Schätzt der Islam Frauen wirklich? Hijab, Polygamie & mehr
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Welchen Wert haben Frauen im Islam? Wird ihr Wert im Islam herabgesetzt? Werden sie dort als Menschen zweiter Klasse behandelt? Wenn man mit Nichtmuslimen über den Islam spricht – egal ob Mann oder Frau –, betrifft ihre erste Frage die Frau im Islam. Warum ist das wohl so? Weil große Gruppen in den Medien – mainstream und sozial – alle Energie darauf verwenden, das Thema Frauen als Propagandawaffe gegen den Islam zu nutzen. Immer wieder greifen sie ihn an. Doch wirklich überraschend sind die Statistiken, die uns vorliegen. In den USA sind vier von fünf Menschen, die zum Islam konvertieren, Frauen.
Auch in Großbritannien zeigte eine Studie: Rund 75 % der Islam-Konvertiten zwischen 2001 und 2011 waren Frauen. Wäre der Islam wirklich eine Bedrohung für Frauen, müssten diese Zahlen dann nicht genau umgekehrt sein? Oder finden sie – entgegen der landläufigen Meinung – im Islam vielleicht gerade das, wonach sie sich schon lange gesehnt haben? Wir haben wichtige Themen zu besprechen. Und natürlich auch einige bekannte Fragen zu klären. Darf ein Mann vier Frauen haben? Ist das Bedecken von Kopf und Körper wirklich eine Einschränkung? Warum bekommt eine Frau nur die Hälfte des Erbes eines Mannes? Und was hat es mit dem bekannten Koranvers auf sich, der oft kritisiert wird?
Wenn ihr bereit seid, geht’s los. Im 18. Jahrhundert betrat eine englische Historikerin erstmals Istanbul. Ihr Name: Lady Elizabeth Craven. Und diese islamische Stadt brachte sie ins Staunen. Das, was Frauen in ihrer Heimat erlebten und das, was sie hier sah, konnte nicht gegensätzlicher sein. Dieser Ort war vollkommen anders. Sie beschrieb muslimische Frauen als „Die glücklichsten Wesen auf Erden.“ Und sie hielt ihre Beobachtungen so fest: „Ich glaube, ich habe nie ein Land gesehen, in dem Frauen so frei leben und vor jedem Tadel oder Spott geschützt sind wie in der Türkei.“ Damals war es das Osmanische Reich. Was hat sie also so sehr erstaunt?
Was hatte sie in England gesehen, dass sie so etwas aussprach? Leider wissen wir zu wenig über die Geschichte. Denn in der islamischen Stadt, die sie besuchte, gab es keines der folgenden Probleme: In England und Amerika zum Beispiel: Heiratete eine Frau, ging ihr Eigentum automatisch an ihren Mann über. Selbst wenn sie arbeitete, gehörte das Geld ihm. Er hatte rechtlichen Anspruch auf ihr Einkommen, sie selbst aber nicht. Wenn ihr Vater starb, ging ihr Erbteil direkt an ihren Ehemann – sie hatte keinerlei Anspruch darauf. Bei einer Scheidung gingen alle Kinder automatisch an den Vater.
Die Mutter wurde von ihren Kindern getrennt, denen sie das Leben geschenkt und die sie aufgezogen hatte, für die sie so viel opferte. Und auch die Kinder litten unter dieser Trennung von der Mutter. Nur eine kleine Minderheit bekam nach der Scheidung Unterhalt – also finanzielle Unterstützung. Und das waren nicht nur einfach soziale Ungerechtigkeiten, sondern gesetzliche Vorschriften. Und Frauen erlitten noch größeres moralisches und emotionales Unrecht. Bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es in England seltsame Bräuche. Zum Beispiel: den Verkauf der Ehefrau. Was soll das denn heißen?
Kaum zu glauben, aber wenn ein Mann genug von seiner Frau hatte, konnte er sie auf dem Markt verkaufen wie einen Gegenstand. Ein Bericht aus dem Jahr 1913 erzählt: Ein Engländer verkaufte seine Frau für 1 Pfund. Im mittelalterlichen Europa waren die Zustände noch brutaler. Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert führte die katholische Kirche Hexenverfolgungen durch. Unschuldige Frauen wurden aufgrund von Gerüchten und Verleumdung getötet. Zwischen 40.000 und 100.000 Frauen wurden laut Aufzeichnungen grausam verbrannt. Stellt euch das vor: Wenn eine Frau als unattraktiv galt, hieß es: „Sie ist wohl eine Hexe.“ Lehnte sie einen Mann ab, galt sie plötzlich auch als Hexe.
Ihr Leben war sofort vorbei. Schon der Gedanke daran ist erschreckend. Und in der gleichen Gesellschaft fragte man sich in Europa ernsthaft: „Sind Frauen überhaupt Menschen? Haben sie eine Seele?“ Lady Craven sprach diese Worte also nicht ohne Grund. Was sie in jener islamischen Stadt sah, war das komplette Gegenteil von dem, was im Westen passierte. Die Rechte, die Frauen im Westen erst ab 1882 bekamen, waren hier seit Jahrhunderten Realität. Wie konnte das sein? Frauen konnten Klagen einreichen, Verträge schließen, Erbe empfangen und hatten viel mehr Rechte als die Frauen damals in England.
Und ihr ahnt es vielleicht schon: Damals gab man Frauen im Westen auch keine Gelegenheit, Bildung zu erlangen. Doch im Islam war das anders: Die älteste durchgehend betriebene Universität der Welt wurde von einer muslimischen Frau gegründet. Ihr findet sie im Guinness-Buch der Rekorde: Die Universität Al-Qarawiyyin in Marokko wurde 859 von Fatima al-Fihri gegründet. Das beweist: Frauen in islamischen Ländern hatten die Möglichkeit, Bildung zu erhalten. Nur deshalb konnte sie so etwas erreichen. Und es zeigt auch: Frauen durften Eigentum besitzen. Sonst hätte sie keine Universität gründen können. Außerdem zeigt es, dass Musliminnen wichtige gesellschaftliche Rollen übernehmen konnten.
Nur so war dieser Erfolg möglich. Und vor allem bedeutet es: Sie wuchs in einer muslimischen Familie auf, mit Selbstbewusstsein, dem Gefühl, als Frau und Mensch wertvoll zu sein, nicht mit Scham und Demütigung. Schließt mal eure Augen und stellt euch das vor: Über 100.000 Menschen warten voller Neugier und Erwartung. Vor ihnen steht ein Mann, der den Lauf der Geschichte verändert hat: Der Prophet Muhammad (FSMI). Es ist das Jahr 632. Er hält seine berühmte Abschiedspredigt. Und an einer Stelle sagt er diese Worte: „Oh ihr Menschen! Ich rate euch, die Rechte der Frauen zu achten und Allah in dieser Sache zu fürchten.
Allah hat euch Frauen anvertraut, und nachdem ihr ihnen in Seinem Namen ein Versprechen gegeben habt, wurden sie euch von Allah erlaubt. So wie ihr ihnen gegenüber Rechte habt, haben sie auch euch gegenüber Rechte.“ Neben vielem anderen veränderte er die Stellung der Frau tiefgreifend. Er veränderte die gesamte Region in Bezug auf Frauenrechte. Schauen wir uns also das Leben einer Frau damals einmal im Zeitverlauf an und wie es sich vor und nach dem Islam unterschied. Vor dem Islam war die Geburt eines Mädchens für viele Väter eine Schande, und viele töteten ihre Töchter, indem sie sie lebendig begruben. Der Islam kam und verbot diese grausame Praxis vollständig.
Selbst wenn ein Mädchen überlebte, erhielt sie von ihrem Vater nie die Liebe oder Zuneigung, die sie ersehnte. Sie war in seinen Augen wertlos. Doch der Prophet Muhammad (FSMI) sagte später: „Wer sich um drei Töchter kümmert, sie erzieht, verheiratet und ihnen Gutes tut, dem ist das Paradies gewiss.“ Nehmen wir an, das Mädchen wächst auf und erreicht das Heiratsalter. Vor dem Islam wurde sie zur Heirat gezwungen. Niemand fragte, was sie fühlte oder wünschte. Der Islam aber verbot, sie ohne ihre Zustimmung zu verheiraten. Von nun an musste ein Mann um ihre Hand anhalten. Nach ein paar Treffen, wenn sie zustimmte und beide sich füreinander geeignet hielten, begann der Heiratsprozess.
Zum Ehevertrag gehört ein sogenannter Mahr – eine Geldsumme oder ein wertvolles Geschenk, das der Ehemann der Frau geben muss. Das ist eine Art finanzielle Absicherung. Bei Scheidung oder Tod des Ehemanns kann sie damit für eine gewisse Zeit finanziell überleben. Aber das ist nicht der einzige Zweck. Die Frau darf dieses Geld nach Belieben nutzen – ihr Leben lang. Sie kann ein Unternehmen gründen, Geld investieren, sodass es Gewinn bringt, oder es einfach behalten. Die Höhe des Mahr bestimmt die Frau selbst. Der Mann muss es zahlen und kann es nicht zurückfordern. Möchte die Frau ihrem Mann finanziell helfen, liegt das ganz bei ihr.
Nach der Heirat trägt der Ehemann alle finanziellen Pflichten. Die Frau ist nicht im Geringsten verpflichtet, zu arbeiten oder sich an den Haushaltskosten zu beteiligen. Vor der Heirat war ihr Vater für ihren Unterhalt zuständig. Nach der Heirat geht diese Verantwortung an den Ehemann über. Doch leider ist das selbst heute in vielen Teilen der Welt nicht der Fall. Als wir Sheikha Fatima Barkatulla interviewten – eine islamische Gelehrte aus Großbritannien – sagte sie uns etwas sehr Bemerkenswertes: Gerade dieses Konzept beeindruckt viele nichtmuslimische Frauen am meisten. Denn in ihren Gesellschaften erleben sie kaum, dass jemand für sie sorgt oder die Verantwortung übernimmt.
Ab einem bestimmten Alter erleben viele Frauen eine Art „Scheidung“ von ihren Vätern. Unter dem Motto „auf eigenen Beinen stehen“ werden sie in ein Leben gedrängt, das sie nicht gewöhnt sind. Millionen von Töchtern leiden langfristig darunter, werden oft von Menschen mit schlechten Absichten ausgenutzt. Vor und nach der Ehe verbringen viele Frauen ihr Leben damit, sich zu verteidigen. Der Islam hingegen legt die finanzielle Verantwortung klar fest: Vor der Heirat: beim Vater. Nach der Heirat: beim Ehemann. Und wenn es zur Heirat kommt, entscheidet allein die Frau, wen sie als ihren Versorger akzeptiert.
Weiter geht's: Vor dem Islam bekam eine Frau, die heiratete und Mutter wurde, keinerlei Respekt und Wertschätzung. Doch hört, was unser Prophet (FSMI) sagte: „Die Gläubigen mit dem vollkommensten Glauben sind die mit dem besten Charakter, und die Besten unter euch sind die Besten zu ihren Frauen.“ Und um den Wert der Mütter zu erklären, sagte er zu einem Gefährten: „Das Paradies liegt zu den Füßen deiner Mutter.“ Wer seine Mutter unterdrückt oder ihr Unrecht tut, begeht laut Islam eine schwere Sünde. Vor dem Islam bekam eine Frau, deren Ehemann starb, nicht das geringste Erbe von ihm. Im Gegenteil – sie und und ihre Kinder galten selbst als Teil des Erbes.
Jeder beliebige Mann konnte einen Anspruch auf diese Familie erheben und die Frau heiraten. Der Islam kam und schaffte auch das ab. Stattdessen wurde das Erbe unter den Angehörigen aufgeteilt: Zwischen Ehefrau, Kindern und Eltern – nach festgelegten Anteilen. Achtet mal darauf: Sogar die Eltern erben mit, Dies ist von Bedeutung, denn heute ist es in vielen sogenannten fortschrittlichen Ländern überhaupt nicht üblich, dass Eltern etwas erben. Logischerweise sind jedoch die Eltern eines Verstorbenen meist bereits im fortgeschrittenen Alter und benötigen Pflege. Im Islam liegt die Verantwortung für deren Unterhalt beim Sohn.
Und wenn er stirbt, erhalten sie einen Anteil aus seinem Erbe – genau zu diesem Zweck. Mit anderen Worten: Der Islam lässt eine Frau nicht allein, auch nicht als Mutter. Ihr Lebensunterhalt bleibt auch dann die Pflicht ihrer Kinder. In gewisser Weise ist das sogar eine Ermutigung für Frauen, höheren Zielen nachzugehen. Wenn ihr nicht arbeiten müsst – oder einfach nicht wollt – dann müsst ihr eure Zeit nicht mit Geldverdienen verschwenden. Ihr könnt eure Zeit stattdessen etwas Größerem widmen – zum Beispiel Bildung. Denn ist das nicht die Grundlage von allem? Die vollständige Veränderung einer Gesellschaft und ihr geistiges Wohlergehen liegen in euren Händen.
Aber wenn sich eine Frau entscheidet zu arbeiten, dann finden wir in der islamischen Geschichte starke Vorbilder. Die Ehefrau des Propheten (FSMI), Khadija (RA), gehörte zu den erfolgreichsten Kaufleuten Mekkas. Sie war eine außergewöhnliche Geschäftsfrau. Oder denkt an Fatima al-Fihri, die die erste Universität der Welt gründete. Ein bemerkenswerter Akt unternehmerischen Geistes. Solange dabei die Grenzen zwischen halal und haram gewahrt bleiben, gibt es überhaupt kein Problem. In der Regel ist es schon fast unmöglich, eine Gesellschaft von Gewohnheiten wie dem Rauchen abzubringen.
Und doch brachte der Prophet Muhammad (FSMI) alleine und in bemerkenswert kurzer Zeit die Gesellschaft dazu, all diese schrecklichen Bräuche hinter sich zu lassen. Und nicht nur das: Er ersetzte sie durch so schöne und gerechte Prinzipien, dass selbst Jahrhunderte später die Menschheit diesen Standard nicht erreichte. Es gäbe noch viele weitere Beispiele. Und diese gesamte Verwandlung geschah in nur 23 Jahren. Um zu zeigen, wie außergewöhnlich das war, sagte der große islamische Gelehrte Bediüzzaman Said Nursi: „Lasst 100 Philosophen versammeln, sendet sie in jene Zeit und an jenen Ort und lasst sie 100 Jahre lang arbeiten.
Könnten sie auch nur 1 % von dem erreichen, was jener großartige Mann in nur einem Jahr vollbrachte?“ Nicht einmal 20 Jahre nach dem Tod des Propheten (FSMI) gab es ein weiteres historisches Ereignis, das weltweit Beachtung fand. Omar ibn al-Khattab, einer der mächtigsten Führer der Geschichte, war der zweite Kalif des Islam und bekannt für seine Gerechtigkeit. Und jetzt zeigen wir euch ein Beispiel dafür, wie viel Wert und Selbstbewusstsein Frauen im Islam erhielten. Eines Tages erhielt Omar Beschwerden, dass Frauen zu viel Mahr forderten. Eines Tages erhielt Omar Beschwerden, dass Frauen zu viel Mahr forderten. 238a 00:11:41,052 --> 00:11:44,052 Ya Omar!
Die Frauen verlangen ein zu hohes Mahr! 238b 00:11:44,052 --> 00:11:49,600 Ja! Er hat recht, es ist schwer für uns, zu heiraten... Bitte tu etwas! Erinnert ihr euch an Mahr? Der Mahr ist die finanzielle Absicherung, die einer Frau zur Eheschließung zusteht. Um das Problem zu lösen, hielt Omar eine öffentliche Rede und schlug vor, eine Obergrenze für den Mahr festzulegen. Wer hätte sich wohl getraut, so einem Anführer zu widersprechen? Er war der Mann, der das Persische Reich besiegte und große Siege gegen das Römische Reich errang. So mächtig war er.
Doch in diesem Moment erhob sich eine Frau und widersprach – sie sagte mutig: „Hast du denn nicht gehört, dass Allah im Koran sagt: ‚Nehmt nichts von der Brautgabe zurück, auch wenn es eine große Menge Gold war.‘“ Das war damals undenkbar: Eine Frau widerspricht öffentlich dem Herrscher! Und wie reagierte Omar? Er gab demütig zu, dass die Frau die Wahrheit gesagt hat – und dass er selbst im Irrtum war. „Jeder hat mehr Wissen als Omar“, sagte er. Dann bestieg er eine Anhöhe und nahm seine Worte öffentlich zurück. Das ist unglaublich, wenn man darüber nachdenkt. Das eigentliche Problem ist also: Der Islam wird heute in den Medien massiv dämonisiert.
Einige von euch erinnern sich vielleicht an die berühmte irische Sängerin, die zum Islam konvertierte: Sinéad O’Connor. Sie galt als Feministin. Als sie über ihren Weg zum Islam sprach, sagte sie: „Ich habe die Schriften verschiedener Religionen studiert, um die Wahrheit über Gott zu finden. Ich dachte nie, ich würde einer Religion beitreten, aber den Islam ließ ich bis zum Schluss, weil ich so viele Vorurteile dagegen hatte.“ Tatsächlich gibt es enorme Propaganda gegen den Islam, besonders wenn es um Frauen geht. Doch wenn Menschen anfangen, sich damit zu befassen, merken sie, dass die Wahrheit ganz anders aussieht.
Deshalb sind vier von fünf Menschen, die in den USA zum Islam konvertieren, Frauen. Und deshalb sind fast 75 % der Islam-Konvertiten in Großbritannien ebenfalls Frauen. Jetzt frage ich euch: Wenn der Islam Frauen wirklich unterdrücken würde – wären sie dann nicht die Ersten, die ihn ablehnen? Doch stattdessen sind sie es, die ihn am meisten annehmen. Denn sie sehen, dass der Islam ihnen wahren Wert gibt, und erkennen, dass sie dort wirklich zuhause sind. Wenn wir in die Geschichte der Menschheit blicken, sehen wir: Immer wenn klare Grenzen fehlten oder göttliche Führung ignoriert wurde, waren es Frauen, die am meisten litten.
Ihre Rechte wurden geraubt, sie wurden schlecht behandelt und unterdrückt. Bis heute kann die moderne Welt die Rechte der Frauen nicht vollständig schützen. Es gibt Frauen, die für gleiche Arbeit weniger verdienen. Ihre Körper werden in der Werbung als Objekt genutzt. Ein bestimmtes Schönheitsideal wird ihnen ständig aufgezwungen, und sie fühlen sich wertlos, wenn sie es nicht erfüllen. Oder man redet ihnen ein, sie seien es. Zahlreiche Frauen werden durch Flirten manipuliert und erleben seelische Gewalt in toxischen Beziehungen. Einige werden sogar Opfer sexueller Gewalt. Auf der anderen Seite gibt es Tausende Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes von ihrem Partner verlassen wurden.
In 236 Städten in England und Wales leben in mehr als der Hälfte aller Haushalte alleinerziehende Mütter. Denkt an die enorme Last, die diese Frauen tragen, und an die Herausforderungen ihrer Kinder ohne männliche Vorbilder. Sieht man sich die vielen Menschen an, die später straffällig werden, stellt man oft fest: Sie wuchsen ohne Vaterfigur auf. Die Probleme hören einfach nicht auf. Was brauchen wir also wirklich? Ein System, das Männer und Frauen ganzheitlich kennt und versteht. Vollständig und vollkommen. Und kein Mensch ist dazu in der Lage. Denn schließlich machen wir alle Fehler. Wir urteilen falsch, irren uns, verstehen Dinge falsch.
Deshalb brauchen wir ein System jenseits menschlicher Grenzen. Ein System, das beide Geschlechter überzeugt und das sie freiwillig befolgen. Ein System von Dem, Der uns erschaffen hat, denn Er kennt uns am besten – besser, als wir uns selbst je kennen könnten. Er kennt die Eigenarten von Mann und Frau bis ins kleinste Detail. Er hat unendliches Wissen, und nur Er kann vollkommen gerecht entscheiden. Und da Allah weder männlich noch weiblich ist, gibt es in Seinen Urteilen keinerlei Parteilichkeit. Jedes andere System, so modern es auch ist, hat Fehler – und das sehen wir immer wieder.
Kurz gesagt: Die Antworten, nach denen wir suchen, die Lösungen, nach denen wir jahrelang geforscht haben, wurden uns schon vor 1400 Jahren im Islam gegeben. Und alle genannten Probleme – und noch viele weitere – finden im Islam ihre Lösung. Wenn ihr weiterlest und euch informiert, werdet ihr das selbst herausfinden. Aber an dieser Stelle kommen Fragen auf. Bis jetzt klingt alles logisch. Ja, der Islam gibt Frauen einen besonderen Wert. Ja, nur der Schöpfer kann die Regeln festsetzen, die wir brauchen. Aber dennoch – wie eingangs erwähnt – gibt es Themen im Islam, die die Menschen verwirrend finden. Sprechen wir zuerst einmal über das Kopftuch.
Millionen Menschen stellen dieselbe Frage: „Ist das nicht eine starke Einschränkung?“ Der Hijab wird oft als Unterdrückung oder Freiheitsbeschränkung porträtiert. Doch viele nichtmuslimische Frauen finden den Hijab besonders beeindruckend. Merkwürdig, oder? Warum ist das so? Ich glaube: Selbst eine Atheistin könnte das Bedürfnis haben, ein Kopftuch zu tragen. Eine Atheistin? Ja. Denn Bedeckung ist etwas Natürliches, etwas, das im Wesen des Menschen liegt. Von Natur aus sucht eine Frau einen Mann, bei dem sie sich sicher, geborgen und glücklich fühlt. Genauso möchte ein Mann seiner Frau vertrauen, eine liebevolle Verbindung aufbauen und mit ihr glücklich sein.
Um Frieden und Glück in der Familie zu bewahren, muss diese Bindung stark bleiben. Deshalb betonen Familientherapeuten oft eine wichtige Wahrheit: Eine gesunde Ehe braucht gegenseitiges Vertrauen und Loyalität. Und hier bringt der Islam den Hijab als Lösung – für Männer und Frauen. In der Sure an-Nur sagt Allah: „Sag zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten. Das ist reiner für sie. Gewiss, Allah ist kundig dessen, was sie machen.“ Im nächsten Vers wird auch den Frauen geboten, sich zu bedecken. Wenn ihr genau hinschaut: Zuerst wird den Männern der Hijab befohlen. „Senkt eure Blicke.“ Man könnte sagen, ihre Augenlider sind ihr Hijab.
Das zeigt: Es ist ein beidseitiger Schutz. Allah trifft Vorkehrungen, um Familien zu schützen und ihr Glück zu bewahren. Doch heute werden beide Formen des Hijabs von Frauen und Männern immer wieder angegriffen. Was passiert, wenn dieser Schutz in einer Familie fehlt? Dann erleiden das Vertrauen und die Loyalität mit der Zeit Schaden. Jede Frau hat das natürliche Bedürfnis, schön zu sein und bewundert zu werden. Wenn eine Frau mit dieser natürlichen Neigung also ohne Hijab rausgeht, stehen ihr zwei Optionen offen: Sie wirkt elegant und zieht die Blicke der Menschen auf sich, durch ihre Kleidung, Accessoires, Haare und Figur, oder sie wirkt ungepflegt und unattraktiv.
Das eine oder das andere. Dazwischen gibt es nichts. Doch naturgemäß will sie schön aussehen und Komplimente bekommen. Also gibt sie sich Mühe, gut auszusehen, wenn sie rausgeht – den ganzen Tag lang. Ohne Hijab wird das fast unumgänglich. Nun die Frage: Wie viele Männer sagen sich wohl wirklich: „Das ist sicher jemandes Ehefrau, ich sollte wegsehen“? Ein soziales Experiment gibt uns die Antwort. Das war vor ein paar Jahren. Vielleicht habt ihr es auch gesehen: Eine Frau läuft fünf Stunden lang in enger, aufreizender Kleidung durch New York. Das Ergebnis? 108 Mal wird sie mit Worten belästigt. Sie bekommt also anzügliche Kommentare, und viele Männer starren sie mit schlechten Absichten an.
Doch jetzt wird es spannend: Die gleiche Frau wiederholt das Experiment – diesmal mit Hijab. Und siehe da: Niemand sieht sie mehr so an wie davor. Ob es dem Ehepartner nun bewusst ist oder nicht – diese Dinge schaden mit der Zeit dem wechselseitigen Vertrauen. Eifersucht und Misstrauen entstehen, was die Harmonie in der Beziehung stört. Kein Mann würde es ertragen, wenn andere seine Frau mit Hintergedanken mustern. Er wird eifersüchtig und besitzergreifend – das liegt einfach in seiner Natur. Genauso liegt es in der Natur der Frau, dass ihr Mann nur Augen für sie haben und keine anderen Frauen ansehen soll.
Frieden und Harmonie stellen sich ein, wenn sich beide an die Gebote des Hijab halten. Stellt euch nun die umgekehrte Situation vor: Beide achten bewusst auf ihren Hijab. Was wäre hier anders? Dann muss der Mann sich keine Sorgen mehr machen, ob andere Männer seine Frau anstarren oder nicht. Und wenn der Mann seine Blicke kontrolliert, seine Augenlider, zeigt er seiner Frau, dass er ihr treu ist. Somit muss sie nicht zweifeln und sich fragen: „Schaut er anderen Frauen hinterher? Findet er andere attraktiver als mich?“ Solche Unsicherheiten entstehen dann gar nicht erst. Denn der Hijab schützt. Er macht die Frau nicht leicht zugänglich. Er hebt ihren Wert und ihre Würde hervor.
Niemand darf auch nur ein Haar von ihr sehen – ohne ihre Erlaubnis. Denkt nochmal an das soziale Experiment von vorhin. Ohne Hijab und mit aufreizender Kleidung war die Frau Zielscheibe für unangenehme Blicke und widerliche Kommentare. Mit Hijab aber zeigte sie ganz klar: „Mein Körper gehört nicht euch.“ Ihre Botschaft lautet: „Ich bin kein Objekt – was mich wertvoll macht, sind mein Charakter und meine Persönlichkeit.“ Gleichzeitig sortierte sie automatisch die Menschen aus, die sie ansprachen. Denn wer nur aufs Äußere achtet oder eine schwache Moral hat, spricht eine Frau mit Hijab nicht an, da sie seine Aufmerksamkeit nicht mehr auf sich zieht.
In diesem Fall bedeutet das Tragen des Hijabs, mit Menschen in Kontakt zu treten, die euch so sehen, wie ihr wirklich seid. Menschen, die nicht auf euer Aussehen achten, sondern auf eure Seele, und die hohe moralische Werte besitzen. Vergesst nicht: Ihr steht über den Etiketten, die andere euch über euer Aussehen geben. Ihr müsst nicht in das Bild passen, das andere euch vorgeben, und das auf deren Wünschen und Erwartungen beruht. Ihr solltet euch nicht nach den Meinungen anderer kleiden. Kleidet euch nach den Erwartungen Allahs. Den Erwartungen des Einen, der das Universum aus dem Nichts erschuf und die Erde unter eure Füße gelegt hat.
Manche Menschen lieben euch wegen eurer Schönheit, aber Allah hat euch erschaffen, weil Er euch liebt. Er hat euch eine besondere Schönheit gegeben, die niemand sonst auf dieser Welt hat. Erinnert euch: Es gibt zwei Arten von Hijab, einen für Männer und einen für Frauen. Zusätzlich dazu setzt der Islam auch Grenzen für den Umgang zwischen Männern und Frauen. Zum Beispiel ist es verboten, vertraute Gespräche zu führen oder mit jemandem vom anderen Geschlecht zu scherzen, mit dem man nicht verwandt oder verheiratet ist. Wenn also beide Seiten diese Regeln missachten, beginnen sie, sich wie zwei Pole eines Magneten anzuziehen, und die Ordnung der Welt gerät ins Wanken.
Sexuelle Neigungen werden dann zu Taten, zu unerlaubten Beziehungen, Perversionen und am Ende zu Verbrechen. Beide Seiten tragen hier Verantwortung. Wenn beide ihren Pflichten nicht nachkommen, tragen auch beide Schuld. Laut einer Studie des CDC wurden im Jahr 2020 in den USA fast 500.000 Abtreibungen durchgeführt, und 86 % dieser Babys waren unehelich gezeugt. In einem einzigen Jahr, in einem einzigen Land wurde das Leben von 400.000 ungeborenen Babys aufgrund verbotener Beziehungen beendet. Natürlich ist das eine enorme Belastung für die Frau. Und meistens kommt es trotzdem zur Geburt.
Laut einer weiteren Studie derselben Organisation gab es im Jahr 2021 1,4 Millionen uneheliche Geburten allein in den USA. Und meistens bleibt die Mutter mit dieser Last allein zurück. Sie kümmert sich jahrelang um das Kind und versucht es großzuziehen, ohne je die Unterstützung eines Vaters an ihrer Seite zu haben. Denkt an den emotionalen und psychischen Zustand einer Mutter in so einer Lage, und an die Herausforderungen eines Kindes, das ohne Vater aufwächst. Die Lösung liegt wiederum in den zwei Geboten des Koran, die wir vorher besprochen haben. Ich glaube, das große Ganze ist jetzt viel klarer geworden. Aber es gibt noch weitere Fragen, die beantwortet werden müssen.
Warum darf ein Mann bis zu vier Frauen heiraten? Warum erhalten Schwestern nur halb so viel Erbe wie Brüder? Und was bedeutet eigentlich der oft diskutierte Vers in Sure an-Nisa, Vers 34? Die Antworten auf all diese Fragen sind einfacher, als ihr denkt. In Teil 2 gehen wir auf alle Details ein. Bleibt dran.
Auch in Großbritannien zeigte eine Studie: Rund 75 % der Islam-Konvertiten zwischen 2001 und 2011 waren Frauen. Wäre der Islam wirklich eine Bedrohung für Frauen, müssten diese Zahlen dann nicht genau umgekehrt sein? Oder finden sie – entgegen der landläufigen Meinung – im Islam vielleicht gerade das, wonach sie sich schon lange gesehnt haben? Wir haben wichtige Themen zu besprechen. Und natürlich auch einige bekannte Fragen zu klären. Darf ein Mann vier Frauen haben? Ist das Bedecken von Kopf und Körper wirklich eine Einschränkung? Warum bekommt eine Frau nur die Hälfte des Erbes eines Mannes? Und was hat es mit dem bekannten Koranvers auf sich, der oft kritisiert wird?
Wenn ihr bereit seid, geht’s los. Im 18. Jahrhundert betrat eine englische Historikerin erstmals Istanbul. Ihr Name: Lady Elizabeth Craven. Und diese islamische Stadt brachte sie ins Staunen. Das, was Frauen in ihrer Heimat erlebten und das, was sie hier sah, konnte nicht gegensätzlicher sein. Dieser Ort war vollkommen anders. Sie beschrieb muslimische Frauen als „Die glücklichsten Wesen auf Erden.“ Und sie hielt ihre Beobachtungen so fest: „Ich glaube, ich habe nie ein Land gesehen, in dem Frauen so frei leben und vor jedem Tadel oder Spott geschützt sind wie in der Türkei.“ Damals war es das Osmanische Reich. Was hat sie also so sehr erstaunt?
Was hatte sie in England gesehen, dass sie so etwas aussprach? Leider wissen wir zu wenig über die Geschichte. Denn in der islamischen Stadt, die sie besuchte, gab es keines der folgenden Probleme: In England und Amerika zum Beispiel: Heiratete eine Frau, ging ihr Eigentum automatisch an ihren Mann über. Selbst wenn sie arbeitete, gehörte das Geld ihm. Er hatte rechtlichen Anspruch auf ihr Einkommen, sie selbst aber nicht. Wenn ihr Vater starb, ging ihr Erbteil direkt an ihren Ehemann – sie hatte keinerlei Anspruch darauf. Bei einer Scheidung gingen alle Kinder automatisch an den Vater.
Die Mutter wurde von ihren Kindern getrennt, denen sie das Leben geschenkt und die sie aufgezogen hatte, für die sie so viel opferte. Und auch die Kinder litten unter dieser Trennung von der Mutter. Nur eine kleine Minderheit bekam nach der Scheidung Unterhalt – also finanzielle Unterstützung. Und das waren nicht nur einfach soziale Ungerechtigkeiten, sondern gesetzliche Vorschriften. Und Frauen erlitten noch größeres moralisches und emotionales Unrecht. Bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es in England seltsame Bräuche. Zum Beispiel: den Verkauf der Ehefrau. Was soll das denn heißen?
Kaum zu glauben, aber wenn ein Mann genug von seiner Frau hatte, konnte er sie auf dem Markt verkaufen wie einen Gegenstand. Ein Bericht aus dem Jahr 1913 erzählt: Ein Engländer verkaufte seine Frau für 1 Pfund. Im mittelalterlichen Europa waren die Zustände noch brutaler. Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert führte die katholische Kirche Hexenverfolgungen durch. Unschuldige Frauen wurden aufgrund von Gerüchten und Verleumdung getötet. Zwischen 40.000 und 100.000 Frauen wurden laut Aufzeichnungen grausam verbrannt. Stellt euch das vor: Wenn eine Frau als unattraktiv galt, hieß es: „Sie ist wohl eine Hexe.“ Lehnte sie einen Mann ab, galt sie plötzlich auch als Hexe.
Ihr Leben war sofort vorbei. Schon der Gedanke daran ist erschreckend. Und in der gleichen Gesellschaft fragte man sich in Europa ernsthaft: „Sind Frauen überhaupt Menschen? Haben sie eine Seele?“ Lady Craven sprach diese Worte also nicht ohne Grund. Was sie in jener islamischen Stadt sah, war das komplette Gegenteil von dem, was im Westen passierte. Die Rechte, die Frauen im Westen erst ab 1882 bekamen, waren hier seit Jahrhunderten Realität. Wie konnte das sein? Frauen konnten Klagen einreichen, Verträge schließen, Erbe empfangen und hatten viel mehr Rechte als die Frauen damals in England.
Und ihr ahnt es vielleicht schon: Damals gab man Frauen im Westen auch keine Gelegenheit, Bildung zu erlangen. Doch im Islam war das anders: Die älteste durchgehend betriebene Universität der Welt wurde von einer muslimischen Frau gegründet. Ihr findet sie im Guinness-Buch der Rekorde: Die Universität Al-Qarawiyyin in Marokko wurde 859 von Fatima al-Fihri gegründet. Das beweist: Frauen in islamischen Ländern hatten die Möglichkeit, Bildung zu erhalten. Nur deshalb konnte sie so etwas erreichen. Und es zeigt auch: Frauen durften Eigentum besitzen. Sonst hätte sie keine Universität gründen können. Außerdem zeigt es, dass Musliminnen wichtige gesellschaftliche Rollen übernehmen konnten.
Nur so war dieser Erfolg möglich. Und vor allem bedeutet es: Sie wuchs in einer muslimischen Familie auf, mit Selbstbewusstsein, dem Gefühl, als Frau und Mensch wertvoll zu sein, nicht mit Scham und Demütigung. Schließt mal eure Augen und stellt euch das vor: Über 100.000 Menschen warten voller Neugier und Erwartung. Vor ihnen steht ein Mann, der den Lauf der Geschichte verändert hat: Der Prophet Muhammad (FSMI). Es ist das Jahr 632. Er hält seine berühmte Abschiedspredigt. Und an einer Stelle sagt er diese Worte: „Oh ihr Menschen! Ich rate euch, die Rechte der Frauen zu achten und Allah in dieser Sache zu fürchten.
Allah hat euch Frauen anvertraut, und nachdem ihr ihnen in Seinem Namen ein Versprechen gegeben habt, wurden sie euch von Allah erlaubt. So wie ihr ihnen gegenüber Rechte habt, haben sie auch euch gegenüber Rechte.“ Neben vielem anderen veränderte er die Stellung der Frau tiefgreifend. Er veränderte die gesamte Region in Bezug auf Frauenrechte. Schauen wir uns also das Leben einer Frau damals einmal im Zeitverlauf an und wie es sich vor und nach dem Islam unterschied. Vor dem Islam war die Geburt eines Mädchens für viele Väter eine Schande, und viele töteten ihre Töchter, indem sie sie lebendig begruben. Der Islam kam und verbot diese grausame Praxis vollständig.
Selbst wenn ein Mädchen überlebte, erhielt sie von ihrem Vater nie die Liebe oder Zuneigung, die sie ersehnte. Sie war in seinen Augen wertlos. Doch der Prophet Muhammad (FSMI) sagte später: „Wer sich um drei Töchter kümmert, sie erzieht, verheiratet und ihnen Gutes tut, dem ist das Paradies gewiss.“ Nehmen wir an, das Mädchen wächst auf und erreicht das Heiratsalter. Vor dem Islam wurde sie zur Heirat gezwungen. Niemand fragte, was sie fühlte oder wünschte. Der Islam aber verbot, sie ohne ihre Zustimmung zu verheiraten. Von nun an musste ein Mann um ihre Hand anhalten. Nach ein paar Treffen, wenn sie zustimmte und beide sich füreinander geeignet hielten, begann der Heiratsprozess.
Zum Ehevertrag gehört ein sogenannter Mahr – eine Geldsumme oder ein wertvolles Geschenk, das der Ehemann der Frau geben muss. Das ist eine Art finanzielle Absicherung. Bei Scheidung oder Tod des Ehemanns kann sie damit für eine gewisse Zeit finanziell überleben. Aber das ist nicht der einzige Zweck. Die Frau darf dieses Geld nach Belieben nutzen – ihr Leben lang. Sie kann ein Unternehmen gründen, Geld investieren, sodass es Gewinn bringt, oder es einfach behalten. Die Höhe des Mahr bestimmt die Frau selbst. Der Mann muss es zahlen und kann es nicht zurückfordern. Möchte die Frau ihrem Mann finanziell helfen, liegt das ganz bei ihr.
Nach der Heirat trägt der Ehemann alle finanziellen Pflichten. Die Frau ist nicht im Geringsten verpflichtet, zu arbeiten oder sich an den Haushaltskosten zu beteiligen. Vor der Heirat war ihr Vater für ihren Unterhalt zuständig. Nach der Heirat geht diese Verantwortung an den Ehemann über. Doch leider ist das selbst heute in vielen Teilen der Welt nicht der Fall. Als wir Sheikha Fatima Barkatulla interviewten – eine islamische Gelehrte aus Großbritannien – sagte sie uns etwas sehr Bemerkenswertes: Gerade dieses Konzept beeindruckt viele nichtmuslimische Frauen am meisten. Denn in ihren Gesellschaften erleben sie kaum, dass jemand für sie sorgt oder die Verantwortung übernimmt.
Ab einem bestimmten Alter erleben viele Frauen eine Art „Scheidung“ von ihren Vätern. Unter dem Motto „auf eigenen Beinen stehen“ werden sie in ein Leben gedrängt, das sie nicht gewöhnt sind. Millionen von Töchtern leiden langfristig darunter, werden oft von Menschen mit schlechten Absichten ausgenutzt. Vor und nach der Ehe verbringen viele Frauen ihr Leben damit, sich zu verteidigen. Der Islam hingegen legt die finanzielle Verantwortung klar fest: Vor der Heirat: beim Vater. Nach der Heirat: beim Ehemann. Und wenn es zur Heirat kommt, entscheidet allein die Frau, wen sie als ihren Versorger akzeptiert.
Weiter geht's: Vor dem Islam bekam eine Frau, die heiratete und Mutter wurde, keinerlei Respekt und Wertschätzung. Doch hört, was unser Prophet (FSMI) sagte: „Die Gläubigen mit dem vollkommensten Glauben sind die mit dem besten Charakter, und die Besten unter euch sind die Besten zu ihren Frauen.“ Und um den Wert der Mütter zu erklären, sagte er zu einem Gefährten: „Das Paradies liegt zu den Füßen deiner Mutter.“ Wer seine Mutter unterdrückt oder ihr Unrecht tut, begeht laut Islam eine schwere Sünde. Vor dem Islam bekam eine Frau, deren Ehemann starb, nicht das geringste Erbe von ihm. Im Gegenteil – sie und und ihre Kinder galten selbst als Teil des Erbes.
Jeder beliebige Mann konnte einen Anspruch auf diese Familie erheben und die Frau heiraten. Der Islam kam und schaffte auch das ab. Stattdessen wurde das Erbe unter den Angehörigen aufgeteilt: Zwischen Ehefrau, Kindern und Eltern – nach festgelegten Anteilen. Achtet mal darauf: Sogar die Eltern erben mit, Dies ist von Bedeutung, denn heute ist es in vielen sogenannten fortschrittlichen Ländern überhaupt nicht üblich, dass Eltern etwas erben. Logischerweise sind jedoch die Eltern eines Verstorbenen meist bereits im fortgeschrittenen Alter und benötigen Pflege. Im Islam liegt die Verantwortung für deren Unterhalt beim Sohn.
Und wenn er stirbt, erhalten sie einen Anteil aus seinem Erbe – genau zu diesem Zweck. Mit anderen Worten: Der Islam lässt eine Frau nicht allein, auch nicht als Mutter. Ihr Lebensunterhalt bleibt auch dann die Pflicht ihrer Kinder. In gewisser Weise ist das sogar eine Ermutigung für Frauen, höheren Zielen nachzugehen. Wenn ihr nicht arbeiten müsst – oder einfach nicht wollt – dann müsst ihr eure Zeit nicht mit Geldverdienen verschwenden. Ihr könnt eure Zeit stattdessen etwas Größerem widmen – zum Beispiel Bildung. Denn ist das nicht die Grundlage von allem? Die vollständige Veränderung einer Gesellschaft und ihr geistiges Wohlergehen liegen in euren Händen.
Aber wenn sich eine Frau entscheidet zu arbeiten, dann finden wir in der islamischen Geschichte starke Vorbilder. Die Ehefrau des Propheten (FSMI), Khadija (RA), gehörte zu den erfolgreichsten Kaufleuten Mekkas. Sie war eine außergewöhnliche Geschäftsfrau. Oder denkt an Fatima al-Fihri, die die erste Universität der Welt gründete. Ein bemerkenswerter Akt unternehmerischen Geistes. Solange dabei die Grenzen zwischen halal und haram gewahrt bleiben, gibt es überhaupt kein Problem. In der Regel ist es schon fast unmöglich, eine Gesellschaft von Gewohnheiten wie dem Rauchen abzubringen.
Und doch brachte der Prophet Muhammad (FSMI) alleine und in bemerkenswert kurzer Zeit die Gesellschaft dazu, all diese schrecklichen Bräuche hinter sich zu lassen. Und nicht nur das: Er ersetzte sie durch so schöne und gerechte Prinzipien, dass selbst Jahrhunderte später die Menschheit diesen Standard nicht erreichte. Es gäbe noch viele weitere Beispiele. Und diese gesamte Verwandlung geschah in nur 23 Jahren. Um zu zeigen, wie außergewöhnlich das war, sagte der große islamische Gelehrte Bediüzzaman Said Nursi: „Lasst 100 Philosophen versammeln, sendet sie in jene Zeit und an jenen Ort und lasst sie 100 Jahre lang arbeiten.
Könnten sie auch nur 1 % von dem erreichen, was jener großartige Mann in nur einem Jahr vollbrachte?“ Nicht einmal 20 Jahre nach dem Tod des Propheten (FSMI) gab es ein weiteres historisches Ereignis, das weltweit Beachtung fand. Omar ibn al-Khattab, einer der mächtigsten Führer der Geschichte, war der zweite Kalif des Islam und bekannt für seine Gerechtigkeit. Und jetzt zeigen wir euch ein Beispiel dafür, wie viel Wert und Selbstbewusstsein Frauen im Islam erhielten. Eines Tages erhielt Omar Beschwerden, dass Frauen zu viel Mahr forderten. Eines Tages erhielt Omar Beschwerden, dass Frauen zu viel Mahr forderten. 238a 00:11:41,052 --> 00:11:44,052 Ya Omar!
Die Frauen verlangen ein zu hohes Mahr! 238b 00:11:44,052 --> 00:11:49,600 Ja! Er hat recht, es ist schwer für uns, zu heiraten... Bitte tu etwas! Erinnert ihr euch an Mahr? Der Mahr ist die finanzielle Absicherung, die einer Frau zur Eheschließung zusteht. Um das Problem zu lösen, hielt Omar eine öffentliche Rede und schlug vor, eine Obergrenze für den Mahr festzulegen. Wer hätte sich wohl getraut, so einem Anführer zu widersprechen? Er war der Mann, der das Persische Reich besiegte und große Siege gegen das Römische Reich errang. So mächtig war er.
Doch in diesem Moment erhob sich eine Frau und widersprach – sie sagte mutig: „Hast du denn nicht gehört, dass Allah im Koran sagt: ‚Nehmt nichts von der Brautgabe zurück, auch wenn es eine große Menge Gold war.‘“ Das war damals undenkbar: Eine Frau widerspricht öffentlich dem Herrscher! Und wie reagierte Omar? Er gab demütig zu, dass die Frau die Wahrheit gesagt hat – und dass er selbst im Irrtum war. „Jeder hat mehr Wissen als Omar“, sagte er. Dann bestieg er eine Anhöhe und nahm seine Worte öffentlich zurück. Das ist unglaublich, wenn man darüber nachdenkt. Das eigentliche Problem ist also: Der Islam wird heute in den Medien massiv dämonisiert.
Einige von euch erinnern sich vielleicht an die berühmte irische Sängerin, die zum Islam konvertierte: Sinéad O’Connor. Sie galt als Feministin. Als sie über ihren Weg zum Islam sprach, sagte sie: „Ich habe die Schriften verschiedener Religionen studiert, um die Wahrheit über Gott zu finden. Ich dachte nie, ich würde einer Religion beitreten, aber den Islam ließ ich bis zum Schluss, weil ich so viele Vorurteile dagegen hatte.“ Tatsächlich gibt es enorme Propaganda gegen den Islam, besonders wenn es um Frauen geht. Doch wenn Menschen anfangen, sich damit zu befassen, merken sie, dass die Wahrheit ganz anders aussieht.
Deshalb sind vier von fünf Menschen, die in den USA zum Islam konvertieren, Frauen. Und deshalb sind fast 75 % der Islam-Konvertiten in Großbritannien ebenfalls Frauen. Jetzt frage ich euch: Wenn der Islam Frauen wirklich unterdrücken würde – wären sie dann nicht die Ersten, die ihn ablehnen? Doch stattdessen sind sie es, die ihn am meisten annehmen. Denn sie sehen, dass der Islam ihnen wahren Wert gibt, und erkennen, dass sie dort wirklich zuhause sind. Wenn wir in die Geschichte der Menschheit blicken, sehen wir: Immer wenn klare Grenzen fehlten oder göttliche Führung ignoriert wurde, waren es Frauen, die am meisten litten.
Ihre Rechte wurden geraubt, sie wurden schlecht behandelt und unterdrückt. Bis heute kann die moderne Welt die Rechte der Frauen nicht vollständig schützen. Es gibt Frauen, die für gleiche Arbeit weniger verdienen. Ihre Körper werden in der Werbung als Objekt genutzt. Ein bestimmtes Schönheitsideal wird ihnen ständig aufgezwungen, und sie fühlen sich wertlos, wenn sie es nicht erfüllen. Oder man redet ihnen ein, sie seien es. Zahlreiche Frauen werden durch Flirten manipuliert und erleben seelische Gewalt in toxischen Beziehungen. Einige werden sogar Opfer sexueller Gewalt. Auf der anderen Seite gibt es Tausende Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes von ihrem Partner verlassen wurden.
In 236 Städten in England und Wales leben in mehr als der Hälfte aller Haushalte alleinerziehende Mütter. Denkt an die enorme Last, die diese Frauen tragen, und an die Herausforderungen ihrer Kinder ohne männliche Vorbilder. Sieht man sich die vielen Menschen an, die später straffällig werden, stellt man oft fest: Sie wuchsen ohne Vaterfigur auf. Die Probleme hören einfach nicht auf. Was brauchen wir also wirklich? Ein System, das Männer und Frauen ganzheitlich kennt und versteht. Vollständig und vollkommen. Und kein Mensch ist dazu in der Lage. Denn schließlich machen wir alle Fehler. Wir urteilen falsch, irren uns, verstehen Dinge falsch.
Deshalb brauchen wir ein System jenseits menschlicher Grenzen. Ein System, das beide Geschlechter überzeugt und das sie freiwillig befolgen. Ein System von Dem, Der uns erschaffen hat, denn Er kennt uns am besten – besser, als wir uns selbst je kennen könnten. Er kennt die Eigenarten von Mann und Frau bis ins kleinste Detail. Er hat unendliches Wissen, und nur Er kann vollkommen gerecht entscheiden. Und da Allah weder männlich noch weiblich ist, gibt es in Seinen Urteilen keinerlei Parteilichkeit. Jedes andere System, so modern es auch ist, hat Fehler – und das sehen wir immer wieder.
Kurz gesagt: Die Antworten, nach denen wir suchen, die Lösungen, nach denen wir jahrelang geforscht haben, wurden uns schon vor 1400 Jahren im Islam gegeben. Und alle genannten Probleme – und noch viele weitere – finden im Islam ihre Lösung. Wenn ihr weiterlest und euch informiert, werdet ihr das selbst herausfinden. Aber an dieser Stelle kommen Fragen auf. Bis jetzt klingt alles logisch. Ja, der Islam gibt Frauen einen besonderen Wert. Ja, nur der Schöpfer kann die Regeln festsetzen, die wir brauchen. Aber dennoch – wie eingangs erwähnt – gibt es Themen im Islam, die die Menschen verwirrend finden. Sprechen wir zuerst einmal über das Kopftuch.
Millionen Menschen stellen dieselbe Frage: „Ist das nicht eine starke Einschränkung?“ Der Hijab wird oft als Unterdrückung oder Freiheitsbeschränkung porträtiert. Doch viele nichtmuslimische Frauen finden den Hijab besonders beeindruckend. Merkwürdig, oder? Warum ist das so? Ich glaube: Selbst eine Atheistin könnte das Bedürfnis haben, ein Kopftuch zu tragen. Eine Atheistin? Ja. Denn Bedeckung ist etwas Natürliches, etwas, das im Wesen des Menschen liegt. Von Natur aus sucht eine Frau einen Mann, bei dem sie sich sicher, geborgen und glücklich fühlt. Genauso möchte ein Mann seiner Frau vertrauen, eine liebevolle Verbindung aufbauen und mit ihr glücklich sein.
Um Frieden und Glück in der Familie zu bewahren, muss diese Bindung stark bleiben. Deshalb betonen Familientherapeuten oft eine wichtige Wahrheit: Eine gesunde Ehe braucht gegenseitiges Vertrauen und Loyalität. Und hier bringt der Islam den Hijab als Lösung – für Männer und Frauen. In der Sure an-Nur sagt Allah: „Sag zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten. Das ist reiner für sie. Gewiss, Allah ist kundig dessen, was sie machen.“ Im nächsten Vers wird auch den Frauen geboten, sich zu bedecken. Wenn ihr genau hinschaut: Zuerst wird den Männern der Hijab befohlen. „Senkt eure Blicke.“ Man könnte sagen, ihre Augenlider sind ihr Hijab.
Das zeigt: Es ist ein beidseitiger Schutz. Allah trifft Vorkehrungen, um Familien zu schützen und ihr Glück zu bewahren. Doch heute werden beide Formen des Hijabs von Frauen und Männern immer wieder angegriffen. Was passiert, wenn dieser Schutz in einer Familie fehlt? Dann erleiden das Vertrauen und die Loyalität mit der Zeit Schaden. Jede Frau hat das natürliche Bedürfnis, schön zu sein und bewundert zu werden. Wenn eine Frau mit dieser natürlichen Neigung also ohne Hijab rausgeht, stehen ihr zwei Optionen offen: Sie wirkt elegant und zieht die Blicke der Menschen auf sich, durch ihre Kleidung, Accessoires, Haare und Figur, oder sie wirkt ungepflegt und unattraktiv.
Das eine oder das andere. Dazwischen gibt es nichts. Doch naturgemäß will sie schön aussehen und Komplimente bekommen. Also gibt sie sich Mühe, gut auszusehen, wenn sie rausgeht – den ganzen Tag lang. Ohne Hijab wird das fast unumgänglich. Nun die Frage: Wie viele Männer sagen sich wohl wirklich: „Das ist sicher jemandes Ehefrau, ich sollte wegsehen“? Ein soziales Experiment gibt uns die Antwort. Das war vor ein paar Jahren. Vielleicht habt ihr es auch gesehen: Eine Frau läuft fünf Stunden lang in enger, aufreizender Kleidung durch New York. Das Ergebnis? 108 Mal wird sie mit Worten belästigt. Sie bekommt also anzügliche Kommentare, und viele Männer starren sie mit schlechten Absichten an.
Doch jetzt wird es spannend: Die gleiche Frau wiederholt das Experiment – diesmal mit Hijab. Und siehe da: Niemand sieht sie mehr so an wie davor. Ob es dem Ehepartner nun bewusst ist oder nicht – diese Dinge schaden mit der Zeit dem wechselseitigen Vertrauen. Eifersucht und Misstrauen entstehen, was die Harmonie in der Beziehung stört. Kein Mann würde es ertragen, wenn andere seine Frau mit Hintergedanken mustern. Er wird eifersüchtig und besitzergreifend – das liegt einfach in seiner Natur. Genauso liegt es in der Natur der Frau, dass ihr Mann nur Augen für sie haben und keine anderen Frauen ansehen soll.
Frieden und Harmonie stellen sich ein, wenn sich beide an die Gebote des Hijab halten. Stellt euch nun die umgekehrte Situation vor: Beide achten bewusst auf ihren Hijab. Was wäre hier anders? Dann muss der Mann sich keine Sorgen mehr machen, ob andere Männer seine Frau anstarren oder nicht. Und wenn der Mann seine Blicke kontrolliert, seine Augenlider, zeigt er seiner Frau, dass er ihr treu ist. Somit muss sie nicht zweifeln und sich fragen: „Schaut er anderen Frauen hinterher? Findet er andere attraktiver als mich?“ Solche Unsicherheiten entstehen dann gar nicht erst. Denn der Hijab schützt. Er macht die Frau nicht leicht zugänglich. Er hebt ihren Wert und ihre Würde hervor.
Niemand darf auch nur ein Haar von ihr sehen – ohne ihre Erlaubnis. Denkt nochmal an das soziale Experiment von vorhin. Ohne Hijab und mit aufreizender Kleidung war die Frau Zielscheibe für unangenehme Blicke und widerliche Kommentare. Mit Hijab aber zeigte sie ganz klar: „Mein Körper gehört nicht euch.“ Ihre Botschaft lautet: „Ich bin kein Objekt – was mich wertvoll macht, sind mein Charakter und meine Persönlichkeit.“ Gleichzeitig sortierte sie automatisch die Menschen aus, die sie ansprachen. Denn wer nur aufs Äußere achtet oder eine schwache Moral hat, spricht eine Frau mit Hijab nicht an, da sie seine Aufmerksamkeit nicht mehr auf sich zieht.
In diesem Fall bedeutet das Tragen des Hijabs, mit Menschen in Kontakt zu treten, die euch so sehen, wie ihr wirklich seid. Menschen, die nicht auf euer Aussehen achten, sondern auf eure Seele, und die hohe moralische Werte besitzen. Vergesst nicht: Ihr steht über den Etiketten, die andere euch über euer Aussehen geben. Ihr müsst nicht in das Bild passen, das andere euch vorgeben, und das auf deren Wünschen und Erwartungen beruht. Ihr solltet euch nicht nach den Meinungen anderer kleiden. Kleidet euch nach den Erwartungen Allahs. Den Erwartungen des Einen, der das Universum aus dem Nichts erschuf und die Erde unter eure Füße gelegt hat.
Manche Menschen lieben euch wegen eurer Schönheit, aber Allah hat euch erschaffen, weil Er euch liebt. Er hat euch eine besondere Schönheit gegeben, die niemand sonst auf dieser Welt hat. Erinnert euch: Es gibt zwei Arten von Hijab, einen für Männer und einen für Frauen. Zusätzlich dazu setzt der Islam auch Grenzen für den Umgang zwischen Männern und Frauen. Zum Beispiel ist es verboten, vertraute Gespräche zu führen oder mit jemandem vom anderen Geschlecht zu scherzen, mit dem man nicht verwandt oder verheiratet ist. Wenn also beide Seiten diese Regeln missachten, beginnen sie, sich wie zwei Pole eines Magneten anzuziehen, und die Ordnung der Welt gerät ins Wanken.
Sexuelle Neigungen werden dann zu Taten, zu unerlaubten Beziehungen, Perversionen und am Ende zu Verbrechen. Beide Seiten tragen hier Verantwortung. Wenn beide ihren Pflichten nicht nachkommen, tragen auch beide Schuld. Laut einer Studie des CDC wurden im Jahr 2020 in den USA fast 500.000 Abtreibungen durchgeführt, und 86 % dieser Babys waren unehelich gezeugt. In einem einzigen Jahr, in einem einzigen Land wurde das Leben von 400.000 ungeborenen Babys aufgrund verbotener Beziehungen beendet. Natürlich ist das eine enorme Belastung für die Frau. Und meistens kommt es trotzdem zur Geburt.
Laut einer weiteren Studie derselben Organisation gab es im Jahr 2021 1,4 Millionen uneheliche Geburten allein in den USA. Und meistens bleibt die Mutter mit dieser Last allein zurück. Sie kümmert sich jahrelang um das Kind und versucht es großzuziehen, ohne je die Unterstützung eines Vaters an ihrer Seite zu haben. Denkt an den emotionalen und psychischen Zustand einer Mutter in so einer Lage, und an die Herausforderungen eines Kindes, das ohne Vater aufwächst. Die Lösung liegt wiederum in den zwei Geboten des Koran, die wir vorher besprochen haben. Ich glaube, das große Ganze ist jetzt viel klarer geworden. Aber es gibt noch weitere Fragen, die beantwortet werden müssen.
Warum darf ein Mann bis zu vier Frauen heiraten? Warum erhalten Schwestern nur halb so viel Erbe wie Brüder? Und was bedeutet eigentlich der oft diskutierte Vers in Sure an-Nisa, Vers 34? Die Antworten auf all diese Fragen sind einfacher, als ihr denkt. In Teil 2 gehen wir auf alle Details ein. Bleibt dran.