei Fragen: „Sind wir Sklaven, die zu ihren Herren zurückgebracht werden sollen?“ „Haben wir unschuldiges Blut vergossen, sodass wir der Familie des Opfers zurückgegeben werden müssen?“ „Haben wir den Menschen unrechtmäßig ihr Vermögen weggenommen, das wir zurückzahlen müssen?“ In jedem Fall war die Antwort nein. Also befragte man über ihre Religion, und Ja'far sprach weiter. „Oh König, wir waren ein Volk, das in Unwissenheit lebte. Wir haben Götzen angebetet und totes Fleisch gegessen.
Alle möglichen Übel begangen. Wir haben Familienbande durchtrennt und die Rechte unserer Verwandten ignoriert. Unsere Nachbarn vernachlässigt und uns nicht um ihre Rechte gekümmert. Die Starken unter uns haben die Schwachen unterdrückt. So waren wir. Doch Allah hat uns einen Propheten aus unserer Mitte geschickt. Einen Mann, dessen edle Abstammung, Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Bescheidenheit und Reinheit wir alle kannten. Er hat uns dazu aufgerufen, an die Einheit Allahs zu glauben, nur Ihn anzubeten, und die aus Stein, Holz, Gold und Silber gemachten Götzen aufzugeben, die wir und unsere Vorfahren anstelle von Allah angebetet hatten.
Er hat uns gelehrt, die Wahrheit zu sagen, das uns anvertraute Gut zurückzugeben, unsere Familienbande zu ehren, unsere Nachbarn gut zu behandeln, und Sünden und Blutvergießen zu vermeiden. Er verbot Unsittlichkeit, Lüge, den Besitz von Waisen zu nehmen, und das Verleumden keuscher Frauen. Also glaubten wir ihm und nahmen seine Botschaft an Wir folgten dem, was er uns von Allah gebracht und übermittelt hat. Deshalb wurde unser Volk feindselig und unterdrückte uns. Sie folterten uns auf viele Arten, damit wir unseren Glauben aufgeben, damit wir aufhören Allah anzubeten und gezwungen sind, Götzen anzubeten. Wegen all dem verließen wir unsere Heimat, um bei euch Schutz zu suchen.
Wir zogen euch anderen vor und hoffen, dass wir in eurem Land keine Ungerechtigkeit erleben werden.“ Ja'fars Worte umfassten in kraftvoller Weise die gesamte bisherige Geschichte der Sira (Biografie). Was Stunden der Erklärung hätte dauern können, fasste er in wenigen Minuten zusammen. Als Najashi diese Worte hörte, war er voller Bewunderung. Sein Herz war tief bewegt und neugierig auf diesen neuen Glauben. Weil er Christ war, wusste er, dass das Evangelium viele Zeichen über die Ankunft des letzten Propheten enthielt. Und der Prophet, von dem Ja'far sprach, passte genau zu diesen Zeichen.
Najashi fragte: „Hast du etwas von der Offenbarung bei dir, die euer Prophet von Allah gebracht und euch übermittelt hat?“ „Ja, habe ich.“ „Dann rezitiere es mir.“ Allah, der Eine, der alle Zeiten kennt, Vergangenheit und Zukunft, hatte bestimmt, dass die Sure Maryam (Kapitel der Maria) kurz vor der Auswanderung nach Abessinien offenbart wurde. Da der König Christ war, war diese Sure ein großer Segen. Ja'far erkannte dieses Geschenk und rezitierte die ersten 35 Verse der Sure Maryam. Der König und die Priester hörten aufmerksam zu, begierig darauf, Allahs Worte zu hören, die zu ihnen sprachen. Die Verse erzählte von Prophet Zakariya (Zacharias) und Yahya (Johannes).
Sie sprachen davon, wie Maria Jesus (FSMI) trug, wie er ohne Vater geboren wurde, wie er als Baby sprach, und wie Allah ihn als Propheten sandte. Mit jedem Wort nahm ihre Erregung zu. Tränen strömte aus den Augen des Königs und durchnässten seinen Bart. Auch die Priester weinten mit ihm. Nach genau diesen Worten hatten sich ihre Seelen gesehnt. Wie hatten sie all die Jahre ohne sie gelebt? Die Gesandten der Quraysh verblieben völlig stumm und beobachteten diese Szene nur. Der König sah die Muslime jetzt in anderem Licht. Sein Respekt und seine Bewunderung waren stark gewachsen.
„Dies kommt, ohne Zweifel, aus derselben Quelle wie das, was Jesus erhalten hat.“ Dann drehte er sich zu Amr und seinem Freund um und sagte, „Geht jetzt, ihr beiden. Geht. Ich schwöre, ich werde sie niemals ausliefern und niemand wird sie jemals anfassen.“ Eine vernichtende Niederlage für Amr ibn al-Aas. Alle seine Bemühungen endeten in Enttäuschung. Als er den König verließ, kochte er vor Wut. Er wollte nicht einfach aufgeben und die Niederlage akzeptieren. Er dachte: „Das kann nicht das Ende sein. Es muss einen anderen Weg geben.“ Jetzt war er noch entschlossener. Er schmiedete einen neuen Plan.
Am nächsten Tag wollte er einen ganz anderen Schachzug versuchen, und er war sicher, dass die Reaktion anders sein würde wie heute. „Bei Allah! Morgen werde ich zum König gehen, und mit dem, was ich über sie sagen werde, werde ich sie komplett auslöschen lassen." Währenddessen kam es in Mekka zu bemerkenswerten Ereignissen. Die Quraysh mussten erschüttert ansehen, wie einige ihrer führenden Persönlichkeiten den Islam annahmen, und die Götzendiener erlitten Schlag auf Schlag. Und Allah erhörte das große Gebet Seines Gesandten. Während der Auswanderung der Muslime nach Abessinien stieß Umar auf eine der Gefährtinnen, Layla.
„Ihr geht also?“ Die Antwort, die er bekam, machte ihn sehr nachdenklich. „Ja. Wir gehen in ein anderes Land Allahs. Ihr habt uns gefoltert und unterdrückt. Wir bleiben dort, bis Allah uns einen Ausweg ermöglicht.“ Umar wurde still. Er schien sich selbst zu hinterfragen für alles, was er den Muslimen antat. „Möge Allah euch auf eurem Weg begleiten.“ Als Layla später über diesen Vorfall sprach, sagte sie, „Ich sah in ihm eine Sanftheit und ein Mitgefühl wie nie zuvor. Als ob unser Weggehen ihn traurig machte.“ Als später ihr Mann Amir zurückkam, erzählte sie ihm, was passiert war.
„Hoffst du wirklich, dass Umar Muslim werden wird?“ „Ja, das hoffe ich.“ Amir gab eine sarkastische Antwort: „Dann merke dir Folgendes: Dieser Mann wird niemals Muslim werden. Nicht, bis du siehst, wie Khattabs Esel Muslim wird.“ Umars Härte bis zu diesem Zeitpunkt hatte diesen Eindruck hinterlassen. Aber trotzdem machte er einen Schritt vor Abu Jahl. Und für Allah war es niemals schwer, dieses Herz zu wenden und verändern. Wie Er in einem Hadith Qudsi (Heiliger Hadith) sagte: „Wenn Mein Diener auf mich zugeht, eile Ich auf ihn zu.“ Dieser Schritt sollte niemals umsonst sein. Es gab etwas Gemeinsames in den Geschichten der beiden Männer.
Zu verschiedenen Zeiten, mitten in der Nacht, kamen sie heimlich in die Nähe des Gesandten Allahs (FSMI) und hörten den Koran. Abu Jahl wollte nicht, dass die Leute sagen: „Schaut mal, er hört den Koran.“ Aber tief im Inneren war er neugierig. Er wollte ihn hören. Eines Nachts, ohne es jemandem zu sagen, schlich er zum Haus des Propheten (FSMI). Er versteckt sich in einer Ecke und begann, Rasulullah beim Koranrezitieren im Gebet zuzuhören. Er war tief versunken, in Gedanken verloren. Er war so bewegt, dass, als er endlich ging, die Sonne schon aufging. Er hatte stundenlang zugehört. Auf dem Rückweg begegnete er Abu Sufyan und Akhnas ibn Shariq, zwei der Quraysh-Anführer.
Es stellte sich heraus, dass alle drei von ihnen, ohne voneinander zu wissen, aus demselben Grund dort gewesen waren. „Das sollten wir nicht noch einmal tun. Wenn uns jemand sieht, wird das sicher Zweifel in die Herzen pflanzen.“ Abu Jahl war zutiefst bewegt von dem, was er hörte. Der Prophet (FSMI) hatte sich in seinem ganzen Leben nie mit Poesie oder Literatur befasst. Er konnte nicht mal lesen oder schreiben. Wie konnten dann solche kraftvollen und schönen Worte von einem Mann wie ihm kommen? Sogar seine normale Sprechweise war bei weitem nicht auf diesem Niveau. Es ergab einfach keinen Sinn. Abu Jahl fing an zu zweifeln. Er konnte sich nicht zurückhalten und ging erneut hin.
Diese Nacht verging genau wie die Nacht davor. Stundenlang hörte er dem Propheten (FSMI) zu, wie er den Koran rezitierte. Beim Morgengrauen kam er aus seinem Versteck, und auf dem Heimweg stieß er wieder auf dieselben zwei Männer. Auch sie kamen aus genau demselben Grund dorthin. Genau wie beim letzten Mal warnten sie sich gegenseitig und gingen getrennte Wege. Aber Abu Jahls Neugier wurde nur noch stärker. Auch in der nächsten Nacht ging er wieder zum Haus des Propheten (FSMI). Und wiederum stieß er im Morgengrauen auf dieselben zwei Männer. Sie machten genau denselben Kampf durch wie Abu Jahl. Deswegen taten sie dasselbe. Und später sollten beide schließlich Muslime werden.
Aus Angst, jemand könnte sie sehen, und die Menschen zum Islam hingezogen werden, schworen sie einander, es nie wieder zu tun. In diesen drei Nächten erlebte Abu Jahl die großen Botschaften und tiefen Bedeutungen in Allahs Offenbarung. Aber vor allem sah er mit eigenen Augen, dass der Mann, den er Lügner nannte, die Nacht bis zum Morgen im Gebet und der Anbetung verbrachte, Wenn, Gott bewahre, seine Sache gelogen wäre, warum sollte er das tun? Was für einen Nutzen hätte er davon? Trotzdem ließ er nicht von seinem Stammesstolz ab, von seinem Hass und seinem Neid. Ihm war nur eines wichtig: Die Menschen mussten weiterhin ohne Zweifel Götzen verehren.
Und dabei warf er die Chance zu glauben weg, die ihm direkt in die Hände gelegt wurde. Und wie war Umars Erfahrung? Anders als Abu Jahl hatte er keine solche Absicht. Eines Nachts, in der Nähe der Kaaba, begegnete er dem Gesandten Allahs (FSMI), als dieser betete. Er kam leise näher und sagte zu sich: „Bei Allah! Egal, was passiert, heute Nacht bleibe ich hier und höre mir an, was er rezitiert.“ Rasulullah rezitierte die Sure Al-Haqqah (Die Realität). Als Umar zuhörte, fesselte ihn der sanfte Fluss der Worte und die Tiefe ihrer Bedeutungen. Aber so leicht wollte er das nicht glauben.
Während er dem Koran zuhörte, sagte er zu sich: „Ob dieser Mann wirklich ein Dichter ist, wie die Quraysh sagen?“ Und genau in diesem Moment erreichte der Prophet (FSMI) Vers 41. Ich suche Zuflucht bei Allah... Wa maa huwa biqawli shaa’ir; qaleelan maa tu’minoon -- „Es ist aber nicht das Werk eines Dichters; wenig ist das, was ihr glaubt.“ Umar erstarrte. Er dachte sich: „Er weiß, was ich gerade gedacht habe. Vielleicht ist er ein Wahrsager.“ Aber dann kam der nächste Vers: Wa laa biqawli kaahin; qaleelan maa tazakkaroon – „Noch ist es die Rede eines Wahrsagers; wenig ist das, was ihr bedenkt.“ Umar war zutiefst erschreckt und versuchte, das Geschehene zu verstehen. Und die Sure ging weiter.
Tanzeelum mir rabbil ‘aalameen. – „Eine Offenbarung vom Herrn der Welten.“ Und so hörte er zu, bis die Sure zu Ende war. Dieses Ereignis erschütterte ihn tief. Und so wurde der Samen des Glaubens in sein Herzen gepflanzt. Was würde diesen Samen aber wachsen lassen? Die Nachricht, die Schockwellen durch ganz Mekka senden würde: die Konvertierung eines großen Namens, des Onkels des Gesandten Allahs, Hamza. Doch bevor wir dazu kommen, kehren wir wieder zum Geschehen in Abessinien zurück. Ja'far ibn Abi Talib, Amr ibn al-Aas und Najashi Ashama. Am zweiten Tag sollte ein weiteres Gespräch zwischen diesen dreien stattfinden. Dieses Mal war Amrs Plan anders.
Er wusste, dass der König Christ war, und wusste, was der Islam über das Christentum sagte. Also beschloss er, diesen Punkt zu nutzen. Er trat vor den Hof und sagte selbstbewusst: „O König, sie sagen harte Worte über Jesus, den Sohn der Maria. Wenn Ihr wollt, ruft sie herbei und fragt sie, was sie über ihn denken.“ Aber nach dem, was gestern passiert war, war der König noch vorsichtiger, und ließ sich nicht manipulieren. Er würde keinen Versuch zulassen, ihn zu täuschen. So wurden Ja'far und die anderen Gefährten wiederum gerufen. Was aber gab Amr diese Zuversicht, um dieses Thema vor dem König anzusprechen? Glaubten die Muslime denn wirklich an etwas, was den König erzürnen würde?
Betrachteten sie, Gott bewahre, Jesus als einen fehlgeleiteten Mann? Absolut nicht. Er war ein Prophet, dem von Allah eine Schrift gegeben wurde. Tatsächlich war er von mehr als hunderttausend Propheten unter den fünf größten, den Ulu'l-Azm, den Erzpropheten. Oder verleumdeten die Muslime seine Mutter, Maryam (Maria), so wie die damaligen Juden? Behaupteten sie, dass Jesus, Gott bewahre, durch Ehebruch geboren wurde? Niemals. Maryam war rein und keusch, eine Dienerin, speziell ausgewählt von Allah. Und Jesus wurde als Wunder ohne Vater geboren. Wo war also der Unterschied? Der Islam stellte absolut klar: La ilaha illallah (Es gibt keinen Gott außer Allah). Stellt euch vor, ihr wärt dort.
Es wäre nicht einfach, vor einem König zu stehen und ihm zu sagen: Der, den du als göttlich ansiehst, also Jesus, ist kein Gott. Der Ausgang solcher Worte wäre ungewiss und könnte sogar gefährlich sein. Was beschlossen die Gefährten also, bevor sie seinen Hof betraten? „Bei Allah! Wir werden nur das sagen, was Allah über ihn gesagt hat und was unser Prophet (FSMI) uns gesagt hat. Was auch immer die Folge sein mag.“ Schließlich sprach Ja'far und erklärte dem König, was der Islam über Jesus und Maryam lehrte – so, wie es offenbart wurde. Wie reagierte der König also? Amr wartete hoffnungsvoll. Dieses Mal sah es so aus, als ob es klappen könnte.
Der König hob einen Stock vom Boden auf und sagte: „Ich schwöre, Jesus, der Sohn der Maria, ist genau so, wie ihr gesagt habt. Es gibt nicht den geringsten Unterschied. Nicht einmal so viel wie dieser Stock.“ Und wieder brach Amrs Welt zusammen. „Seid leise. Er beobachtet uns.“ Einige Hofbeamte fingen an, protestierend zu murmeln. Ihnen gefiel nicht, was sie da hörten. Aber der König wandte sich ihnen zu: „Bei Allah, auch wenn ihr euch beschwert, das hier ist die Wahrheit.“ Dann ging er zu den Gefährten zurück und sagte: „Geht. Ihr seid in meinem Land absolut sicher.
Selbst ein Berg von Gold brächte mich nicht dazu, euch etwas anzutun." Amr sorgte sich, wie er nach diesem Fehlschlag nach Mekka zurückkehren könnte, und jetzt musste er sich auch noch dem Zorn des Königs stellen. Najashi ordnete an: „Gebt diesen zwei Männern ihre Geschenke zurück. Ich brauche sie nicht. Ich schwöre, als Gott mir den Thron gab, nahm Er keine Bestechung von mir, warum sollte ich dann eine Bestechung in dieser Sache nehmen?“ Auch wenn nur wenige in seinem Volk den Islam annahmen, lebte Najashi selbst als aufrichtiger Muslim, und so verstarb er auch. Jahre später, als der Gesandte Allahs (FSMI) unter seinen Gefährten saß, sagte er plötzlich: „Euer Bruder Najashi ist gestorben.
So steht auf und betet für ihn.“ Dann leitete er, Hunderte von Meilen entfernt, das Totengebet für Najashi. Und als die Nachricht seines Todes eine Woche später Medina erreichte, erfuhren sie, dass er genau am Tag dieses Janazah-Gebets tatsächlich gestorben war. Ihr denkt vielleicht: „Aber das war ja ein ganz anderes Land, mit einer ganz anderen Kultur. Wäre es nicht sehr schwierig in so einem entfernten Land, sich dem Islam anzupassen?“ Nein. Denn alle Menschen wurden mit derselben Natur (Fitra) erschaffen. Und die Religion, die der Schöpfer sandte, kam niemals mit einem Befehl wie: „Ändert eure Kultur, eure Nation, eure Identität.“ Der Islam ist ja für die ganze Menschheit.
Daher war es für den König nicht schwer, diese Religion zu leben. Wie war sein Name davor? Ashama. Und nachdem er Muslim wurde? Immer noch Ashama. Seine Kleidung war dieselbe, seine Identität war dieselbe, und er gab seine Traditionen nicht auf, natürlich immer im Rahmen dessen, was Halal (erlaubt) und was Haram (verboten) war. Najashi wurde sogar zum Vorbild für Menschen in nicht-muslimischen Ländern. Für Leute, die sich denken: „Muslim zu werden ist mir zu schwer, mein Leben wird sich komplett ändern,“ bewies er schon vor Hunderten von Jahren, dass das überhaupt nicht der Fall war. Jedes einzelne Wort von Najashis Rede brachte den Gefährten immer größere Erleichterung.
Dass ein König den Gesandten Allahs (FSMI) bestätigt, war eine außergewöhnliche Nachricht. Für die Quraysh war es eine Katastrophe. Wenn sie nur überhaupt niemanden geschickt hätten! Sie wussten nicht, dass hinter ihren Machenschaften auch Allah einen Plan hatte. Und das war erst der Anfang. Ganz bald schon sollten sie zwei große Schläge erleiden. Hamza war ungefähr im selben Alter wie der Gesandte Allahs. Ein mutiger Mann von großer Statur, stark, angesehen und von den Leuten in Mekka gefürchtet. Er liebte die Jagd, und deswegen war er manchmal außerhalb der Stadt. Auch an diesem Tag kam er von der Jagd zurück, den Bogen in der Hand.
Als er vom Hügel Safa Richtung Kaaba herunterkam, sah er eine Frau, die direkt auf ihn zurannte. „Oh Abu Umara! Wenn du die Beleidigung gesehen hättest, die dein Neffe Muhammad gerade von Abu Jahl bekam! Er ist zu ihm gekommen, als er hier saß, hat ihn beschimpft, beleidigt und sehr harte Worte gesagt. Dann ist er gegangen, und Muhammad hat kein einziges Wort zu ihm gesagt.“ Damals war Hamza noch kein Muslim, aber er stand seinem Neffen immer sehr nah. Was er hörte, entfachte ein Feuer der Wut in ihm. Voller Wut zog er los. In seinem Kopf gab es nur einen Gedanken: Abu Jahl zu finden und ihn für seine Tat bezahlen zu lassen. Nur das konnte seine Wut beruhigen.
Als er in der Nähe der Kaaba ankam, fand er, was er suchte. „Hamza. Warum ist er so wütend?“ Er zögerte keinen Moment und stürmte vorwärts. Dann, ohne ein Wort zu sagen, schlug er Abu Jahl mit seinem Bogen auf den Kopf und verpasste ihm einen heftigen Schlag. So stark, dass er ihm den Kopf spaltete, das Blut hervorschoss und er zu Boden fiel. „Du bist derjenige, der ihn beleidigt hat? Dann wisse, dass ich auch seiner Religion folge! Ich sage, was er sagt. Wenn ihr den Mut habt, dann tut mir das an, was ihr ihm angetan habt!“ Ganz Mekka war fassungslos. Hamza war auch Muslim geworden? Abu Jahl versuchte verzweifelt, sich zu verteidigen. „Aber er hat uns für töricht erklärt!
Unsere Götzen beleidigt! Sich vom Weg unserer Vorfahren abgewandt!“ Hamza ertrug kein einziges Wort von ihm. Er rief: „Wer ist törichter als du?“ Und genau da sprach er die Shahada (Glaubensbekenntnis): „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad (FSMI) Sein Diener und Sein Gesandter ist.“ Die Familie von Abu Jahl, die Banu Makhzum, versammelte sich, bereit, Hamza anzugreifen. Doch Abu Jahl hielt sie auf. Er bereute, was er getan hatte. „Lasst Abu Umara in Ruhe! Ich habe seinen Neffen zu oft beleidigt.“ All das passierte so schnell, dass sich nicht einmal Hamza ganz bewusst war, was er da gerade getan hatte. Verwirrt und unruhig ging er nach Hause.
Für Shaytan war Hamzas Annahme des Islams eine riesige Bedrohung. Also fing er an, ihm ins Ohr zu flüstern: „Du warst doch ein Ehrenmann unter den Quraysh, und jetzt folgst du dem, der sich von der Religion deiner Vorväter abgewandt hat? Du hast ihren Weg verlassen? Sogar Sterben wäre besser als das, was du gerade getan hast.“ All diese Einflüsterungen hielten ihn bis zum Morgen wach. Er war unsicher, was der richtige Weg war. Hatte er das Richtige getan oder das Falsche? Er konnte sich nicht entscheiden. Er fühlte sich hilflos, zahllose Gedanken kreisten ihm im Kopf. Er fühlte sich erschöpft. Endlich fiel ihm eine Lösung ein. Das war das Beste, was er in diesem Moment tun konnte.
Mit voller Aufrichtigkeit und sich seiner Hilflosigkeit völlig bewusst, erhob er seine Hände und betete: „Oh Allah, wenn dieser Weg den ich eingeschlagen habe, wirklich der richtige ist, dann lass mein Herz es bestätigen. Leite mich in dieser Angelegenheit.” Er ergab sich und akzeptierte von ganzem Herzen, dass nur Gott immer weiß, was wirklich richtig ist. Er betete zu dem Einen, der die Schlüssel zu allem hat, ihn auf den geraden Weg zu leiten. Diese Nacht verging in tiefem Nachdenken. Noch nie hatte er so sehr mit seinem Inneren gerungen. Am nächsten Tag ging er zu Rasulullah (FSMI) und erzählte ihm alles, was er durchgemacht hatte.
Die Antworten, die er bekam, die Worte, die er vom Propheten (FSMI) hörte, waren genau das, wonach seine Seele gesucht hatte. Nichts anderes hätte sein Herz so beruhigen können. Von da an sollte er nicht mehr Hamza mit einem gewöhnlichen Leben sein; er würde Asadullah sein – der Löwe Allahs. Stellt euch die Reaktion der Quraysh vor! Auf der einen Seite, ihr Verlust in Abessinien, auf der anderen Hamzas Übertritt zum Islam. Schlag auf Schlag mussten sie einstecken. Das Gleichgewicht verlagerte sich langsam. Also versammelten sie sich wieder in Dar al-Nadwa (dem Haus der Versammlung). „Ihr könnt die Beweise vor uns nicht leugnen.“ Folter, Druck und Einschränkungen gingen weiter.
Doch, trotz all dieser Unterdrückung änderte sich nichts. In jeder Familie und aus jeder Gesellschaftsschicht schlossen sich Menschen den Muslimen an. Und ihre Anzahl stieg ständig. Verzweifelt suchten die Quraysh einen Weg, die Ausbreitung des Islams zu stoppen. Es gab da eine Idee, mit der sie schon lange spielten, aber weil sie Angst hatten, hatten sie gezögert, sie umzusetzen. „Uns gehen die Möglichkeiten aus. Wir haben keine andere Wahl, als das zu tun.“ "Was meint ihr?" „Er meint... wir müssen ihn töten.“ Das könnte ernsthafte Konsequenzen haben, denn die Familie des Propheten (FSMI), der Hashim-Klan, würde eine Blutfehde starten.
Ob sie nun Muslime waren oder nicht, sie waren tief mit ihren Stammesbräuchen verbunden. War erst Blut vergossen, würde es nicht leicht enden. Eine Ermordung war nicht unmöglich, aber dafür war sehr viel Mut nötig. In diesem Moment traten die zwei Männer, für die der Gesandte Allahs (FSMI) gebetet hatte, in den Vordergrund. Manche Leute stachelten die Menge mit Versprechungen an, und einer von ihnen war Abu Jahl. Aber es war umsonst. Niemand hatte den Mut, vorzutreten Niemand, außer einem Mann. Er stand auf und rief: „Ich mache das!“ Plötzlich wurde die Versammlung still, und alle Augen richteten sich auf ihn.
Die Stimme kam von einem großen, breitschultrigen und furchtlosen Mann: Umar ibn al-Khattab. Obwohl er bereits vom Koran berührt worden war und sein Herz begonnen hatte, weicher zu werden, wurde es bei jeder Zusammenkunft mit den Götzendienern wieder hart. Er fand, diese Sache zog sich schon zu lange hin. Der Rat fing an, ihm zuzusprechen. „Ja, nur du schafft das!“ Aber keiner von ihnen ahnte, was nur wenige Stunden später geschah. Rasch ergriff er sein Schwert. Angeblich war der Gesandte Allahs (FSMI) in einem Haus in der Nähe des Hügels Safa. Also ging er in diese Richtung. Er lief so, dass es jedem, der ihn sah, Angst einflößte.
Sein Verwandter Nu'aym ibn Abdullah stoppte den wütenden Marsch. Er war auch Muslim. „Oh Umar, wohin gehst du?“ „Ich werde Muhammad töten, den, der seine Religion verlassen und die Quraysh gespalten hat!“ In diesem Moment brauchte seine Wut entweder Zeit, um abzukühlen oder um umgelenkt zu werden. Nu'aym wählte die zweite Möglichkeit. „Oh Umar, ich schwöre, du betrügst dich selbst. Glaubst du, dass die Söhne von Abd Manaf dich leben lassen, wenn du ihn tötest? Schau lieber zuerst auf deine eigene Familie.“ „Wen meinst du?“ „Dein Schwager und Cousin, Said bin Zayd, und seine Frau, deine Schwester Fatima, sind Muslime geworden. Sie folgen der Religion Muhammads.
Kümmere dich zuerst um sie.“ Umar wollte es nicht glauben. Also ging er weiter. Aber in seinem Herzen war bereits ein Zweifel gesät worden. Auf halbem Weg kehrte er um und seine Wut brannte noch mehr. Er ging zum Haus seiner Schwester. Khabbab ibn Aratt rezitierte drinnen die Sure Taha. Plötzlich klopfte es laut an der Tür. Es war Umar. Khabbab versteckte sich sofort, während Fatima eilig versuchte, die Koranseiten in ihrer Hand zu verstecken. „Was habt ihr da rezitiert?“ „Wir haben nur miteinander gesprochen.“ Aber Umars Wut legte sich nicht. Er ging direkt auf seinen Schwager zu, Said bin Zayd, und fing an, ihn zu schlagen. Er rief: „Was ich gehört habe, stimmt also!
Ihr seid zu Muhammads Religion übergetreten, nicht wahr?“ In dem Moment ging Fatima dazwischen und versuchte, ihn zu beruhigen. Aber Umar versetzte ihr einen heftigen Schlag. Hier war die Grenze erreicht. Fatima weigerte sich, es länger zu verstecken. Sie sagte: „Mach, was du willst, Umar! Mein Mann und ich sind jetzt Muslime. Wir glauben an Allah und seinen Gesandten!“ Und mutig sprach sie die Schahada (Glaubensbekenntnis). „Ashhadu an la ilaha illallah, wa ashhadu anna Muhammadan Rasulullah.“ Umar erstarrte. Er sah, wie seine eigene Familie bereit war, für ihren Glauben zu leiden. Als er das Blut im Gesicht seiner Schwester sah, da erwachte sein Mitgefühl.
Er fing an, sich selbst zu hinterfragen. Was war aus ihm geworden? Schlug er seine Schwester wirklich, weil sie sagte „Mein Herr ist Allah“? Er setzte sich, in Gedanken versunken. „Bring mir, was ihr da gelesen habt. Lass mich sehen, was das ist, was zu Muhammad gekommen ist.“ Fatima hatte Angst, dass Umar den Koran beleidigen könnte. Aber gleichzeitig schien sein Zustand verändert. Könnte es sein, dass sein Herz sich dem Islam zuwenden wollte? Sie wünschte es sich so sehr, mit einer Sehnsucht, die nur jemand wirklich verstehen kann, dessen eigener Bruder noch kein Muslim ist. Und dann fing er an, die Verse zu lesen. Ich suche Zuflucht bei Allah. Taa-Haa.
Maaa anzalnaa ‘alaikal Qur-aana litashqaaa. Illaa tazkiratal limany yakhshaa. “Taha. Wir haben den Koran nicht auf dich hinabgesandt, damit du unglücklich bist, sondern als Erinnerung für denjenigen, der gottesfürchtig ist“, Nachdem Umar die ersten Verse der Sure Taha gelesen hatte, versank er in tiefe Gedanken. Der Zorn und Hass, jahrelang in seinem Herzen getragen, schmolz dahin und wurde zu Ehrfurcht und Bewunderung. „Wie schön, wie edel, wie majestätisch ist diese Rede. Es kann keine Rede geben, die schöner und süßer ist als diese.“ Die Samen des Glaubens in seinem Herzen begannen endlich zu blühen.
Er hatte nur noch einen Wunsch: vor dem Propheten (FSMI) zu stehen und seinen Glauben zu bekennen. Als er seine Worte hörte, kam Khabbab aus dem Versteck heraus, und sagte: „Gute Nachricht, O Umar! Ich hoffe, dass das Gebet vom Gesandten Allahs (FSMI) in dir erfüllt wird. Erst letzte Nacht hat er gebetet: 'Oh Allah, stärke den Islam entweder mit Abu Jahl oder Umar ibn al-Khattab.'“ Auf der einen Seite war Abu Jahl, der die Hinrichtung forderte. Und auf der anderen Seite Umar, der sich aufgemacht hatte, diese Mission zu erfüllen. Und doch wurde er auf dem Weg zur Ermordung des Propheten (FSMI) nun zu einem von denen, die der Glaube wiederbelebte.
Das Dua, vom Gesandten Allahs (FSMI) erst eine Nacht zuvor gesprochen, wurde schon am nächsten Morgen beantwortet. Und wie sollte es auch anders sein? Durch ihn und die Botschaft, die er brachte, fand das Universum seinen Sinn. Seit über 1400 Jahren bekommen Millionen Muslime durch seine Führung den Schlüssel zum ewigen Paradies. Er zeigte seinen Anhängern, wie man sowohl diese Welt gewinnt als auch das ewige Leben nach dem Tod. In dieser Moschee namens Erde führte er Millionen Gläubige aus allen Teilen der Welt an. Mit einer Stimme, die die Zeiten überdauert, diente er seinem Herrn und erfüllte jede ihm auferlegte Pflicht.
Könnte so ein Diener, so wertvoll in Allahs Augen, für die Stärkung der Muslime beten, und Allah würde es unbeantwortet lassen? Umar wandte sein Herz ganz der Rechtleitung zu. Und so erhörte Allah das Gebet Seines geliebten Gesandten (FSMI). Umar ibn al-Khattab, bis zu diesem Moment als Feind des Islam bekannt, hartherzig, einer, der die Muslime verfolgte, verwandelte sich jetzt in Umar, (möge Allah mit ihm zufrieden sein). Nachdem er erfahren hatte, wo der Gesandte Allahs (FSMI) sich befand, brach er eilig zum Dar al-Arqam (Haus von Arqam) auf. Als die Gefährten Umar mit seinem Schwert an der Tür stehen sahen, bekamen sie Angst. Aber Hamzas Ruhe beruhigte die Lage.
Er sagte: „Lasst ihn rein. Wenn er mit guten Absichten kommt, werden wir ihn mit Güte empfangen. Aber wenn er mit Bösem kommt, dann werden wir sein eigenes Schwert gegen ihn richten.“ Die Tür wurde geöffnet, und Umar ging hinein, Schritt für Schritt. Der Zorn, der sein Gesicht verfinstert hatte, als er das Dar al-Nadwa (Haus der Versammlung) verließ, war fort, und wich nun der Hoffnung. Rasulullah (FSMI) traf ihn im Hof. Er zog ihn an sich und sagte: „O Sohn von Khattab, wozu bist du gekommen? Bei Allah, ich glaube nicht, dass du aufhörst, bis Allah ein Unglück über dich schickt.“ „Ich bin zum Glauben an Allah gekommen – an Seinen Gesandten, und all das, was er von Allah offenbart hat.
Ashhadu an la ilaha illallah, wa ashhadu anna Muhammadan Rasulullah.“ Die Gefährten waren von Freude überwältigt. Es war einer der unvergesslichsten Tage ihres ganzen Lebens. Die Rufe „Allahu Akbar! Allahu Akbar!“ hallten durch Mekkas Straßen. Hamza und auch Umar waren jetzt Muslime, so gab es keine Notwendigkeit mehr, sich in Dar al-Arqam zu verstecken. Umar wollte nun den Mut, den Allah ihm gegeben hatte, für den Islam nutzen.
Und in diesem Moment machte er seinen ersten Vorschlag: „Oh Gesandter Allahs, folgen wir nicht der wahren Religion – ob wir nun leben oder sterben?“ Der Prophet (FSMI) sagte, „Ja, bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, ob ihr lebt oder sterbt, ihr folgt der wahren Religion. „Warum verstecken wir uns dann noch? Bei Allah, Der dich mit der wahren Religion gesandt hat, ich werde mutig, furchtlos, ohne zu zögern zu jeder Versammlung von Götzendienern gehen und ihnen den Islam verkünden.“ An diesem Tag verließen 40 Muslime das Dar al-Arqam (Haus des Arqam). Rasulullah (FSMI) schritt voran, zu seiner Rechten Umar, zu seiner Linken Hamza. Sie riefen „Allahu Akbar!
Allahu Akbar!“ und marschierten los . Das war einer der bedeutendsten Momente in der Geschichte des Islam und der allererste Marsch der Muslime. An diesem Tag bekamen die Quraysh eine eindringliche Warnung. Sie konnten nichts tun als bestürzt und still zuzusehen. Diese 40 Gläubigen zeigten den nachfolgenden Jahrhunderten, wie stark Muslime sein können, wenn sie zusammenhalten. Aber die Aufregung in Umars Herz hatte sich noch nicht gelegt. Jeder sollte von seinem Glauben wissen! Er machte sich auf, um Jamil ibn Ma'mar zu finden. Denn wenn dieser Mann einmal etwas hörte, verbreitete er es in kürzester Zeit in ganz Mekka.
„Oh Jamil, ich bin Muslim geworden.“ Sofort sprang Jamil auf und verbreitete die Neuigkeit überall. „Umar hat die Religion verlassen! Umar hat die Religion verlassen!“ Doch das war Umar nicht genug: Er ging direkt zum Haus von Abu Jahl. Völlig unwissend empfing Abu Jahl ihn herzlich. „Oh Amr! Ich bin Muslim geworden.“ „Nein. Nein. Das kann – das kann nicht sein.“ Nie hätte er geglaubt, dass Umar, der zur Tötung des Propheten (FSMI) losgezogen war, stattdessen den Islam annehmen würde. „Möge Allah dich verfluchen und die Nachrichten, die du bringst!“ Nach all dem gab der Gesandte Allahs (FSMI) Umar den Titel „Al-Farooq“, derjenige, der die Wahrheit von der Falschheit unterscheidet.
Wie beeindruckend ist das? Schaut euch Umar eine Stunde vor der Konversion und dann eine Stunde später an. Derselbe Umar, der ein Feind des Islam gewesen war, der die größte Sünde begangen hatte, indem er Allah Partner beigesellte, wurde jetzt zu Umar, einem Gefährten des Propheten (FSMI) der später der zweite Kalif des Islam werden sollte, bekannt für seine Gerechtigkeit. Ganz gleich, wie deine Vergangenheit war: Wendest du dich aufrichtig deinem Herrn zu, kann Allah dein Herz auf unvorstellbare Weise verwandeln.
Die Seele des Gesandten Allahs (FSMI) war so voller Licht, dass jeder, der ihn sah und an ihn glaubte, jeder, der in seiner Gesellschaft saß, sich verwandelte – von Kohle zum Diamanten. Die einst ihre Töchter ohne Schuldgefühle lebendig begraben hatten, verwandelten sich in Menschen, die keiner Fliege etwas antun würden. Wenn jemand aus einem anderen Stamm kam und nur eine Stunde oder einen Tag mit ihm verbrachte, kehrte er als Lehrer zu seinem Volk zurück, wie Abu Dharr oder Tufayl ibn Amr. Alle schlechten Eigenschaften in ihren Seelen verschwanden, und sie wurden erfüllt mit den höchsten moralischen Werten.
Die Anzahl derer, die sich wie Umar von Kohle zu Diamanten verwandelten, wurde immer größer. Und der Aufruf zum Islam wurde jetzt mit noch größerer Stärke verkündet. All diesen Entwicklungen folgten weitere Treffen in Dar al-Nadwa, wo man hasserfüllte Pläne schmiedete. Angetrieben von ihrem Durst nach Rache bereiteten sie sich darauf vor, die Muslime vernichtend zu schlagen. Bald schon erlebte die Stadt die schwersten Tage ihrer Geschichte, denn sie sollten den Höhepunkt ihrer Grausamkeit zeigen. In der nächsten Folge werdet ihr die Jahre des Boykotts miterleben. Wir sehen uns dann.
Diese Videoserie basiert auf Hunderten von Referenzen aus verlässlichen islamischen Quellen. Alle KI-Bilder wurden in Beratung mit muslimischen Gelehrten erstellt und entsprechen islamischen Richtlinien. Abu Jahls echter Name war Amr ibn Hisham. Er zeichnete sich insbesondere durch Intelligenz und Reichtum aus. Er war immer Abul-Hakam genannt worden, also „Vater der Weisheit“. Doch seine völlige Blindheit gegenüber der größten Wahrheit des Universums und seine ständige, brutale Folterung der Muslime machten ihn in der Sicht Allahs zu Abu Jahl... zum „Vater der Unwissenheit“. Was Umar ibn al-Khattab auszeichnete, waren Weisheit, Verstand, Mut, und Gerechtigkeitssinn.
Von den frühesten Tagen des Islam an war er einer der härtesten und gnadenlosesten Menschen gegenüber den Muslimen. Nie zeigte er Toleranz, und manche von ihnen folterte er sogar, um sie vom Islam abzubringen. In diesen Tagen war sein Herz so hart, dass er eine der Gefährtinnen, Lubaynah, schlug, nur weil sie den Islam angenommen hatte. Wenn er vom Schlagen müde wurde und einen Moment aufhörte, sagte er zu ihr: „Denk nicht, dass ich dir Gnade zeige. Ich unterbreche nur, weil ich erschöpft bin.
Sobald ich wieder zu Kräften komme, mache ich weiter, und ich höre nicht auf, bis du deinen Glauben aufgibst.“ Sowohl Abu Jahl als auch Umar ibn al-Khattab waren sich in ihrer Feindseligkeit dem Islam gegenüber ähnlich. Doch der Gesandte Allahs (FSMI) war so voller Hoffnung, dass er nicht mal diese Männer aufgegeben hat. Und er war so gütig, dass er sogar für ihre Rechtleitung betete.
Trotz allem, was sie getan hatten, sprach er immer noch dieses Dua (Bittgebet): „Oh Allah, stärke den Islam mit demjenigen dieser beiden Männer, den Du mehr liebst: Abu Jahl oder Umar ibn al-Khattab.“ Nach all den Schwierigkeiten, die die Muslime in Mekka erlitten, versammelte Rasulullah (Gesandter Allahs) einmal seine Gefährten und sagte: „Geht und verteilt euch auf der Erde. Allah wird euch wieder zusammenführen.“ Aber wohin sollten sie gehen? „Oh Gesandter Allahs, wohin sollen wir gehen?“ Rasulullah (FSMI) wies mit seiner Hand und sagte: „Dorthin.“ Er zeigte auf das Land, das man über das Meer erreichen würde. „Unter der Herrschaft des Königs von Abessinien leidet niemand Unterdrückung.
Es ist ein Land der Gerechtigkeit. Die Hoffnung ist, dass Allah euch dort Erleichterung schenkt.“ Die erste Auswanderung im Islam sollte also in dieses Land stattfinden: Abessinien, das heutige Äthiopien. Im Monat Rajab machten sich 15 Gefährten vom Hafen Shu'aybah auf zum Land der Hoffnung. Stellt euch mal vor, ihr wärt in dieser Situation. Wäre es nicht sehr schwierig, so eine Reise zu machen? Ihr wisst nicht, was euch an dem Ort erwartet, zu dem ihr reist. Und obendrein müsst ihr eure Lieben zurücklassen, euer Zuhause, eure Heimat, und was ihr mitnehmen könntet, wäre sehr begrenzt. Ziemlich überwältigend, oder?
Aber die Gefährten waren Menschen, für die nichts je kostbarer sein konnte als die Religion Allahs. Das ewige Leben im Jenseits stand über allem. Und vielleicht könnten manche Menschen in diesem Land, die nach der Wahrheit dürsteten, ja auch zum Licht geführt werden. Ein paar Monate nach der ersten Gruppe brach eine weitere auf. Diesmal unter der Führung von Ja'far ibn Abi Talib. Es war eine Gruppe von 101 Personen, darunter 18 Frauen. Die Zurückgebliebenen blieben nicht, um ein einfacheres Leben zu führen. Tatsächlich war ihre Lage sogar schwieriger. Sie alle erlebten eine Zeit voller Opfer. Und was war mit dem Gesandten Allahs? War er unter denen, die weggingen? Nein.
Er war immer dort, wo Gefahr und Anspannung am größten waren, direkt an der Frontlinie. Egal, was mit ihm passierte, er brachte die nötigen Opfer dar und traf trotzdem Vorkehrungen. Trotz des ständigen Attentatsrisikos wich er nie von seiner Mission ab. Später gehörte er auch zu den Letzten, die nach Medina auswanderten. Und in den Tagen von Medina, wann immer Ärger oder Chaos ausbrach, bestieg er sofort ein Pferd und war der Erste am Ort des Geschehens. Am Tag von Badr war er dem Feind am nächsten. Und am Tag von Uhud, im schwierigsten Moment, war er derjenige, der die Gefährten wieder um sich versammelte. Man sagt, Mut kommt vom Glauben; er war das beste Beispiel dafür.
Und was war mit den Quraysh? Wie reagierten sie auf die Auswanderung nach Abessinien? Die erste Gruppe war ihnen völlig egal. „Ich hörte, einige der Anhänger deines Neffen ziehen nach Abessinien.“ „Nenn ihn nicht meinen Neffen. Und wenn sie gehen wollen, lass sie gehen. Wollten wir sie nicht ohnehin loswerden?“ Und sie schwiegen. Doch als sie sahen, dass immer mehr Leute nach Abessinien gingen, gerieten sie in Panik. „Was, wenn die Abessinier auch Muslime werden? Was, wenn die Gefährten den Islam auch dort verbreiteten?“ „Was, wenn sie an Stärke gewinnen und unaufhaltsam werden?“ Diese Erkenntnis kam spät. Und als sie endlich kam, packte sie große Angst.
Sofort versammelten sie sich im Dar al-Nadwa (dem Haus der Versammlung). Sie mussten ihren Gegenzug beraten. Das Dar al-Nadwa war das genaue Gegenteil vom Dar al-Arqam (dem Haus von Arqam). Während vom einen Licht ausging, verbreitete das andere Dunkelheit. Genau an diesem Ort schmiedeten sie ihre Pläne gegen den Islam. An diesem Tag kamen die Anführer von Quraysh erneut zusammen. Was auch immer nötig war – die Muslime mussten zurückgeholt werden. Zu diesem Zweck konnte man entweder die Muslime den Abessiniern als Gruppe von Rebellen darstellen, oder den Herrschern den Islam in schlechtem Licht zeigen. Modern ausgedrückt: Sie mussten zu Manipulation und sogar Verleumdung greifen.
Nur so konnten sie hoffen, sie aufzuhalten. Sie wollten verhindern, dass die Gefährten, die ihre Heimat schon hatten verlassen müssen, dort Frieden fanden. Endlich kam die Entscheidung aus dem Dar al-Nadwa (dem Haus der Versammlung). Das Genie der Araber, Amr ibn al-Aas, wurde berufen, nach Abessinien zu gehen. Mit seinem beispiellosen Überzeugungsgeschick würde er die Muslime von König Najashi zurückfordern. Amr kannte Najashi bereits sehr gut. Er war mit Abessinien vertraut, wusste genau, wen er ansprechen und wie er mit ihnen reden sollte. Mit kostbaren Geschenken, die dem König gefallen würden, brachen er und sein Freund auf.
Zuerst planten sie, die Unterstützung der Hofbeamten zu gewinnen, indem sie Geschenke anboten und angenehme Gespräche führten. Was sie am meisten fürchteten, war, dass der König die Gefährten rief und die Geschichte direkt von ihnen hörte. Sie dachten: „Wenn die hohen Beamten Amr unterstützen, dann würde der König das nicht für nötig halten, und alles wäre mühelos erledigt.“ Amr fand genau die Leute, die er suchte, und führte seinen Plan aus. Endlich erhielt er die Unterstützung, die er gesucht hatte, und jetzt war es Zeit, vor dem König zu erscheinen. Amr grüßte Najashi respektvoll und ehrerbietig. Dann begann er zu sprechen.
„O König, wir sind gekommen, um euch vor diesen Menschen zu warnen, die einst unter uns gelebt und Unruhe gestiftet haben. Sie versuchen jetzt, eure Religion, euer Land und eure Leute zu verderben. Das sind nur ein paar törichte Jugendliche. Sie haben unsere Religion verlassen, sind aber auch nicht in eure eingetreten. Stattdessen haben sie eine komplett neue Religion erfunden, die weder euch noch uns bekannt ist.“ Der König gehörte dem Christentum an, und weil Amr das wusste, machte er weiter: „Sie sehen Jesus, den Sohn Marias, nicht als Gott an. Wenn sie in eure edle Gegenwart kommen, verbeugen sie sich nicht vor euch.
Übergebt sie uns, und wir werden mit ihnen so umgehen, wie sie es verdienen.“ Die bestochenen Beamten unterstützten Amr. Der König war aber ein weiser Mann und glaubte ihre Worte nicht unbesehen. Er rief die Muslime zu sich. Er wollte auch ihre Seite der Geschichte hören. Was würde jetzt passieren? Auf der einen Seite stand Amr ibn al-Aas mit scharfem Verstand und Eloquenz, und auf der anderen Ja'far ibn Abi Talib mit Mut und Wahrhaftigkeit. Zwei sehr geschickte Redner sollten einander gleich gegenübertreten, und eine der intensivsten Debatten in der Geschichte der Sira sollte gleich beginnen.
Bevor er auf die Behauptungen einging, äußerte Ja'far eine Bitte: Von den beiden Gesandten der Quraysh sollte nur einer sprechen. Amr stimmte zu und trat nach vorne. Dann stellte Ja'far drei Fragen: „Sind wir Sklaven, die zu ihren Herren zurückgebracht werden sollen?“ „Haben wir unschuldiges Blut vergossen, sodass wir der Familie des Opfers zurückgegeben werden müssen?“ „Haben wir den Menschen unrechtmäßig ihr Vermögen weggenommen, das wir zurückzahlen müssen?“ In jedem Fall war die Antwort nein. Also befragte man über ihre Religion, und Ja'far sprach weiter. „Oh König, wir waren ein Volk, das in Unwissenheit lebte. Wir haben Götzen angebetet und totes Fleisch gegessen.
Alle möglichen Übel begangen. Wir haben Familienbande durchtrennt und die Rechte unserer Verwandten ignoriert. Unsere Nachbarn vernachlässigt und uns nicht um ihre Rechte gekümmert. Die Starken unter uns haben die Schwachen unterdrückt. So waren wir. Doch Allah hat uns einen Propheten aus unserer Mitte geschickt. Einen Mann, dessen edle Abstammung, Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Bescheidenheit und Reinheit wir alle kannten. Er hat uns dazu aufgerufen, an die Einheit Allahs zu glauben, nur Ihn anzubeten, und die aus Stein, Holz, Gold und Silber gemachten Götzen aufzugeben, die wir und unsere Vorfahren anstelle von Allah angebetet hatten.
Er hat uns gelehrt, die Wahrheit zu sagen, das uns anvertraute Gut zurückzugeben, unsere Familienbande zu ehren, unsere Nachbarn gut zu behandeln, und Sünden und Blutvergießen zu vermeiden. Er verbot Unsittlichkeit, Lüge, den Besitz von Waisen zu nehmen, und das Verleumden keuscher Frauen. Also glaubten wir ihm und nahmen seine Botschaft an Wir folgten dem, was er uns von Allah gebracht und übermittelt hat. Deshalb wurde unser Volk feindselig und unterdrückte uns. Sie folterten uns auf viele Arten, damit wir unseren Glauben aufgeben, damit wir aufhören Allah anzubeten und gezwungen sind, Götzen anzubeten. Wegen all dem verließen wir unsere Heimat, um bei euch Schutz zu suchen.
Wir zogen euch anderen vor und hoffen, dass wir in eurem Land keine Ungerechtigkeit erleben werden.“ Ja'fars Worte umfassten in kraftvoller Weise die gesamte bisherige Geschichte der Sira (Biografie). Was Stunden der Erklärung hätte dauern können, fasste er in wenigen Minuten zusammen. Als Najashi diese Worte hörte, war er voller Bewunderung. Sein Herz war tief bewegt und neugierig auf diesen neuen Glauben. Weil er Christ war, wusste er, dass das Evangelium viele Zeichen über die Ankunft des letzten Propheten enthielt. Und der Prophet, von dem Ja'far sprach, passte genau zu diesen Zeichen.
Najashi fragte: „Hast du etwas von der Offenbarung bei dir, die euer Prophet von Allah gebracht und euch übermittelt hat?“ „Ja, habe ich.“ „Dann rezitiere es mir.“ Allah, der Eine, der alle Zeiten kennt, Vergangenheit und Zukunft, hatte bestimmt, dass die Sure Maryam (Kapitel der Maria) kurz vor der Auswanderung nach Abessinien offenbart wurde. Da der König Christ war, war diese Sure ein großer Segen. Ja'far erkannte dieses Geschenk und rezitierte die ersten 35 Verse der Sure Maryam. Der König und die Priester hörten aufmerksam zu, begierig darauf, Allahs Worte zu hören, die zu ihnen sprachen. Die Verse erzählte von Prophet Zakariya (Zacharias) und Yahya (Johannes).
Sie sprachen davon, wie Maria Jesus (FSMI) trug, wie er ohne Vater geboren wurde, wie er als Baby sprach, und wie Allah ihn als Propheten sandte. Mit jedem Wort nahm ihre Erregung zu. Tränen strömte aus den Augen des Königs und durchnässten seinen Bart. Auch die Priester weinten mit ihm. Nach genau diesen Worten hatten sich ihre Seelen gesehnt. Wie hatten sie all die Jahre ohne sie gelebt? Die Gesandten der Quraysh verblieben völlig stumm und beobachteten diese Szene nur. Der König sah die Muslime jetzt in anderem Licht. Sein Respekt und seine Bewunderung waren stark gewachsen.
„Dies kommt, ohne Zweifel, aus derselben Quelle wie das, was Jesus erhalten hat.“ Dann drehte er sich zu Amr und seinem Freund um und sagte, „Geht jetzt, ihr beiden. Geht. Ich schwöre, ich werde sie niemals ausliefern und niemand wird sie jemals anfassen.“ Eine vernichtende Niederlage für Amr ibn al-Aas. Alle seine Bemühungen endeten in Enttäuschung. Als er den König verließ, kochte er vor Wut. Er wollte nicht einfach aufgeben und die Niederlage akzeptieren. Er dachte: „Das kann nicht das Ende sein. Es muss einen anderen Weg geben.“ Jetzt war er noch entschlossener. Er schmiedete einen neuen Plan.
Am nächsten Tag wollte er einen ganz anderen Schachzug versuchen, und er war sicher, dass die Reaktion anders sein würde wie heute. „Bei Allah! Morgen werde ich zum König gehen, und mit dem, was ich über sie sagen werde, werde ich sie komplett auslöschen lassen." Währenddessen kam es in Mekka zu bemerkenswerten Ereignissen. Die Quraysh mussten erschüttert ansehen, wie einige ihrer führenden Persönlichkeiten den Islam annahmen, und die Götzendiener erlitten Schlag auf Schlag. Und Allah erhörte das große Gebet Seines Gesandten. Während der Auswanderung der Muslime nach Abessinien stieß Umar auf eine der Gefährtinnen, Layla.
„Ihr geht also?“ Die Antwort, die er bekam, machte ihn sehr nachdenklich. „Ja. Wir gehen in ein anderes Land Allahs. Ihr habt uns gefoltert und unterdrückt. Wir bleiben dort, bis Allah uns einen Ausweg ermöglicht.“ Umar wurde still. Er schien sich selbst zu hinterfragen für alles, was er den Muslimen antat. „Möge Allah euch auf eurem Weg begleiten.“ Als Layla später über diesen Vorfall sprach, sagte sie, „Ich sah in ihm eine Sanftheit und ein Mitgefühl wie nie zuvor. Als ob unser Weggehen ihn traurig machte.“ Als später ihr Mann Amir zurückkam, erzählte sie ihm, was passiert war.
„Hoffst du wirklich, dass Umar Muslim werden wird?“ „Ja, das hoffe ich.“ Amir gab eine sarkastische Antwort: „Dann merke dir Folgendes: Dieser Mann wird niemals Muslim werden. Nicht, bis du siehst, wie Khattabs Esel Muslim wird.“ Umars Härte bis zu diesem Zeitpunkt hatte diesen Eindruck hinterlassen. Aber trotzdem machte er einen Schritt vor Abu Jahl. Und für Allah war es niemals schwer, dieses Herz zu wenden und verändern. Wie Er in einem Hadith Qudsi (Heiliger Hadith) sagte: „Wenn Mein Diener auf mich zugeht, eile Ich auf ihn zu.“ Dieser Schritt sollte niemals umsonst sein. Es gab etwas Gemeinsames in den Geschichten der beiden Männer.
Zu verschiedenen Zeiten, mitten in der Nacht, kamen sie heimlich in die Nähe des Gesandten Allahs (FSMI) und hörten den Koran. Abu Jahl wollte nicht, dass die Leute sagen: „Schaut mal, er hört den Koran.“ Aber tief im Inneren war er neugierig. Er wollte ihn hören. Eines Nachts, ohne es jemandem zu sagen, schlich er zum Haus des Propheten (FSMI). Er versteckt sich in einer Ecke und begann, Rasulullah beim Koranrezitieren im Gebet zuzuhören. Er war tief versunken, in Gedanken verloren. Er war so bewegt, dass, als er endlich ging, die Sonne schon aufging. Er hatte stundenlang zugehört. Auf dem Rückweg begegnete er Abu Sufyan und Akhnas ibn Shariq, zwei der Quraysh-Anführer.
Es stellte sich heraus, dass alle drei von ihnen, ohne voneinander zu wissen, aus demselben Grund dort gewesen waren. „Das sollten wir nicht noch einmal tun. Wenn uns jemand sieht, wird das sicher Zweifel in die Herzen pflanzen.“ Abu Jahl war zutiefst bewegt von dem, was er hörte. Der Prophet (FSMI) hatte sich in seinem ganzen Leben nie mit Poesie oder Literatur befasst. Er konnte nicht mal lesen oder schreiben. Wie konnten dann solche kraftvollen und schönen Worte von einem Mann wie ihm kommen? Sogar seine normale Sprechweise war bei weitem nicht auf diesem Niveau. Es ergab einfach keinen Sinn. Abu Jahl fing an zu zweifeln. Er konnte sich nicht zurückhalten und ging erneut hin.
Diese Nacht verging genau wie die Nacht davor. Stundenlang hörte er dem Propheten (FSMI) zu, wie er den Koran rezitierte. Beim Morgengrauen kam er aus seinem Versteck, und auf dem Heimweg stieß er wieder auf dieselben zwei Männer. Auch sie kamen aus genau demselben Grund dorthin. Genau wie beim letzten Mal warnten sie sich gegenseitig und gingen getrennte Wege. Aber Abu Jahls Neugier wurde nur noch stärker. Auch in der nächsten Nacht ging er wieder zum Haus des Propheten (FSMI). Und wiederum stieß er im Morgengrauen auf dieselben zwei Männer. Sie machten genau denselben Kampf durch wie Abu Jahl. Deswegen taten sie dasselbe. Und später sollten beide schließlich Muslime werden.
Aus Angst, jemand könnte sie sehen, und die Menschen zum Islam hingezogen werden, schworen sie einander, es nie wieder zu tun. In diesen drei Nächten erlebte Abu Jahl die großen Botschaften und tiefen Bedeutungen in Allahs Offenbarung. Aber vor allem sah er mit eigenen Augen, dass der Mann, den er Lügner nannte, die Nacht bis zum Morgen im Gebet und der Anbetung verbrachte, Wenn, Gott bewahre, seine Sache gelogen wäre, warum sollte er das tun? Was für einen Nutzen hätte er davon? Trotzdem ließ er nicht von seinem Stammesstolz ab, von seinem Hass und seinem Neid. Ihm war nur eines wichtig: Die Menschen mussten weiterhin ohne Zweifel Götzen verehren.
Und dabei warf er die Chance zu glauben weg, die ihm direkt in die Hände gelegt wurde. Und wie war Umars Erfahrung? Anders als Abu Jahl hatte er keine solche Absicht. Eines Nachts, in der Nähe der Kaaba, begegnete er dem Gesandten Allahs (FSMI), als dieser betete. Er kam leise näher und sagte zu sich: „Bei Allah! Egal, was passiert, heute Nacht bleibe ich hier und höre mir an, was er rezitiert.“ Rasulullah rezitierte die Sure Al-Haqqah (Die Realität). Als Umar zuhörte, fesselte ihn der sanfte Fluss der Worte und die Tiefe ihrer Bedeutungen. Aber so leicht wollte er das nicht glauben.
Während er dem Koran zuhörte, sagte er zu sich: „Ob dieser Mann wirklich ein Dichter ist, wie die Quraysh sagen?“ Und genau in diesem Moment erreichte der Prophet (FSMI) Vers 41. Ich suche Zuflucht bei Allah... Wa maa huwa biqawli shaa’ir; qaleelan maa tu’minoon -- „Es ist aber nicht das Werk eines Dichters; wenig ist das, was ihr glaubt.“ Umar erstarrte. Er dachte sich: „Er weiß, was ich gerade gedacht habe. Vielleicht ist er ein Wahrsager.“ Aber dann kam der nächste Vers: Wa laa biqawli kaahin; qaleelan maa tazakkaroon – „Noch ist es die Rede eines Wahrsagers; wenig ist das, was ihr bedenkt.“ Umar war zutiefst erschreckt und versuchte, das Geschehene zu verstehen. Und die Sure ging weiter.
Tanzeelum mir rabbil ‘aalameen. – „Eine Offenbarung vom Herrn der Welten.“ Und so hörte er zu, bis die Sure zu Ende war. Dieses Ereignis erschütterte ihn tief. Und so wurde der Samen des Glaubens in sein Herzen gepflanzt. Was würde diesen Samen aber wachsen lassen? Die Nachricht, die Schockwellen durch ganz Mekka senden würde: die Konvertierung eines großen Namens, des Onkels des Gesandten Allahs, Hamza. Doch bevor wir dazu kommen, kehren wir wieder zum Geschehen in Abessinien zurück. Ja'far ibn Abi Talib, Amr ibn al-Aas und Najashi Ashama. Am zweiten Tag sollte ein weiteres Gespräch zwischen diesen dreien stattfinden. Dieses Mal war Amrs Plan anders.
Er wusste, dass der König Christ war, und wusste, was der Islam über das Christentum sagte. Also beschloss er, diesen Punkt zu nutzen. Er trat vor den Hof und sagte selbstbewusst: „O König, sie sagen harte Worte über Jesus, den Sohn der Maria. Wenn Ihr wollt, ruft sie herbei und fragt sie, was sie über ihn denken.“ Aber nach dem, was gestern passiert war, war der König noch vorsichtiger, und ließ sich nicht manipulieren. Er würde keinen Versuch zulassen, ihn zu täuschen. So wurden Ja'far und die anderen Gefährten wiederum gerufen. Was aber gab Amr diese Zuversicht, um dieses Thema vor dem König anzusprechen? Glaubten die Muslime denn wirklich an etwas, was den König erzürnen würde?
Betrachteten sie, Gott bewahre, Jesus als einen fehlgeleiteten Mann? Absolut nicht. Er war ein Prophet, dem von Allah eine Schrift gegeben wurde. Tatsächlich war er von mehr als hunderttausend Propheten unter den fünf größten, den Ulu'l-Azm, den Erzpropheten. Oder verleumdeten die Muslime seine Mutter, Maryam (Maria), so wie die damaligen Juden? Behaupteten sie, dass Jesus, Gott bewahre, durch Ehebruch geboren wurde? Niemals. Maryam war rein und keusch, eine Dienerin, speziell ausgewählt von Allah. Und Jesus wurde als Wunder ohne Vater geboren. Wo war also der Unterschied? Der Islam stellte absolut klar: La ilaha illallah (Es gibt keinen Gott außer Allah). Stellt euch vor, ihr wärt dort.
Es wäre nicht einfach, vor einem König zu stehen und ihm zu sagen: Der, den du als göttlich ansiehst, also Jesus, ist kein Gott. Der Ausgang solcher Worte wäre ungewiss und könnte sogar gefährlich sein. Was beschlossen die Gefährten also, bevor sie seinen Hof betraten? „Bei Allah! Wir werden nur das sagen, was Allah über ihn gesagt hat und was unser Prophet (FSMI) uns gesagt hat. Was auch immer die Folge sein mag.“ Schließlich sprach Ja'far und erklärte dem König, was der Islam über Jesus und Maryam lehrte – so, wie es offenbart wurde. Wie reagierte der König also? Amr wartete hoffnungsvoll. Dieses Mal sah es so aus, als ob es klappen könnte.
Der König hob einen Stock vom Boden auf und sagte: „Ich schwöre, Jesus, der Sohn der Maria, ist genau so, wie ihr gesagt habt. Es gibt nicht den geringsten Unterschied. Nicht einmal so viel wie dieser Stock.“ Und wieder brach Amrs Welt zusammen. „Seid leise. Er beobachtet uns.“ Einige Hofbeamte fingen an, protestierend zu murmeln. Ihnen gefiel nicht, was sie da hörten. Aber der König wandte sich ihnen zu: „Bei Allah, auch wenn ihr euch beschwert, das hier ist die Wahrheit.“ Dann ging er zu den Gefährten zurück und sagte: „Geht. Ihr seid in meinem Land absolut sicher.
Selbst ein Berg von Gold brächte mich nicht dazu, euch etwas anzutun." Amr sorgte sich, wie er nach diesem Fehlschlag nach Mekka zurückkehren könnte, und jetzt musste er sich auch noch dem Zorn des Königs stellen. Najashi ordnete an: „Gebt diesen zwei Männern ihre Geschenke zurück. Ich brauche sie nicht. Ich schwöre, als Gott mir den Thron gab, nahm Er keine Bestechung von mir, warum sollte ich dann eine Bestechung in dieser Sache nehmen?“ Auch wenn nur wenige in seinem Volk den Islam annahmen, lebte Najashi selbst als aufrichtiger Muslim, und so verstarb er auch. Jahre später, als der Gesandte Allahs (FSMI) unter seinen Gefährten saß, sagte er plötzlich: „Euer Bruder Najashi ist gestorben.
So steht auf und betet für ihn.“ Dann leitete er, Hunderte von Meilen entfernt, das Totengebet für Najashi. Und als die Nachricht seines Todes eine Woche später Medina erreichte, erfuhren sie, dass er genau am Tag dieses Janazah-Gebets tatsächlich gestorben war. Ihr denkt vielleicht: „Aber das war ja ein ganz anderes Land, mit einer ganz anderen Kultur. Wäre es nicht sehr schwierig in so einem entfernten Land, sich dem Islam anzupassen?“ Nein. Denn alle Menschen wurden mit derselben Natur (Fitra) erschaffen. Und die Religion, die der Schöpfer sandte, kam niemals mit einem Befehl wie: „Ändert eure Kultur, eure Nation, eure Identität.“ Der Islam ist ja für die ganze Menschheit.
Daher war es für den König nicht schwer, diese Religion zu leben. Wie war sein Name davor? Ashama. Und nachdem er Muslim wurde? Immer noch Ashama. Seine Kleidung war dieselbe, seine Identität war dieselbe, und er gab seine Traditionen nicht auf, natürlich immer im Rahmen dessen, was Halal (erlaubt) und was Haram (verboten) war. Najashi wurde sogar zum Vorbild für Menschen in nicht-muslimischen Ländern. Für Leute, die sich denken: „Muslim zu werden ist mir zu schwer, mein Leben wird sich komplett ändern,“ bewies er schon vor Hunderten von Jahren, dass das überhaupt nicht der Fall war. Jedes einzelne Wort von Najashis Rede brachte den Gefährten immer größere Erleichterung.
Dass ein König den Gesandten Allahs (FSMI) bestätigt, war eine außergewöhnliche Nachricht. Für die Quraysh war es eine Katastrophe. Wenn sie nur überhaupt niemanden geschickt hätten! Sie wussten nicht, dass hinter ihren Machenschaften auch Allah einen Plan hatte. Und das war erst der Anfang. Ganz bald schon sollten sie zwei große Schläge erleiden. Hamza war ungefähr im selben Alter wie der Gesandte Allahs. Ein mutiger Mann von großer Statur, stark, angesehen und von den Leuten in Mekka gefürchtet. Er liebte die Jagd, und deswegen war er manchmal außerhalb der Stadt. Auch an diesem Tag kam er von der Jagd zurück, den Bogen in der Hand.
Als er vom Hügel Safa Richtung Kaaba herunterkam, sah er eine Frau, die direkt auf ihn zurannte. „Oh Abu Umara! Wenn du die Beleidigung gesehen hättest, die dein Neffe Muhammad gerade von Abu Jahl bekam! Er ist zu ihm gekommen, als er hier saß, hat ihn beschimpft, beleidigt und sehr harte Worte gesagt. Dann ist er gegangen, und Muhammad hat kein einziges Wort zu ihm gesagt.“ Damals war Hamza noch kein Muslim, aber er stand seinem Neffen immer sehr nah. Was er hörte, entfachte ein Feuer der Wut in ihm. Voller Wut zog er los. In seinem Kopf gab es nur einen Gedanken: Abu Jahl zu finden und ihn für seine Tat bezahlen zu lassen. Nur das konnte seine Wut beruhigen.
Als er in der Nähe der Kaaba ankam, fand er, was er suchte. „Hamza. Warum ist er so wütend?“ Er zögerte keinen Moment und stürmte vorwärts. Dann, ohne ein Wort zu sagen, schlug er Abu Jahl mit seinem Bogen auf den Kopf und verpasste ihm einen heftigen Schlag. So stark, dass er ihm den Kopf spaltete, das Blut hervorschoss und er zu Boden fiel. „Du bist derjenige, der ihn beleidigt hat? Dann wisse, dass ich auch seiner Religion folge! Ich sage, was er sagt. Wenn ihr den Mut habt, dann tut mir das an, was ihr ihm angetan habt!“ Ganz Mekka war fassungslos. Hamza war auch Muslim geworden? Abu Jahl versuchte verzweifelt, sich zu verteidigen. „Aber er hat uns für töricht erklärt!
Unsere Götzen beleidigt! Sich vom Weg unserer Vorfahren abgewandt!“ Hamza ertrug kein einziges Wort von ihm. Er rief: „Wer ist törichter als du?“ Und genau da sprach er die Shahada (Glaubensbekenntnis): „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad (FSMI) Sein Diener und Sein Gesandter ist.“ Die Familie von Abu Jahl, die Banu Makhzum, versammelte sich, bereit, Hamza anzugreifen. Doch Abu Jahl hielt sie auf. Er bereute, was er getan hatte. „Lasst Abu Umara in Ruhe! Ich habe seinen Neffen zu oft beleidigt.“ All das passierte so schnell, dass sich nicht einmal Hamza ganz bewusst war, was er da gerade getan hatte. Verwirrt und unruhig ging er nach Hause.
Für Shaytan war Hamzas Annahme des Islams eine riesige Bedrohung. Also fing er an, ihm ins Ohr zu flüstern: „Du warst doch ein Ehrenmann unter den Quraysh, und jetzt folgst du dem, der sich von der Religion deiner Vorväter abgewandt hat? Du hast ihren Weg verlassen? Sogar Sterben wäre besser als das, was du gerade getan hast.“ All diese Einflüsterungen hielten ihn bis zum Morgen wach. Er war unsicher, was der richtige Weg war. Hatte er das Richtige getan oder das Falsche? Er konnte sich nicht entscheiden. Er fühlte sich hilflos, zahllose Gedanken kreisten ihm im Kopf. Er fühlte sich erschöpft. Endlich fiel ihm eine Lösung ein. Das war das Beste, was er in diesem Moment tun konnte.
Mit voller Aufrichtigkeit und sich seiner Hilflosigkeit völlig bewusst, erhob er seine Hände und betete: „Oh Allah, wenn dieser Weg den ich eingeschlagen habe, wirklich der richtige ist, dann lass mein Herz es bestätigen. Leite mich in dieser Angelegenheit.” Er ergab sich und akzeptierte von ganzem Herzen, dass nur Gott immer weiß, was wirklich richtig ist. Er betete zu dem Einen, der die Schlüssel zu allem hat, ihn auf den geraden Weg zu leiten. Diese Nacht verging in tiefem Nachdenken. Noch nie hatte er so sehr mit seinem Inneren gerungen. Am nächsten Tag ging er zu Rasulullah (FSMI) und erzählte ihm alles, was er durchgemacht hatte.
Die Antworten, die er bekam, die Worte, die er vom Propheten (FSMI) hörte, waren genau das, wonach seine Seele gesucht hatte. Nichts anderes hätte sein Herz so beruhigen können. Von da an sollte er nicht mehr Hamza mit einem gewöhnlichen Leben sein; er würde Asadullah sein – der Löwe Allahs. Stellt euch die Reaktion der Quraysh vor! Auf der einen Seite, ihr Verlust in Abessinien, auf der anderen Hamzas Übertritt zum Islam. Schlag auf Schlag mussten sie einstecken. Das Gleichgewicht verlagerte sich langsam. Also versammelten sie sich wieder in Dar al-Nadwa (dem Haus der Versammlung). „Ihr könnt die Beweise vor uns nicht leugnen.“ Folter, Druck und Einschränkungen gingen weiter.
Doch, trotz all dieser Unterdrückung änderte sich nichts. In jeder Familie und aus jeder Gesellschaftsschicht schlossen sich Menschen den Muslimen an. Und ihre Anzahl stieg ständig. Verzweifelt suchten die Quraysh einen Weg, die Ausbreitung des Islams zu stoppen. Es gab da eine Idee, mit der sie schon lange spielten, aber weil sie Angst hatten, hatten sie gezögert, sie umzusetzen. „Uns gehen die Möglichkeiten aus. Wir haben keine andere Wahl, als das zu tun.“ "Was meint ihr?" „Er meint... wir müssen ihn töten.“ Das könnte ernsthafte Konsequenzen haben, denn die Familie des Propheten (FSMI), der Hashim-Klan, würde eine Blutfehde starten.
Ob sie nun Muslime waren oder nicht, sie waren tief mit ihren Stammesbräuchen verbunden. War erst Blut vergossen, würde es nicht leicht enden. Eine Ermordung war nicht unmöglich, aber dafür war sehr viel Mut nötig. In diesem Moment traten die zwei Männer, für die der Gesandte Allahs (FSMI) gebetet hatte, in den Vordergrund. Manche Leute stachelten die Menge mit Versprechungen an, und einer von ihnen war Abu Jahl. Aber es war umsonst. Niemand hatte den Mut, vorzutreten Niemand, außer einem Mann. Er stand auf und rief: „Ich mache das!“ Plötzlich wurde die Versammlung still, und alle Augen richteten sich auf ihn.
Die Stimme kam von einem großen, breitschultrigen und furchtlosen Mann: Umar ibn al-Khattab. Obwohl er bereits vom Koran berührt worden war und sein Herz begonnen hatte, weicher zu werden, wurde es bei jeder Zusammenkunft mit den Götzendienern wieder hart. Er fand, diese Sache zog sich schon zu lange hin. Der Rat fing an, ihm zuzusprechen. „Ja, nur du schafft das!“ Aber keiner von ihnen ahnte, was nur wenige Stunden später geschah. Rasch ergriff er sein Schwert. Angeblich war der Gesandte Allahs (FSMI) in einem Haus in der Nähe des Hügels Safa. Also ging er in diese Richtung. Er lief so, dass es jedem, der ihn sah, Angst einflößte.
Sein Verwandter Nu'aym ibn Abdullah stoppte den wütenden Marsch. Er war auch Muslim. „Oh Umar, wohin gehst du?“ „Ich werde Muhammad töten, den, der seine Religion verlassen und die Quraysh gespalten hat!“ In diesem Moment brauchte seine Wut entweder Zeit, um abzukühlen oder um umgelenkt zu werden. Nu'aym wählte die zweite Möglichkeit. „Oh Umar, ich schwöre, du betrügst dich selbst. Glaubst du, dass die Söhne von Abd Manaf dich leben lassen, wenn du ihn tötest? Schau lieber zuerst auf deine eigene Familie.“ „Wen meinst du?“ „Dein Schwager und Cousin, Said bin Zayd, und seine Frau, deine Schwester Fatima, sind Muslime geworden. Sie folgen der Religion Muhammads.
Kümmere dich zuerst um sie.“ Umar wollte es nicht glauben. Also ging er weiter. Aber in seinem Herzen war bereits ein Zweifel gesät worden. Auf halbem Weg kehrte er um und seine Wut brannte noch mehr. Er ging zum Haus seiner Schwester. Khabbab ibn Aratt rezitierte drinnen die Sure Taha. Plötzlich klopfte es laut an der Tür. Es war Umar. Khabbab versteckte sich sofort, während Fatima eilig versuchte, die Koranseiten in ihrer Hand zu verstecken. „Was habt ihr da rezitiert?“ „Wir haben nur miteinander gesprochen.“ Aber Umars Wut legte sich nicht. Er ging direkt auf seinen Schwager zu, Said bin Zayd, und fing an, ihn zu schlagen. Er rief: „Was ich gehört habe, stimmt also!
Ihr seid zu Muhammads Religion übergetreten, nicht wahr?“ In dem Moment ging Fatima dazwischen und versuchte, ihn zu beruhigen. Aber Umar versetzte ihr einen heftigen Schlag. Hier war die Grenze erreicht. Fatima weigerte sich, es länger zu verstecken. Sie sagte: „Mach, was du willst, Umar! Mein Mann und ich sind jetzt Muslime. Wir glauben an Allah und seinen Gesandten!“ Und mutig sprach sie die Schahada (Glaubensbekenntnis). „Ashhadu an la ilaha illallah, wa ashhadu anna Muhammadan Rasulullah.“ Umar erstarrte. Er sah, wie seine eigene Familie bereit war, für ihren Glauben zu leiden. Als er das Blut im Gesicht seiner Schwester sah, da erwachte sein Mitgefühl.
Er fing an, sich selbst zu hinterfragen. Was war aus ihm geworden? Schlug er seine Schwester wirklich, weil sie sagte „Mein Herr ist Allah“? Er setzte sich, in Gedanken versunken. „Bring mir, was ihr da gelesen habt. Lass mich sehen, was das ist, was zu Muhammad gekommen ist.“ Fatima hatte Angst, dass Umar den Koran beleidigen könnte. Aber gleichzeitig schien sein Zustand verändert. Könnte es sein, dass sein Herz sich dem Islam zuwenden wollte? Sie wünschte es sich so sehr, mit einer Sehnsucht, die nur jemand wirklich verstehen kann, dessen eigener Bruder noch kein Muslim ist. Und dann fing er an, die Verse zu lesen. Ich suche Zuflucht bei Allah. Taa-Haa.
Maaa anzalnaa ‘alaikal Qur-aana litashqaaa. Illaa tazkiratal limany yakhshaa. “Taha. Wir haben den Koran nicht auf dich hinabgesandt, damit du unglücklich bist, sondern als Erinnerung für denjenigen, der gottesfürchtig ist“, Nachdem Umar die ersten Verse der Sure Taha gelesen hatte, versank er in tiefe Gedanken. Der Zorn und Hass, jahrelang in seinem Herzen getragen, schmolz dahin und wurde zu Ehrfurcht und Bewunderung. „Wie schön, wie edel, wie majestätisch ist diese Rede. Es kann keine Rede geben, die schöner und süßer ist als diese.“ Die Samen des Glaubens in seinem Herzen begannen endlich zu blühen.
Er hatte nur noch einen Wunsch: vor dem Propheten (FSMI) zu stehen und seinen Glauben zu bekennen. Als er seine Worte hörte, kam Khabbab aus dem Versteck heraus, und sagte: „Gute Nachricht, O Umar! Ich hoffe, dass das Gebet vom Gesandten Allahs (FSMI) in dir erfüllt wird. Erst letzte Nacht hat er gebetet: 'Oh Allah, stärke den Islam entweder mit Abu Jahl oder Umar ibn al-Khattab.'“ Auf der einen Seite war Abu Jahl, der die Hinrichtung forderte. Und auf der anderen Seite Umar, der sich aufgemacht hatte, diese Mission zu erfüllen. Und doch wurde er auf dem Weg zur Ermordung des Propheten (FSMI) nun zu einem von denen, die der Glaube wiederbelebte.
Das Dua, vom Gesandten Allahs (FSMI) erst eine Nacht zuvor gesprochen, wurde schon am nächsten Morgen beantwortet. Und wie sollte es auch anders sein? Durch ihn und die Botschaft, die er brachte, fand das Universum seinen Sinn. Seit über 1400 Jahren bekommen Millionen Muslime durch seine Führung den Schlüssel zum ewigen Paradies. Er zeigte seinen Anhängern, wie man sowohl diese Welt gewinnt als auch das ewige Leben nach dem Tod. In dieser Moschee namens Erde führte er Millionen Gläubige aus allen Teilen der Welt an. Mit einer Stimme, die die Zeiten überdauert, diente er seinem Herrn und erfüllte jede ihm auferlegte Pflicht.
Könnte so ein Diener, so wertvoll in Allahs Augen, für die Stärkung der Muslime beten, und Allah würde es unbeantwortet lassen? Umar wandte sein Herz ganz der Rechtleitung zu. Und so erhörte Allah das Gebet Seines geliebten Gesandten (FSMI). Umar ibn al-Khattab, bis zu diesem Moment als Feind des Islam bekannt, hartherzig, einer, der die Muslime verfolgte, verwandelte sich jetzt in Umar, (möge Allah mit ihm zufrieden sein). Nachdem er erfahren hatte, wo der Gesandte Allahs (FSMI) sich befand, brach er eilig zum Dar al-Arqam (Haus von Arqam) auf. Als die Gefährten Umar mit seinem Schwert an der Tür stehen sahen, bekamen sie Angst. Aber Hamzas Ruhe beruhigte die Lage.
Er sagte: „Lasst ihn rein. Wenn er mit guten Absichten kommt, werden wir ihn mit Güte empfangen. Aber wenn er mit Bösem kommt, dann werden wir sein eigenes Schwert gegen ihn richten.“ Die Tür wurde geöffnet, und Umar ging hinein, Schritt für Schritt. Der Zorn, der sein Gesicht verfinstert hatte, als er das Dar al-Nadwa (Haus der Versammlung) verließ, war fort, und wich nun der Hoffnung. Rasulullah (FSMI) traf ihn im Hof. Er zog ihn an sich und sagte: „O Sohn von Khattab, wozu bist du gekommen? Bei Allah, ich glaube nicht, dass du aufhörst, bis Allah ein Unglück über dich schickt.“ „Ich bin zum Glauben an Allah gekommen – an Seinen Gesandten, und all das, was er von Allah offenbart hat.
Ashhadu an la ilaha illallah, wa ashhadu anna Muhammadan Rasulullah.“ Die Gefährten waren von Freude überwältigt. Es war einer der unvergesslichsten Tage ihres ganzen Lebens. Die Rufe „Allahu Akbar! Allahu Akbar!“ hallten durch Mekkas Straßen. Hamza und auch Umar waren jetzt Muslime, so gab es keine Notwendigkeit mehr, sich in Dar al-Arqam zu verstecken. Umar wollte nun den Mut, den Allah ihm gegeben hatte, für den Islam nutzen.
Und in diesem Moment machte er seinen ersten Vorschlag: „Oh Gesandter Allahs, folgen wir nicht der wahren Religion – ob wir nun leben oder sterben?“ Der Prophet (FSMI) sagte, „Ja, bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, ob ihr lebt oder sterbt, ihr folgt der wahren Religion. „Warum verstecken wir uns dann noch? Bei Allah, Der dich mit der wahren Religion gesandt hat, ich werde mutig, furchtlos, ohne zu zögern zu jeder Versammlung von Götzendienern gehen und ihnen den Islam verkünden.“ An diesem Tag verließen 40 Muslime das Dar al-Arqam (Haus des Arqam). Rasulullah (FSMI) schritt voran, zu seiner Rechten Umar, zu seiner Linken Hamza. Sie riefen „Allahu Akbar!
Allahu Akbar!“ und marschierten los . Das war einer der bedeutendsten Momente in der Geschichte des Islam und der allererste Marsch der Muslime. An diesem Tag bekamen die Quraysh eine eindringliche Warnung. Sie konnten nichts tun als bestürzt und still zuzusehen. Diese 40 Gläubigen zeigten den nachfolgenden Jahrhunderten, wie stark Muslime sein können, wenn sie zusammenhalten. Aber die Aufregung in Umars Herz hatte sich noch nicht gelegt. Jeder sollte von seinem Glauben wissen! Er machte sich auf, um Jamil ibn Ma'mar zu finden. Denn wenn dieser Mann einmal etwas hörte, verbreitete er es in kürzester Zeit in ganz Mekka.
„Oh Jamil, ich bin Muslim geworden.“ Sofort sprang Jamil auf und verbreitete die Neuigkeit überall. „Umar hat die Religion verlassen! Umar hat die Religion verlassen!“ Doch das war Umar nicht genug: Er ging direkt zum Haus von Abu Jahl. Völlig unwissend empfing Abu Jahl ihn herzlich. „Oh Amr! Ich bin Muslim geworden.“ „Nein. Nein. Das kann – das kann nicht sein.“ Nie hätte er geglaubt, dass Umar, der zur Tötung des Propheten (FSMI) losgezogen war, stattdessen den Islam annehmen würde. „Möge Allah dich verfluchen und die Nachrichten, die du bringst!“ Nach all dem gab der Gesandte Allahs (FSMI) Umar den Titel „Al-Farooq“, derjenige, der die Wahrheit von der Falschheit unterscheidet.
Wie beeindruckend ist das? Schaut euch Umar eine Stunde vor der Konversion und dann eine Stunde später an. Derselbe Umar, der ein Feind des Islam gewesen war, der die größte Sünde begangen hatte, indem er Allah Partner beigesellte, wurde jetzt zu Umar, einem Gefährten des Propheten (FSMI) der später der zweite Kalif des Islam werden sollte, bekannt für seine Gerechtigkeit. Ganz gleich, wie deine Vergangenheit war: Wendest du dich aufrichtig deinem Herrn zu, kann Allah dein Herz auf unvorstellbare Weise verwandeln.
Die Seele des Gesandten Allahs (FSMI) war so voller Licht, dass jeder, der ihn sah und an ihn glaubte, jeder, der in seiner Gesellschaft saß, sich verwandelte – von Kohle zum Diamanten. Die einst ihre Töchter ohne Schuldgefühle lebendig begraben hatten, verwandelten sich in Menschen, die keiner Fliege etwas antun würden. Wenn jemand aus einem anderen Stamm kam und nur eine Stunde oder einen Tag mit ihm verbrachte, kehrte er als Lehrer zu seinem Volk zurück, wie Abu Dharr oder Tufayl ibn Amr. Alle schlechten Eigenschaften in ihren Seelen verschwanden, und sie wurden erfüllt mit den höchsten moralischen Werten.
Die Anzahl derer, die sich wie Umar von Kohle zu Diamanten verwandelten, wurde immer größer. Und der Aufruf zum Islam wurde jetzt mit noch größerer Stärke verkündet. All diesen Entwicklungen folgten weitere Treffen in Dar al-Nadwa, wo man hasserfüllte Pläne schmiedete. Angetrieben von ihrem Durst nach Rache bereiteten sie sich darauf vor, die Muslime vernichtend zu schlagen. Bald schon erlebte die Stadt die schwersten Tage ihrer Geschichte, denn sie sollten den Höhepunkt ihrer Grausamkeit zeigen. In der nächsten Folge werdet ihr die Jahre des Boykotts miterleben. Wir sehen uns dann.